Es ist unbestreitbar, Mama und Papa zu werden ist etwas unglaubliches. Ein Veränderungsprozess, der uns einfach so mit nimmt, dem Mann und Frau sich gar nicht entziehen können. Wir verwandeln uns wie die Raupe zum Schmetterling, die Kaulquappe zum Frosch, unwiderruflich. Frau wird Mama,  Mann wird Papa,  Paare werden Eltern, werden Familie. Drei werden vier, vier werden fünf etc.

Wie heisst es noch so schön? Das einzige, was sicher ist im Leben ist die Veränderung. Wenn dem so ist, wieso macht uns denn Veränderung manchmal angst? Was ist so schlecht an dieser Metamorphose? Weshalb fällt es uns schwer, diese Verwandlung zu zu lassen?

Ich gehe mal davon aus, dass die Raupe auch nicht wirklich weiss, in was sie sich da verwandelt wenn sie sich in diesen Cocon spinnt. Sie tut es einfach. Man könnte jetzt sagen, dass das der Instikt von diesem Tier ist, ok. Also instinktiv puppt sie sich in den Cocon und was macht sie dann? Ja ich glaube nicht wirklich viel. In die Ruhe gehen? Geschehen lassen? Vielleicht, ja vielleicht meditiert sie ja. Wenn es sich um ein instinktives Verhalten handelt, dann denk ich mal, hat diese Raupe ganz viel Vertrauen in sich und die Natur, und weiss genau im Innern, dass das Richtige passieren wird. Also bleibt sie ganz ruhig und entspannt und lässt geschehen.

Sie wartet, bis ihre Zellen sich verändern. Mir hat mal jemand erzählt, dass die Verwandlung etwa so funktioniert: Da sind Raupenzellen in der Raupe, und neu bilden sich Schmetterlingszellen. Am Anfang sind natürlich die Raupenzellen noch schwer in der Überzahl und bekämpfen sogar diese Schmetterlingszellen. Aber irgendwann, ja irgendwann ist in dieser Metamorphose der Punkt erreicht, da teilen sich soooo viele Schmetterlingszellen, dass die Raupenzellen zugrunde gehn. Was dann passiert, das wissen wir ja alle. Ich hab keine Ahnung, ob dieser Vorgang wissenschaftlich so belegt ist und das wirklich so abläuft. Ich hatte auch gar keine Lust, mich darüber schlau zu machen. Denn das Bild gefällt mir so wie es ist.

schmetterling

Verhält es sich nicht gleich, wenn in unserem Leben eine grosse Veränderung statt findet? Wenn wir zum Beispiel Eltern werden? Da ist ein Teil in uns, der stirbt, und ganz neue Teile werden geboren. Wir verändern uns. Da gibt es vielleicht ein paar Teile, die sich dagegen wehren, aber wir können uns dem nicht entziehen. Das geht nicht. Es ist ein instinktives Verhalten, das seinen Lauf nimmt. Was machen wir oft? Wir haben schon eine gewisse Vorstellung in unserem Kopf, wie genau dieser neue Teil, dieser Schmetterling auszusehen hat in den wir uns verwandeln. Ganz genau. Und ich glaube, genau das ist das Problem: Wieso gehen wir nicht einfach in Ruhe in diesen Cocon, ziehen uns zurück, lassen los und lassen uns verwandeln? In das was kommt? Ganz egal, wie es kommt, im Vertrauen, das wir genau zu dem Schmetterling werden, der wir sein sollen, ohne eine gewisse Vorstellung, nur besser. Der Kopf ist sowas von begrenzt. Was passiert, wenn wir uns nicht mehr durch unsere Vorstellung begrenzen lassen und in diese unendliche Zahl von Möglichkeiten eintauchen, geschehen lassen?

Weiss denn das Baby im Bauch schon ganz genau, in was es sich da verwandelt? Was es mal sein wird? Es macht nichts anderes als die Raupe, es wächst im Vertrauen, in Ruhe, ganz instinktiv teilen sich Zellen in das, was es einmal werden möchte. Es spürt ganz viel Liebe in seinem Raum, indem es sich befindet, diesem Cocon, und so weiss es, dass alles ok ist, so wie es ist. Und irgendwann, irgendwann beginnt irgendwas in Babys und Mamas Körper die Überhand zu nehmen und gibt den Startschuss für die nächste Metamorphose, die Geburt. Also lassen wir diesem Lauf einfach freie Bahn, gehen in die Veränderung, verlassen beide unseren Cocon, damit wir zusammen fliegen können.

Eine Raupe kann sich schliesslich auch nicht vorstellen, wie fliegen geht, sie erfährt es erst, wenn sie sich verwandelt hat. Und probiert. Sie zerbricht sich während dem Fressen von Blättern und umherräupeln nicht schon den Kopf darüber, wie es denn mal sein wird. Vielleicht weiss sie noch gar nicht, dass sie sich mal verwandeln wird. Sie geniesst einfach mal das Jetzt. Und ist Jetzt Raupe. Voll und ganz. Und der Schmetterling? Ja der fliegt einfach, so, wie er nie was anderes gemacht hätte. Sogar der Menüplan ändert sich, anstatt zähe Blätter gibts jetzt süssen Nektar. Das wertet er nicht, weil Jetzt ist er Schmetterling. Und jetzt ist das genau richtig, so wie das ist. Da gibt es kein Nachtrauern, kein, ach wie war das schön als… Da gibt es bloss das Jetzt.

Ich wünsch euch da draussen ganz viel Spass und Vertrauen beim Verwandeln, ich geh jetzt mal in meinen Cocon und geniess die Ruhe, bevor die Metamorphose beginnt, bin ja schon mal gespannt, in welchen Schmetterling ich mich dieses Mal verwandel… 😉

 

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