Die Spannung steigt. Von Woche zu Woche, Tag zu Tag. Wie wird sich unsere Familie verändern? Wie wird unser Leben zu fünft wohl aussehen? Und wer lässt da Mamas Bauch so dick werden? Es scheint mir fast, als wachse da in meinem Bauch eine riesige Wundertüte, die bald ihren Inhalt preis gibt…

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Ich vergleiche Babybäuche gerne mit Wundertüten. Oder sind es eher Tischbomben? Gut, eine Tischbombe ist ja eigentlich auch nichts anderes als eine Wundertüte, die einfach ein bisschen spektakulärer geöffnet wird. Mit grossem Kawumms nämlich. Wenn man das Aufreissen einer Wundertüte oder das Explodieren einer Tischbombe mit der Geburt vergleicht, dann würde evt. der Tischbombenvergleich fast ein bisschen besser abschneiden, aber darüber lässt sich streiten. Also Spass beiseite. (aber stellt ihn nicht zu weit beiseite bitte!) Ich schreibe lieber von Wundertüten, weil jeder von uns ein Wunder ist.

Zum dritten Mal darf ich bald wieder eine Wundertüte öffnen. Zum dritten Mal strampelt da ein Wunder in meinem Bauch, drückt mir gegen die Rippen, lässt mich rätseln, wer denn diese Bauchbewohnerin ist, die mich da als Mama ausgesucht hat.

Eins kann ich euch sagen: Alle meine drei Wundertüten waren oder sind unterschiedlich!

Wundertüte Nummer eins fühlte sich sehr erdig an. Schon früh hat sich die Überraschung, mein Sohn erkenntlich gezeigt im Aussen. Er hat so zu sagen Präsenz markiert. So war es auch nicht verwunderlich, dass auf meinem Bauch eine dicke, dunkle Linie erschienen ist. (Die hatte ich bei den andern Wundertüten nicht mehr), und dieser ziemlich schnell ziemlich gross wurde. Er war auch der grösste bis jetzt. Und irgendwie wusste ich, dass mein Sohn früher als errechnet zu uns kommen wird. Weil ich diese ungeduldige, kraftvolle Energie einfach gespürt habe.  Und genau so war es.

Wundertüte Nummer zwei fühlte sich von Anfang an so an, als wisse sie genau, was sie will. Ich glaube das ist auch der Grund, weshalb sie sich auch schon 4 Monate nach der ersten Schwangerschaft eingenistet hat. Ihre Energie war eine ganz andere. Auch klar und präsent, aber irgendwie war sie auch so locker flockig. Und einfach sie. Ich spürte so eine Klarheit, so eine Unkompliziertheit und so etwas rebellisches, das sie an sich hatte. Und genau so ist meine Tochter. Mit ganz eigenem Kopf. Am liebsten singt sie laut durchs Wohnzimmer: „ich Pippi Langstrumpf, lalalielalala lala hopsasa…“  Ein Rebell also. Aber auf eine ganz liebenswürdige, charmante Art und Weise.

Und Wundertüte Nummer drei? Wenn ich jetzt schreiben würde, dass ich genau weiss, wie Wundertüte Nummer drei sein wird, dann würde ich lügen. Denn viele kleine Hinweise darauf, wie die Wundertüten so sind, werden einem erst dann bestätigt, wenn sie auf der Welt sind, und wenn wir sie so richtig erleben dürfen. Aber eins kann ich sagen: sie lässt mich ruhiger werden. Seit zwei Wochen habe ich immer wieder mit Schmerzen in meiner Hüfte zu kämpfen, die mich gezwungen haben kürzer zu treten, Termine abzusagen. Ich bin schlecht im Nein sagen. Gaaaaaanz schlecht. Genau diese Erfahrung lässt mich jetzt Wundertüte 3 machen. Vielleicht geht es auch darum, zur Ruhe zu kommen. Ich spür da so einen ruhenden Pol in meinem Bauch, auch erdig, aber ganz bei sich und ruhig. Vielleicht ist genau das aber auch ein Wunschdenken, weil ich mir noch nicht vorstellen kann, wie mein Leben mit zwei rebellischen Pippis im Wohnzimmer aussehen wird. Speziell wird sie sicher wieder sein, diese Wundertüte, denn jetzt schon lässt sie meine Frauenärztin jeden Vorsorgeuntersuch zweimal machen, weil sie entweder schläft oder falsch liegt (ich glaube meine Gynäkologin hat auch nichts dagegen, dass wir nur die drei grossen Screenings machen liessen). Und meine Hebamme und ich machen jeden Vorsorgeuntersuch zwei- bis dreimal ab, weil immer irgend etwas dazwischen kommt… Was das wohl bedeuten mag? Keine Ahnung, spätestens dann, wenn die Zündschnur brennt und die Bombe geplatzt ist werden wir es wohl wissen, oder ein bisschen später.

Ich jedenfalls bin gespannt. Und freue mich. Auf eine Wundertüte mehr, die unsere Familie wieder ein Stückchen wachsen lässt, die noch mehr Farbe und Energie in diesen bunten Topf von rebellischen, erdigen, strukturierten und chaotischen Freaks wie wir sie sind, bringt. Wenn das mal kein spannendes kreatives Süppchen wird…  😉

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