Mama zu werden hat für mich ein bisschen etwas unberechenbares. Irgendwie und irgendwann landet man in einer ganz neuen Realität. Ob frau die so gewollt hatte oder nicht, lässt sich manchmal nur ganz schwer beurteilen. Klar, man macht pläne, organisiert, stellt sich vor wie dann alles sein wird mit Kind, aber anfühlen tut sich alles irgendwie dann anders, wenns soweit ist. Manchmal hab ich das Gefühl, ich sei wie diese Alice durch einen KaninchenBau gefallen und im MamaWunderLand gelandet.

KinderWunschZeit oder: wo v*****ixt ist bloss dieser KaninchenBau???

Vor etwa fünf Jahren bin ich das erste Mal diesem weissen Kaninchen begegnet, dass mich daran erinnert hat, dass meine Zeit abläuft. Ganz nervös ist es vor mir hin und her gehoppelt und hat dauernd etwas von „keine Zeit, keine Zeit“ gemurmelt.

Es hat nach seinem Bau gesucht, es wollte irgendwie wieder zurück nach Hause kommen und mich mitnehmen. Total orientierungslos haben wir zusammen diesen Bau gesucht und je länger ich mich mit dem weissen Kaninchen abgab und es mir erklärte, dass wir bald keine Zeit mehr hätten, desto nervöser wurde ich.

Nichts passte damals zusammen. Da war dieser Hase aus einer anderen Welt, der mir erzählte, wie es in seiner Heimat so aussah, und was man dort so tut. Und der unbedingt wieder dort hin zurück wollte. Und da war ich, in meiner Welt, die mir so gefiel wie sie war. Aber dieses komische HoppelTier hat mich angefixt, ich wollte heraus finden, was mir am Ende dieses Tunnels begegnen würde. Und so wurde ich immer neugieriger, und sehnte mich nach diesem unbekannten Land, von dem mir einige Freundinnen erzählten. Ja ich kannte einige Leute, die sich schon auf die Reise zu diesem unbekannten Land machten. Sie erzählten mir von ganz spannenden Wesen die sie dort angetroffen haben. Sie warnten mich aber auch vor und sagten mir, dass es kein Zurück mehr gibt, wenn man in diesem Land angekommen ist.

Das Witzige an dieser spannenden Reise ist, dass man sie alleine beginnt und am Ende des Tunnels kommt dann jemand dazu. DEIN BABY.

Meine Schwangerschaft oder: die Reise durch den Tunnel.

Irgendwann mal, ich weiss noch, es war ein FrühlingsTag da haben wir den Einstieg in den KaninchenBau gefunden. Endlich! 

Als ich zum ersten Mal in diesen dunkeln, langen Tunnel schaute wurde mir ziemlich übel. Er war wirklich richtig richtig lang. Die Reise bis ins MamaWunderLand würde neun Monate lang dauern meinte das Kaninchen und hoppelte fröhlich vor. Ich lief ihm hinterher, denn ich wollte es nicht verlieren, zu gross war meine Neugier, was am Ende dieses Tunnels wohl auf mich wartete.

Der KaninchenBau war sehr unberechenbar. Manchmal konnte ich darin stehen, normal vorwärts gehen, manchmal wurde er so eng, dass ich kriechen musste. Oder es ging so steil nach unten, dass ich flog. Ich flog durch Raum und Zeit, traf während meiner Reise eine ganz nette Hebamme, die immer wieder auftauchte und mich auffing, wenn ich das Gefühl hatte, ich komm nicht vorwärts oder nicht wusste wo der Weg lang führt.

Meine Geburt oder: durch welche Tür will ich passen?

Am Ende meiner Reise haben wir diese grosse Halle erreicht und plötzlich sah ich das Kaninchen wieder, wie es ganz leicht durch eine Tür hoppelte mit der Aufschrift „deine WunschGeburt“. Ich wollte hinterher aber passte nicht durch die Tür. Irgendwie war ich zu gross. Da gab es noch ganz viele andere Türen. Solche mit der Aufschrift PDA oder Kaiserschnitt, Hausgeburt oder Krankenhausgeburt. Ich wollte aber die WunschGeburt Tür. Dafür brauchte ich einen Schlüssel, der in dieser grossen Halle an einem goldenen Haken über der Tür hing. Nur wie komm ich an diesen Schlüssel?

Ich überlegte lange. Und lange Zeit schien mir dieser Schlüssel unerreichbar weit weg zu sein. Bis ich anfing mir vorzustellen, dass ich ihn schon in der Hand hätte. Ich fing an, mir auszumalen, wie denn meine WunschGeburt aussehen soll, wie ich sie erleben möchte. Und ich liess ganz vieles offen. Ich visualisierte, entspannte, liess los.

Und plötzlich, wie von Zauberhand machte sich der Schlüssel auf den Weg zu mir. Ich steckte ihn in das Schloss und die Tür ging langsam aber zügig auf. Die Spannung war unerträglich. Ich platzte fast vor Neugier, eine riesige Kraft strömte durch meinen Körper. Eine Kraft, wie sie noch nie da gewesen war.

Im MamaWunderLand: von Babies, Königinnen, die einem den Kopf abhacken, verrückten Hutmachern, einer Raupe die zu viel pafft und mir mitten drin.

Es machte bäm und ich landete in diesem unbekannten, verrückten Land, dass sich MamaWunderLand nannte. Und das beste daran: ich war nicht mehr allein, da war dieses wunderschöne, perfekte Baby. Wenn ich ihm in die Augen sah, dann spürte ich ganz viel Weisheit, Vertrauen und Liebe. Und ich wusste, dass mich dieses Kind jetzt auf meiner Reise durch dieses Land leiten und begleiten wird. 

Ja genau Reise. Die geht nämlich weiter. Es ist ein grosser Trugschluss zu glauben, dass man nach der Expedition KaninchenBau irgendwo angkommen würde und sich ausruhen könnte. Eigentlich geht erst gerade DANN das grosse Abenteuer los!

Wir mussten uns zuerst mal in diesem neuen, unbekannten Land zurecht und den richtigen Weg finden. Und das war gar nicht sooo einfach, denn es hatte unzählige Wege. Und jeder schien der richtige zu sein. Eine Zeit lang waren wir ziemlich verwirrt. Dann gab es da noch diese komische HerzKönigin, die uns immer wieder sagen wollte, was richtig und was falsch ist, und die uns mit dem Abhacken von unserem Kopf drohte, wenn wir nicht auf ihrem vorgepflasterten Weg gehen würden. Nun ja, ihr Weg war nicht unser Weg und er hat uns nicht gefallen. Wir haben gelernt sie nicht so ernst zu nehmen. Denn den Kopf hat sie uns nie abgehackt. Und mittlerweile weiss sie, dass wir auf ihre Ratschläge sehr gut verzichten können und lieber unsere eigenen Wege gehen.

Bald trafen wir wieder auf das nervöse Kaninchen und so suchten wir eilig einen neuen Bau, der uns ins nächste MamaWunderLand katapultierte. Und danach fanden wir noch einen Bau. Ich reiste also immer tiefer und tiefer. Und jeder Bau endete in dieser grossen Halle mit den verschiedenen Türen die ich wählen durfte. Und nach jeder Tür kam noch ein Baby dazu. Nach jeder Tür schien mir dieses MamaWunderLand verrückter und verrückter zu werden. Aber irgendwie fühlte ich mich wohl in dieser verrückten Welt, denn ich konnte tun und lassen was uns gefällt.

So bin ich bis hier her gekommen, mich begleiten mittlerweile drei Kinder in diesem chaotischen, lustigen Land. Verlaufen haben wir uns zum Glück noch nie, aber ich gebe zu, es ist nicht immer einfach auf unserem Pfad zu bleiben. Ich hab aber drei gute Wegbegleiter, die mich am WäscheBergeHügel vorbei, durch den StoffwindelUrwald entlang dem StillMilchFluss bis zur Party vom verrückten Hutmacher lotsen.

Und so erleben wir ganz viele spannende Abenteuer zusammen. Es wird uns nie langweilig. Und wenn ein Weg für uns nicht mehr passt, dann suchen wir einen neuen, erkunden neue Welten in unserem Land. Es ist ein spannendes Land, und ich verstehe, wenn es manchen Mamas ein bisschen angst macht. Das macht es mir manchmal auch.

Ich habe gelernt, mich in diesem Land mit seinen vielen unbekannten Variabeln wohl zu fühlen. So ist meine verrückte MamaWelt entstanden in der ich mich bewege, in der ich mich neu erfunden hab, an der ich freude und spass habe. Mit meinen Kindern als meine Wegbegleiter. So ziehen wir durch dieses Land und erforschen es neugierig zusammen. 

Vor einigen Begegnungen haben wir noch ziemlichen Respekt. Da ist noch diese GrinseKatze, die wir nicht wirklich einordnen können ob sie es mit und gut oder schlecht meint, die paffende Raupe mit ihren komischen Rätseln verstehen wir noch nicht ganz  und der PubertätsDrache muss auch ziemlich fies sein hab ich gehört. Aber der ist noch relativ weit weg entfernt von uns.

Mitten in diesem MamaWunderLand hab ich angefangen mein HerzBauchWerk zu bauen. Ein kleines Werk das Kompasse herstellt. Ganz spezielle Kompasse, sie stimmen sich auf das Herz und den Bauch des jeweiligen Besitzers ab und zeigen ihm seinen Weg. Ein Kompass, der den Weg zum nächsten KaninchenBau zeigt, ein Kompass, der helfen kann durch die passende GeburtsTür zu gehen, der einem zeigt, wo sein ganz eigenes MamaWunderLand liegt.  Ein Kompass der hilft mit beiden Füssen fest verwurzelt darin zu stehen. Und es geniessen zu können.

 

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