Die liebe Katharina ruft zur Blogparade auf, es geht um das Thema zweites Kind… Naja, ich bin ja schon beim Dritten gelandet, möchte aber die Parade nutzen, um eine kleine Hommage an mein SandwichKind zu schreiben.

A Star is born…

Meine beiden ältesten Kinder haben einen Altersunterschied von 13,5 Monaten. Wer sich jetzt mit Schwangerschaften gut auskennt und nicht schlecht in Mathe ist, der vermutet, dass ich nach der Geburt von meinem Sohn ziemlich schnell wieder schwanger wurde. Richtig gerechnet.

Nach meiner Geburt als Mama ende Dezember 2012 war ich im Höhenflug. Im MamaFlash. Ich hätte mir nie erträumt, dass ich MamaSein so geil (sorry für den Ausdruck) finden würde. Mein Mann und ich hatten uns ganz vorsichtig ans KinderKriegen und -Haben heran getastet, wir wollten einfach mal eins. Als wir dann in dieser Mama- PapaWelt angekommen sind war für uns klar, wir wollen noch eins! Und wir hatten beide keinen Bock auf warten. Wir liessen es drauf an kommen. Weil ich wusste (dachte ich) dass ich nicht schnell schwanger werde.

Hm, naja, wie soll ich sagen, ich bin mir ja sicher, dass man schon so einiges vom Charakter vom Kind ablesen kann aus der Art und Weise wie sie empfangen werden, wie Frauen ihre Schwangerschaft und die Geburt erleben. Mein Sohn war vier Monate alt, als ich zum zweiten Mal schwanger wurde. Päääääm, das hat eingeschlagen wie eine Bombe! Und so ist meine grosse Tochter auch, sie schlägt heute noch ein wie eine Bombe. Aber eine ganz tolle, gutmütige, fröhlich lachende Bombe!

Ich fands toll schon wieder schwanger zu sein, mein Umfeld eher weniger. Ich hab gerade wieder teilzeit zu arbeiten angefangen und nun bin ich schon wieder schwanger. Die Grosseltern haben gerade mal ihren ersten Enkel kennen gelernt da kommt schon der/ die zweite hinter her geschossen.

Ich wurde nur so mit Glaubenssätzen bombardiert:

„Wie wirst du das machen?“

„Wird das nicht alles zuviel für dich?“

„Das ist ja wie wenn du Zwillinge hättest!“

„Mein Gott, dein Körper hat sich ja noch nicht mal von der ersten Schwangerschaft erholt!“

Diese Sätze prasselten alle an mir ab. Weil ich wusste, dass alles gut kommt. Weil ich weiss, Kinder kommen dann, wenn für sie das Timing stimmt und nicht wenns uns passt. Und weil es ein so ein grosses Geschenk ist, ein Kind in diese Welt einzuladen, es unter dem Herzen tragen zu dürfen, es in sein Leben begleiten zu dürfen. Doch eine Frage gab es, die hat mich getroffen, immer wieder. Die fand ich einfach nur unangemessen und unangebracht. Ich hätte jedem, der sie gestellt hat am liebsten mit 5 Meter Klebeband den Mund zugeklebt. Mein Absoluter HassKommentar war:

„War es ein Unfall? Habt ihr das so gewollt?“

Oooooh sorry meine Lieben dass unsere Familienplanung die ZweiJahresAltersAbstandsRegel nicht eingehalten hat, beim nächsten Mal werden wir sie einhalten, mit der Konsequenz, dass wir uns nicht mehr an die ZweiKindRegel halten werden… Ich wusste ja schon immer, dass es verbohrte Menschen gibt, seit ich Mutter bin wurde mir diese Tatsache noch bewusster. Oft musste ich auch den Kommentar hören: hoffentlich wird es ein Mädchen, dann habt ihr beides. Ich erkannte plötzlich die IdealFamilie, die in den meisten Köpfen rum spukte: zwei Kinder, Mädchen und Junge, Altersabstand zwischen zwei und drei Jahren. Ich hatte keinen Bock auf SpiesserFamilie.

Holy shit, it’s a girl…! Ja damals in der Schwangerschaft hätte ich mit einem zweiten Jungen sehr gut leben können, ich fand, ich war eine gute JungenMama. Ganz ehrlich gesagt,  hatte ich einen Mordsrespekt vor einem Mädchen. Keine Ahnung wieso, vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind oft lieber ein Junge gewesen wär, weil mir Mädchen so schwach vor kamen. Unser Umfeld zumindest war sehr zufrieden mit uns, weil wir uns wenigstens in einem Punkt an die SpiesserFamilienRegel gehalten haben und ein Mädchen zu uns stossen würde.

Ich verbrachte eine wunderschöne Schwangerschaft, ohne Komplikationen, mit einem Baby. Die Geburt meiner Tochter war wunderbar und genau so wie sie ist: schnell, laut, kraftvoll, nach dem Motto: hier bin ich!

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So ist sie immer noch, meine Tochter hat ihren ganz eigenen Kopf! Sie singt und tantzt durch die Wohnung und lässt sich nix sagen. Sie hat ein starkes Selbstvertrauen, was ich super find und manchmal auch sehr anstrengend sein kann. Sie ist fast gleich gross wie ihr grosser Bruder und geht im ExpressTempo durch die Welt: mit 10 Monaten machte sie ihre ersten Schritte. Oft werde ich gefragt, ob die zwei grossen Zwillinge sind. Nein, meine Tochter ist ein Jahr jünger, ich muss mir das auch immer wieder vor Augen halten, denn unbewusst vergisst man gerne den Altersunterschied und behandelt sie gleich wie den grossen Bruder. Dann kann es sein, dass ihr alles ein bisschen zu viel wird. Dann wird sie laut und zickig. Seeeehr zickig.

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Von der kleinen Prinzessin zum SandwichKind. Als ich zum dritten Mal schwanger wurde, hörte ich zum ersten Mal von dem Ausdruck SandwichKind. Anscheinend ist es so, dass in einer DreierKonstellation von Geschwistern das Mittlere am meisten unter geht, am meisten zu leiden hat, weder Fisch noch Vogel ist.

Ganz ehrlich? Ich mach mir da keine grossen Gedanken über solche Glaubenssätze. Fakt ist, dass wir jetzt drei Kinder haben und wir versuchen, jedem gerecht zu werden. Ich bin für jedes einzelne Kind genau gleich da, ich liebe keins mehr als das andere. Und das spüren und wissen sie auch. In unserer Familie wird niemand übersehen, jedes Mitglied hat seinen Platz. Jeder darf so sein wie er oder sie ist, mit und ohne Macken. Das gehört zum Familienleben.

Fakt ist: Für meinen Sohn war die Umstellung etwas einfacher, er war ja schon immer GrosserBruder. Nova wurde zur Grossen- und KleinenSchwester und musste sich wohl am meisten an die neue Rolle gewöhnen. Beide lieben sie das Baby, das jetzt schon unser Nesthäkchen ist, obwohl der Altersunterschied mit drei und zwei Jahren und ein paar zerquetschten Monaten nicht gross ist.

Mein Sohn Nael ist der Vorsichtige, sensible. Ihm kann schnell alles zu viel werden, an neue Situationen muss er sich schrittchenweise anpassen können. Da kann es mal sein, dass er die kleine Schwester vor schickt, um die Lage abzuchecken. Er trennt sich nicht gerne von mir, das zeigt er mir jedes Mal, wenn er in die Waldspielgruppe geht. Wenn er dort ist, dann ist es ok für ihn, aber das ganze Jahr durch gab es fast kein einziges Mal, indem er nicht unter Protest in den Wald ging. (Obwohl er es toll findet.)

Nova kann sehr gut ohne mich sein. Zu gut. Sie gehört nicht zu der Sorte Kind, das bei einer ungewohnten Umgebung am Rockzipfel von Mama hängt. Nein, da kommt es schon mal vor, dass sie spurlos verschwunden ist. Letztens ist sie mir im Freibad davon gelaufen. Ich hab die kontrollierte Situation ausgenutzt, es hat mich wunder genommen, wie lange es dauert, bis sie mich heulend sucht. Insgeheim hab ich gehofft, dass ihr diese Erfahrung „einfahren“ würde und sie mir nicht mehr davon läuft. Ich musste merken, dass meine Tochter nicht so schnell was aus den Socken haut, auch wenn die Mama nicht da ist. In einer bemerkenswerten Gemütlichkeit mit einer Portion Coolness tapte sie durch die Badi und rief lauthals „Maaaami, Mama…“ von Verunsicherung war keine Spur. Bei der Eiscremetafel machte sie eine kleine Pause mit MamaSuchen um die Eissorten zu studieren, um sich nachher wieder gelassen auf die Suche nach mir zu machen. So schnell haut sie nichts aus den Socken. Ich bin wirklich manchmal schwer beeindruckt über ihr Vertrauen in sich und die Welt. Ihre Präsenz und Bodenständigkeit beeindrucken mich. Und können mich auch oft an meine Grenzen bringen. Dann, wenn unsere Vorstellungen auseinander gehen. Dann kann sie schon mal sehr laut und rebellisch werden. Kein Wunder, schaut sie am liebsten Pippi Langstrumpf, ihr grosses Vorbild. Manchmal, wenn ich meine Tochter so anschau denk ich mir, dass die Pippi mit zwei Jahren wohl genau so gewesen sein muss…

 

Was ich mir für dich wünsche, liebe Nova:

Ich wünsche mir, dass du dein Lachen und deinen Witz nie verlierst! Wenn du mich mit deinen grossen Augen anschaust und mir Morgens in der Früh sagst, dass du heute ganz viel Unfung machen wirst, dann hoffe ich insgeheim, dass du das in zehn oder zwanzig Jahren auch noch tust. Ich liebe den Rebell in dir, auch wenn es mein Leben als deine Mama nicht gerade einfacher macht, hihi.

Ich wünsche mir, dass du so bodenständig und mutig bleibst wie du jetzt bist. Du machst dir keine Gedanken darüber, ob nun dieser Junge, der gerade deinen grossen Bruder ärgert stärker ist als du, nein, du gehst dazwischen, hebst deinen Finger und sagst lauthals: „Nicht Nael schlagen!“ Mit einer so grossen Bestimmtheit, dass sich dein Gegenüber kommentarlos verzieht. Mit deinen zwei Jahren stehst du schon für andere ein. Das beeindruckt mich sehr.

Ich wünsche mir, dass du so unkompliziert bleibst wie du bist. Und immer auf dein Gefühl vertraust. Denn du weisst ganz genau, was du willst, du kannst mit Nachdruck auf deine Rechte beharren.

Ich wünsche mir, dass du so selbständig bleibst wie du bist. Dein Urvertrauen haut mich manchmal um. Du kommst in manchen Situationen sehr gut ohne mich klar. Dann lass ich dich die Welt entdecken, aber vergiss nicht, ich bin immer hinter dir. Immer. Wenn du also etwas Hilfe brauchst, dann kannst du dich auf mich verlassen.

Ich wünsche mir, dass du deinen Dickschädel nie verlierst! Du kannst einen ganzen Tag damit verbringen, Laufrad fahren zu lernen. Du gibst erst dann auf, wenn du es kannst, vorher wirst du einige Male sauer auf dich, verlierst immer wieder das Gleichgewicht. Aber du gibst nicht auf. Erst dann, wenn du es kannst. Dann schläfst du erschöpft mitten auf dem Rasen ein.

Ich liebe dich mein hell leuchtender Stern, danke, dass du uns gefunden hast und mir zeigst, wie stark man als Mädchen sein kann! Schön, bist du unser SandwichKind!

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