Familienleben, eine ganz spannende Sache wie ich finde. Wenn ich mich mit einer Zeitmaschine fünf Jahre in die Vergangenheit katapultieren  und meinem damaligen Ich sagen könnte, dass ich einmal drei Kinder haben werde, ich glaube ich hätte vor lachen in die Hose gepinkelt (und damals hätte das ganz sicher nicht am schwachen Beckenboden gelegen). Und nun, nun sind wir da zu viert und bald gesellt sich noch Familienmitglied Nummer fünf zu uns. Ein kleines Einmaleins des Familienwachtums:

Alles fängt ja mal an als Paar, meistens jedenfalls. Da ist Mann und Frau mehr oder weniger lang zusammen und irgendwann wird man mit der Frage, ob man Familie werden will konfrontiert. Ein Kind? Puuuh, das verändert aber recht viel! Da schmiedet man Pläne, wie das dann so aussehen wird zu dritt, kauft vielleicht schon mal zur Sicherheit ein familientaugliches Auto, setzt sich mit dem Gedanken auseinander Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen. Da schaut man mal so ein bisschen nach rechts und links zu den Paaren, die schon Kinder haben und vergleicht ein wenig, und ist sich ganz sicher, dass man das und jenes und dieses dann sicher gaaaaanz anders machen wird.

Die „wie wäre es wenn“ Frage, die genau nichts bringt. Ja genau meine Lieben, die die schon Kinder haben können mir das bestätigen, für die, die gerne noch welche hätten und sich Gedanken darüber machen, wie das denn so sein wird mit Kind, eines will gesagt sein: der von mir meist gehasste Spruch ist leider wahr: Du kannst dir noch so viele Gedanken darüber machen, wie es sein wird, es wird ganz anders raus kommen! Also drum, los lassen, rein ins Vergnügen und aus zwei drei machen. Den richtigen Zeitpunkt gibts eh nicht und verändern tut sich sowieso alles. Meine lieben Paare da draussen, die ihr euch Gedanken darüber macht, ob ihr gute Eltern sein werdet oder nicht, ob ihr das alles packt oder nicht, hört auf zu denken, macht einfach mal. Ladet das Kind zu euch ein und schaut, was dann alles so passiert. Und freut euch auf die Transformation vom Paar zu Eltern, wenns soweit ist, ist sie unumgänglich!

Und dann wird aus zwei drei…

Hihi, das erste Mal schwanger, ja das ist ein Abenteuer. Für Mama und Papa. So ein zweiter Strich auf einem einfachen Pinkelstreifen verändert dann die Welt. Krass. Nun ja, die Schwangerschaft dauert dann ja meist eh vieeeeel zu lang, weil man sich so auf das Baby freut und es kaum erwarten kann, bis man es in den Armen hält. Und dann, dann wenn das Baby da ist findet man sich das erste mal in diesem Chaos wieder. Dieses Chaos das ich Familie nenn. Bevor ich Mama wurde hatte ich einen 100% Job. Manchmal waren es auch mehr. Aber nachher, ja nachher kam dieser Mama Job. Den hab ich total unterschätzt. Den kann man nicht abschütteln. Da fährt man nicht so schnell nach Hause, legt die Beine hoch und denkt nicht mehr ans Arbeiten. Nein, Frau ist Mama dann. 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Non stop. Das fand ich krass. Und das wurde mir erst bewusst, nachdem unser Sohn geboren wurde. Aber nun ja, es war jetzt so, unveränderbar. Also nehmens wir doch einfach mal so wies kommt.

Herzlich willkommen in der Mama und Papa Welt. Plötzlich findet man sich als Paar am Esstisch wieder und diskutiert während dem Abendbrot über Konsistenzen von Babys Ausscheidungen. Oder man wundert sich zu zweit, wie so ein kleiner Mensch das Leben nur so verändern kann, wie so ein Zwerg die Beziehung verändert. Mama liebt jetzt einen Papa und umgekehrt. Und dann ist da noch ein Baby, dass auch noch geliebt wird. Eigentlich genial! Wenn da nicht die Tatsache wäre, dass man als Paar da vorgängig ein paar Jahre auf dem Buckel hat, die man für sich nur zu zweit verbracht hat. Mit ganz vielen Freiheiten extra nebenbei. Und genau diese Zweisamkeit und diese Freiheit die geht ein Stück weit verloren. Oder besser gesagt,  ein bisschen davon muss man sich ganz bewusst wieder holen. Schritt für Schritt. 

vier und fünf…

Wärs nicht schön, wenn klein Junior jemanden zum Spielen und gross werden hätte? Schliesslich sind wir ja auch mit Geschwistern aufgewachsen, und wer will schon ein Einzelkind? Bevor Nummer 1 auf die Welt kam wars mal so, dass wir gesagt haben, wir schauen mal, wies so mit einem Kind ist. Also hätten wir in diesem Punkt schon aufhören können… Das haben wir dann doch nicht getan. Weil wir es einfach so toll gefunden haben zu dritt. Dann wirds zu viert sicher nur noch toller!

Da ich mich nicht gerade zu der Sorte Frauen zählen darf, die sofort schwanger werden, haben wir uns dafür entschieden, es locker anzugehen und einfach mal dem Schicksal freien Lauf zu lassen, geht ja eh ein Weilchen. Und Kinder kommen dann, wenn sie wollen. Wenn denn da noch Nummer zwei kommen würde, dann wäre es doch toll, wäre Altersabstand nicht zu gross. Es wurden dann 13 Monate Altersunterschied 😉

„habt ihr das wirklich so gewollt?“ zum ersten. Als ich mit Kind Nummer 2 schwanger wurde, ist mir bewusst geworden, welche Norm in den Köpfen der Menschen schwirrt: 2 Kinder, etwa 2-3 Jahre Altersunterschied, am besten ein Mädchen und ein Junge. Die perfekte Familie. Hm. Da sind wir wohl etwas aus dem Rahmen gefallen. Die Tatsache, dass Kind Nummer 2 ein Mädchen wurde (ach so schön, dann habt ihr ja beides, perfekt!) hat dann etwas über diesen Fauxpas des kleines Altersunterschiedes hinweg getäuscht.

Erkenntnis Nummer eins: Ein Kind ist kein Kind! Ja genau! DAS wird einem auch erst bewusst, wenn Kind Nummer zwei auf der Welt ist. Uns jedenfalls. So eine Dreikopffamilie hat einige Vorteile: Es gibt nur einen Popo sauber zu halten, wenn das Kind schläft dann schläft es, da ist nicht noch eine zweite Variabel die wach sein könnte, Oma und Opa haben einen easy Job, wenn sie nur auf einen Enkel schauen, das Chaos als Familie ist überschaubar. Nun ich liebe das Chaos und habs super gefunden, dass es ein bisschen grösser geworden ist. Auch wenn mit dem wachsenden Chaos die Zweisamkeit mit Papa noch ein Stückchen mehr geschrumpft ist, und wir uns noch bewusster auf uns zwei konzentrieren müssen, um uns nicht aus den Augen zu verlieren.

Erkenntnis Nummer zwei: mit dem dritten Kind fällt man schon wieder aus dem Rahmen! Das war wirklich spannend, als ich zum dritten Mal schwanger wurde. Da kamen wieder diese fragenden Blicke entgegen geschossen: „habt ihr das so gewollt?“ Es scheint mir, alles was über die Zweikindergrenze hinaus geht passt vielen Menschen nicht mehr in ihr Vorstellungsvermögen. Naja, uns kanns egal sein, denn wir freuen uns schon auf noch ein Stückchen mehr Chaos und die Erkenntniss, dass zwei Kinder keine Kinder sind, hihi… 😉

 

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