Gestern feierten wir Hochzeit, nicht unsere eigene, sondern die vom Bruder meines Mannes. Automatisch fühlte ich mich an die Zeit zurück versetzt, als wir uns das JaWort gaben. Unser Sohn behauptet immer wieder steif und fest, dass er an unserer Hochzeit mit dabei war. Er wird ende diesen Jahres vier, geheiratet haben wir vor acht Jahren.

Mein Mann und ich haben uns in einem Schloss getraut, ganz in der Nähe von unserem Wohnort. Heute gehen wir oft mit unseren Kindern dort hin, sie lieben den Spielplatz und mein Sohn sucht immer voller Enthusiasmus das Schlossgespenst Hui Bu. Als ich unserem Grossen das erste Mal erzählte, dass wir an diesem Ort geheiratet haben, hat er wie selbstverständlich geantwortet: „ja ich war auch dabei!“ Ich wollte ihm erklären, dass das nicht möglich sei, er entgegnete mir, dass er ganz sicher mit dabei war. Ich musste etwas schmunzeln und fragte ihn, welche Farbe denn mein Hochzeitskleid hatte. Er antwortete: „rot dänk!“ Hm. das war spannend. Es war rot. Wir haben bei uns zu Hause keine Hochzeitsfotos von rum stehen, also konnte er das nicht von irgendwo abgekupfert haben.

Kann es sein, dass unsere Kinder schon lange bevor sie geboren werden, bei uns sind? Von wo kommen wir und wohin gehen wir? Diese Frage hat mich schon immer beschäftigt. Ich konnte nicht glauben, dass da einfach nur schwarzes Nichts war, wenn man stirbt. Und sowieso. „Nichts“ muss ja auch irgendwie etwas sein.

Ich glaube an Seelen, Inkarnation und Leben vor- oder nach dem Tod. Ich glaube daran, dass da mehr ist. Wem es jetzt zu spirituell oder esotherisch wird muss nicht mehr weiter lesen!

Als mein Mann und ich ein klares Ja dazu gaben, Kinder zu haben, hab ich ganz bewusst diese Seele zu mir eingeladen. Ich war mir sicher, dass da irgendwo in irgend einer Form in einer anderen Ebene oder Dimension diese Seele, die zu uns kommen möchte, die sich einen Körper sucht herum schwebt und kommen wird. Wann? Keine Ahnung. In welcher Form? Weiss ich nicht.

Dieser Gedanke hat mich durch die Kinderwunschzeit getragen. Es ging relativ lange, bis ich zum ersten Mal schwanger wurde. Oder besser gesagt, für meine Begriffe ging es lange. Ganze acht Monate haben wir geübt. Schon komisch, da verhütet frau Jahre lang, und wenn man grünes Licht gibt für ein Kind, bereit ist, dann muss man noch so lange warten. Komische Sache. Das fand ich gar nicht witzig, da ich nicht zu den geduldigen Menschen gehörte. Ich musste lernen los zu lassen. Ich musste lernen, dass ich keinen Einfluss darauf nehmen konnte. Nur bedingt.

Ich wurde schwanger. Woooow, was für ein Gefühl! Endlich. Leider musste ich das Kind wieder ziehen lassen. Sein Herz hat in der 8.SSW nicht mehr geschlagen, gemerkt hat man das aber erst in der 14.SSW, im Ultraschall. Das war hart. Sehr hart. Denn mein Bauch ist in dieser Zeit gewachsen. Und es war für jeden sichtbar, dass ich schwanger war. Plazenta und Gebärmutter waren immernoch im Schwangerschaftsmodus, sie hatten die Grösse, die der 14.SSW entsprachen. Ich fing an zu zweifeln. An mir. Wie konnte es sein, dass ich nichts merkte? Gar nichts? Sechs Wochen lang hab ich mit einem toten Kind kommuniziert? Aber ich hab es doch so nah bei mir gespürt, war mir sicher, dass da jemand ist, und jetzt soll da nichts mehr sein? Ich war wütent. Auf mich. Und die Welt. Und dass ich nichts gemerkt hab. Wie kann man nur so doof sein.

Heute weiss ich, dass diese Erfahrung wichtig war für mich. Ohne sie hätte ich nicht wieder angefangen zu malen. Ich brauchte sie, um mir bewusst zu werden wer ich bin und was ich will. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht, der mein Leben veränderte. Und heute weiss ich, die Seele war immer da. Mein Kind war immer da. Nur der Bauplan, der hat irgendwann nicht mehr gestimmt. Es hat die Notbremse gezogen. Irgendetwas hat nicht gepasst. Ob das „nur“ der kleine Körper vom Baby war, oder ob ich noch nicht bereit war Mama zu werden, darüber kann man spekulieren.

So kam es, dass ich mich wieder im KinderwunschzeitModus fand. Ich war mir absolut sicher, dass genau dieses Kind, das mich verlassen hat wieder zu mir kommen würde. Das gab mir Kraft. Ich bat es um Zeichen, Zeichen dass es bei mir ist. Zu dieser Zeit fand ich viele Federn. Jaja, es kann sein, dass ich mich einfach auf Federn konzentrierte und sie mir aufgefallen sind, aber ich hab viele Federn gefunden. Und sie gesammelt. Bei jeder Feder wusste ich, dass dies ein Gruss vom Himmel war. Eine ganz spezielle Feder hat mir sogar mal ein Spatz gebracht. Er kam mit ihr im Schnabel geflogen und legte sie mir vor die Füsse. Zwei Wochen später hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich wusste, das war ein ganz besonderer Gruss vom Himmel.

Ich glaube daran, dass unsere Kinder uns aussuchen. Das sie auf irgend eine Weise bei uns sind. In welcher Form, das weiss ich nicht. Aber ich hab jedes meiner Kinder gespürt. Ich hab jedes zu uns eingeladen. Jedes hat sich im Bauch anders angefühlt. Ich fand es total schön, mich auf diese Schwingung einzulassen. Und es war mir egal, ob das möglich ist oder nicht mit dem Kind so zu kommunizieren. Es war mir egal, ob ein Embryo oder Fötus irgend etwas im Bauch der Mutter  mit bekommt oder nicht. Ich war bei meinen Kindern. Ich hab mit ihnen kommuniziert. Ich brauchte das. Ich wollte sie spüren, bei ihnen sein.

Jedes Mal, wenn ich Paare sehe, die sich das JaWort geben, die ihre Liebe feiern, hab ich das Gefühl, dass sie nicht alleine sind. Dass da noch eins zwei drei vier kleine Seelen zu schauen, sie begleiten und irgendwann vielleicht den Weg zu ihnen finden. Dann sitz ich da und geniesse. Und ganz im Geheimen für mich lade ich sie ein auf ihre Reise in diese Welt. 

 

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