Während meinen Schwangerschaften entwickelt sich immer wieder dasselbe Hobby: ich schaue liebend gerne Geburtsvideos. Nicht solche a la Hollywood, wo die Frauen schreien, umgeben sind von tausend Ärzten und das Baby irgendwie hinaus gewürgt wird.

Nein, ich schau schöne Videos. Ja das gibts meine Lieben da draussen! Es gibt wunder wunderschöne Geburtsvideos auf Youtube oder Vimeo zu bestaunen. Ich find es einfach faszinierend, diese Frauen zu sehen, wie sie wortwörtlich auf ihrer Welle reiten.

Es ist schon fast zu einem kleinen Ritual geworden. Ich mach es mir gemütlich auf dem Sofa oder dem Bett, und schau mir auf dem iPad ein paar inspirierende Filme an. Als das erste Mal meine beiden Kinder (zwei und drei Jahre) zu mir gestossen sind und mitschauen wollten, da hat mich erst mal ein gewaltiger Glaubenssatz überrollt: bua, das ist doch viel zu heftig für die! Da gibt es Blut und verschmierte Babys, Frauen, die Geburtsarbeit leisten, (obwohl die Videos wirklich schön sind!)

Plötzlich hab ich gemerkt: Hallo Glaubenssatz!?! Was machst du den da? Sind meine Kinder nicht genau auch so auf die Welt gekommen? Ist es nicht das natürlichste auf der Welt? Sollen sie nicht auch einen ganz normalen Umgang mit Geburt und Schwangersein haben? Weshalb um alles in der Welt soll ich ihnen diese schönen Bilder vor enthalten? Weil man das so macht? Weil unsere Gesellschaft das so tabuisiert? Ist nicht genau DAS unser Problem, dass wir die schönen Geburtsbilder nicht in unsere Köpfe lassen? Das wir als Kinder, wenn wir dann das erste Mal eine Geburt von aussen sehen, eine in irgendeinem billigen Film sehen, wo wie schon gesagt eine halbtote Frau ein sauberes Baby aus sich heraus krampft und schreit? Nein, DAS will ich meinen Kindern nicht antun. Sie sollen auch so wie ich positive Bilder sehen.

Und so kam es, dass ich mich nicht gegen ihre Anwesenheit gewehrt hab. Der grosse ist sogar schon ein Geburtsprofi. Er weiss genau, welches Video er anschauen möchte. Und kaum ist das Baby auf der Welt, da macht er sich auf die Suche nach der Nabelschnur. Er hat auch schon verlauten lassen, dass er bei unserem Baby dann auch die Nabelschnur durchtrennen wird. Und dass er auch dabei sein wird bei der Geburt.

Ich hab noch nie von meinen Kindern gehört, dass die Videos scheusslich sind, oder dass da Blut ist, nein, für sie ist es das Natürlichste auf der Welt. Sie schauen die Bilder mit so einer schönen, inspirierenden Selbstverständlichkeit an, da wird mir gleich warm ums Herz! Sie sind wohl noch nicht mit den Glaubenssätzen unserer Gesellschaft infiziert, gehen Vorurteilsfrei an die Sache heran. Wäre nicht genau das der Schlüssel? Sitzen nicht deshalb die Ängste vieler Schwangeren so tief? Weil sich diese Glaubenssätze so tief in unser Hirn eingebrannt haben? Was würde passieren, wenn wir mit den Augen eines Kindes, ganz wertfrei diese schönen Geburtserlebnisse betrachten würden? Wenn genau diese Bilder unsere ersten wären, die wir sehen würden? Ein schöner Gedanke, nicht? Vielleicht würden wir dann zu uns sagen:

  • genau DAS will ich auch
  • woooow, SO funktioniert also Geburt!
  • für diesen Moment ist also der weibliche Körper geschaffen, toll!
  • Geburt ist also das zur Ruhe kommen, bei sich sein, sich frei machen, los lassen, Leben schenken. Sich neu gebären. Wunderschön!
  • etc.

Eigentlich hätte ich anfangs erwartet, dass ihr Interesse diesen Filmen gegenüber schnell abflacht, sie sind ja doch nicht soooo interessant wie Pippi Langstrumpf oder Heidi, aber oft kommen sie auch von alleine und fragen mich, ob wir zusammen Videos schauen, wie die Babies auf die Welt kommen. Dann kuscheln wir uns zu dritt ins Bett und lassen uns von diesen tollen Mamas inspirieren…

Ich hab für euch ein paar Links zusammen gestellt mit unseren liebsten Videos, vielleicht hat die eine oder andere ja Lust, mal ein paar anzuschauen, mit den Augen eines Kindes, selbstverständlich, hihi

Das ist mein absolutes Lieblingsvideo, fragt mich nicht warum, ich glaube, weil ich die beiden einfach nur süss find!

 

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