Seit ein paar Tagen erinnere ich mich immer wieder an meine rebellischen Zeiten. Was das mit dem Jetzt zu tun hat, und wieso uns wahrscheinlich etwas mehr MamaRebellSein gut tun würde, über das schreibe ich heute.

Wenn ich so an meine Kindheit und vor allem Pubertät zurück denke, gehörte ich wohl schon so ziemlich zu der rebellischen Sorte. Ich fand das System, indem wir lebten ziemlich doof und wollte anders sein. Ich hab dagegen angekämpft und mir nicht nur Freunde damit gemacht. Meine Haare waren bunt, manchmal sehr kurz, ich trug verrückte Kleider. Ich hatte null Bock auf 08.15. Vor einigen Jahren habe ich einen Oberstufenlehrer von mir wieder getroffen und er hatte mit einem Lächeln in den Augen zu mir gesagt: „ah ja, Tanja, unser Rebell…!“ Ich war ziemlich verwundert über diese Aussage damals, weil ich mich gar nicht so rebellisch in Erinnerung hatte.

Ja ich gebe es zu, ich hab ein ziemlich grosses „Problem“ mit Autoritäten. Das hatte ich wohl schon immer. Ob es nun die Eltern, Freunde, Lehrer, der Partner oder die Chefs sind. Wenn man mit mir koorperiert und zusammen arbeitet, ist für mich die Welt immer in bester Ordnung, dann kann ich unglaubliches leisten, kann alles geben. Sobald ich jedoch das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden, oder die andere Seite ihre Position gegen mich ausspielt, werde ich rebellisch. Seeeeehr rebellisch. Dann habe ich keinen Bock mehr. Das weckt die Kämpferin in mir und ich kann dann schon mal ziemlich unangenehm werden. Früher kam das oft vor, dass ich in den KampfModus umgeschaltet hab.

Irgendann ist mir das kämpfen zu anstrengend geworden. Die Rebellin in mir ist (fast) verschwunden, oder ist einfach nur eingeschlummert. Ich hab keine Lust mehr zu kämpfen, das ist auch gut so, denn kämpfen braucht sehr viel Energie. Ich habe erkannt, dass jeder Mensch in seiner eigenen Welt lebt und meine Wahrheit muss nicht deine sein. Wie sagt man so schön in der Transaktionsanalyse: Du bist ok, ich bin ok. Also habe ich angefangen, mich auf meine Welt zu konzentrieren und den anderen ihre Realität gelassen.

Und dennoch wünsch ich mir manchmal diese kämpferische, selbstbewusste Tanja zurück, die Tanja, die ein bisschen quer denkt. Manchmal, ja manchmal da wird sie wieder aufgeweckt. Dann wenn ich auf Menschen treffe, die mir sagen wollen, was ich zu tun und zu lassen habe, dann wenn ich mich durch ElternRatgeber bedroht fühle, weil ich sehe, wie heute ein Kind zu funktionieren und normal zu sein hat. Darauf hab ich keinen Bock. Dann, ja dann merke ich dieses Kribbeln in meiner Bauchgegend. Ich atme dann ganz tief ein und aus und denke mir: du bist ok, ich bin ok… 😉

Pippi Langstrumpf hat den Stein wieder ins Rollen gebracht! Wer kennt das nicht, mit den Kindern kommen auch wieder die alten Kinderfilme zurück ins Wohnzimmer. In unserem Fall war das die Pippi Langstrumpf. Mir wurde bewusst, welchen hohen Stellenwert diese Pippi für mich hatte. Diese liebenswerte Rebellin hat es mir angetan, und sie hat mich wieder inspiriert, etwas verrückter durch die Welt zu gehen. Ich muss lachen, wenn meine zweijährige Tochter durch das Wohnzimmer tanzt und „iiiiiiich bin Pippi Langstrumpf“ singt. Und ja, sie ist ein Rebell. Jedes meiner Kinder ist ein Rebell. Sie haben ihren ganz eigenen Kopf.

Wenn etwas nicht in ihre Welt passt, widersetzen sie sich. Das kann seeeehr sehr anstrengend sein. Meine Kinder sind laut, wild, kreativ. Sie scheissen manchmal ziemlich auf meine Meinung. Das bringt mich an meine Grenzen. Und ja, ich weiss in dieser Welt gibt es Regeln, die beachtet werden müssen. Aber ich habe keine Lust dazu, meine Kinder nach meiner Welt zu formen. Ich habe keine Lust, diese Menschen zu verbiegen, nur damit sie in meine Glaubenssätze rein wachsen. Ich sehe in ihren Augen dieses Leuchten, ich sehe diesen Hunger nach Leben, ich sehe und spüre ihre Bestimmung. Es ist nicht meine. Es sind ihre Träume, und die sollen sie leben. Ich will meine Kinder nicht verbiegen, ich will sie nicht (v)erziehen, ich möchte ihnen eine Begleiterin sein. Sie lernen von mir, ich lerne von ihnen. Ich möchte ihre Welt kennen lernen, ihre Wahrheit spüren. Ich möchte wissen, was für Menschen meine Kinder sind.

Ich kann meine Kinder nur kennen lernen, indem ich sie so sein lasse, wie sie sind, indem ich sie lehre, ihre Wahrheit zu leben. Ungefiltert. Ich bin gespannt auf ihre Welt. Und ich bin mir sicher, ich darf noch ganz viel von ihnen lernen.

Sie sollen nicht in meine Welt passen, sondern in ihre. Für mich gibt es Grundregeln, klar. Einige davon sind Respekt, Freundlichkeit, Weltoffenheit, Ehrlichkeit. Meine Kinder sagen „Danke“, wenn sie etwas erhalten, sie sagen „Grüezi“ oder „Hoi“ wenn sie einem anderen Menschen begegnen. Ich versuche ihnen bei zu bringen, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können. Das kann bei einem Drei- und einer Zweijährigen ziemlich anstrengend sein. Aber sie sollen ihre Gefühle fühlen, lernen, was Wut, Trauer, Freude, Angst und Neid ist. Sie sollen ihre Gefühle nicht unter den Teppich kehren, das machen viel zu viele von uns schon viel zu oft. Auch wenn das für mich bedeutet, einen kleinen Rebellen neben mir stehen zu haben. Aber auch ich habe meine Grenzen, die meine Kinder spüren und akzeptieren sollen.

Wenn Rebellen auf Rebellen treffen. Dann kann es schon mal schwierig werden. Dann treffen zwei Welten aufeinander. Oder drei, oder vier oder fünf Welten. Wir sind fünf Rebellen bei uns zu Haus, da kann es schon mal vorkommen, dass es ziemlich wild und laut zu und her geht. Dann, wenn irgendwie keine Welt mit der anderen zusammen passt. Dann, wenn die Rebellen beginnen in den Kampfmodus umzusteigen. Dann versuche ich Frieden zu stiften, ich versuche klar zu machen, dass uns kämpfen nicht weiter bringt. Ich versuche, die Grenzen von jedem zu wahren. Das ist sehr schwierig. Das macht mich manchmal verrückt. Es macht mich am verrücktesten, wenn wir ChefRebellen (mein Mann und ich) nich einer Meinung sind. Ich merke dann oft, wie ich meinen Rebell dem Frieden zuliebe zurück nehme. Oder mein Mann nimmt sich zurück. Und dann fühlt es sich so an, als würden wir ein Stück von unserer Welt aufgeben.

Vielleicht habe ich mich in letzter Zeit zu sehr zurück genommen, wer weiss, denn ich habe manchmals das Gefühl, dass ich mich zu oft dem Frieden zuliebe anpasse. Ich spüre diese Sehnsucht nach der Rebellin in mir.

Ich spüre meine Wünsche und Träume. Ich spüre, wie gerne ich Mamas begleiten möchte. Und genau meine Rebellin steht mir dabei manchmal im Weg. Weil ich keine Lust dazu hab, den Frauen da draussen zu erklären, was sie zu tun und zu lassen haben. Ich habe keine Lust dazu, zu erklären wie die (meine) Welt funktioniert. Weil ich weiss, dass ich das auch nicht mag, wenn mir jemand sagt, wie der (sein) Hase läuft. ICH mach dann zu. Mich erreicht man dann nicht mehr.

Ich möchte gerne die MamaRebellin in euch wecken, ich möcht euch zeigen, dass ihr euren Weg gehen dürft. Den Weg des Herzens, den Weg, der vom Bauchgefühl begleitet wird. So ist HerzBauchWerk© entstanden. HerzBauchWerk ist nicht ein Konzept, ist kein Erfolgsrezept. Ich bezeichne damit etwas, das jede von uns in sich trägt. Es ist dein Raum, den du für dich wahrst liebe MamaRebellin. Es ist der Raum, der deine Augen zum leuchten bringen.

Wenn wir in unseren HerzBauchWerken sind, wenn sie widerstandslos in den Flow kommen dürfen, dann sind wir authentisch. Authentisch für unsere Umwelt, unsere Kinder. Wir sind im Vertrauen und präsent. Wir spüren, was stimmig für uns ist. Wir können unsere Wahrheit erkennen und leben. Dann sind wir die selbstbewussten MamaRebellen. Dann tut sich dieses unsichtbare Schutzschild auf, sind wir unverwundbar, verbunden mit unserer Essenz. Das spüren unsere Kinder, das spürt unsere Umwelt. Dann dürfen unsere Gegenüber erfahren, dass auch sie im Vertrauen sein dürfen, dass auch sie ok sind, so wie sie sind.

Wir gehen dann vom Kampfmodus weg in den Vertrauensmodus. Und merken, dass RebellSein gar nichts mit Kampf zu tun haben muss. Eine gute MamaRebellin ist wohl einfach wie sie ist und hat es nicht nötig zu kämpfen, denn ihr HerzBauchWerk zeigt ihr den Weg des friedvollen Rebellen.

 

 

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