Die liebe Frida von 2kindchaos fragt in ihrer BlogParade in die ElternBloggerRunde, wie ich mich mit Kind verändert hab. Die Frage hat mich seit ein paar Tagen nicht mehr los gelassen und so juckt es mich in den Fingern, meine drei grössten Metamorphosen nieder zu schreiben.

Metamorphose Nummer eins: den HerzensWeg entdecken

Zum ersten Mal schwanger wurde ich im Frühjahr 2011. Leider endete die Schwangerschaft viel zu früh und so musste ich dieses Kind wieder ziehen lassen. Es war eine ganz traurige Erfahrung, die mich aber grundlegend verändert hat, und im Nachhinein einen ganz grossen Stein ins Rollen gebracht hat: Ich hab mir meine Kreativität wieder zurück ins Leben geholt!

Denn ich hab angefangen zu überlegen, ob das Leben, dass ich in dem Augenblick gelebt hab das richtige für mich ist. Als ich damals schwanger war lebte ich in dem „wenn das Kind dann da ist, dann…“ Modus. Jede Veränderung war abhängig von der Geburt dieses Babys, bis dahin hätte ich mein „altes“ Leben so weiter gelebt wie bisher. Vielleicht mag es jetzt ein bisschen abgedreht klingen, aber für mich ist heute klar, dass mein Sohn, der später bei uns landete, nicht in diesem „alten“ Leben landen wollte, sondern ich musste zuerst etwas ändern. So, dass die Umstände für ihn passten. Das war so ein Gefühl im Bauch, das ich nicht erklären konnte. Und so fing ich an, mich zu fragen, was ich brauchte.

Ich fing an, zu malen. Ich reduzierte meinen Job, damit ich in der Woche einen Tag frei hatte für mein HerzensProjekt. Und irgendwann hab ich diesen tollen Job sogar gekündigt, weil er mit dem MamaSein nicht vereinbar war. Lange bevor ich wieder schwanger wurde.

Ich gebar HerzKunstWerk©, mein kreativer Raum in dem ich angefangen hab zu malen, schreiben, reimen. Und zu coachen. Ich arbeite sehr sehr gerne mit Menschen. Oft sehe ich in meinem Gegenüber so viel Potential, welches in ihm schlummert, dass es mich umhaut. Ich inspiriere Menschen liebend gerne dazu, ihren HerzensWeg zu entdecken und zu erfahren. Am liebsten mach ich das mit Bildern, zum Beispiel mit Lebensbäumen. Und so war HerzKunstWerk© der erste Schritt zum HerzBauchWerk©, welches in meiner dritten Schwangerschaft ganz speziell für Mamas entstanden ist.

BaumSarah

Seit ich Mama bin hab ich mich zur Künstlerin und zum Coach gemausert. Ja, ich schreib jetzt ganz frech Künstlerin. Und Coach. Das fällt mir heute noch schwer, weil ich beides nicht studiert hab. Aber dieser HerzensRuf in mir ist mittlerweile so gross und stark geworden, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, in meinem alten Beruf als Zahntechnikerin wieder einzusteigen.

Ich hab so viele kreative Mamas kennen gelernt! Mamas, die malen, schreiben nähen, häkeln, stricken etc. Und wisst ihr was? Ich seh das als eine riesengrosse Chance, dem Herzen zu folgen. Den Kopf frei zu machen von dem Glaubenssatz, dass Mama einen Job gelernt hat und genau den ausüben muss, dass wir nur was wert sind, wenn wir arbeiten, für andere. Und für Geld. Wir sind viel mehr, als das, was wir mal gelernt haben. Mama zu sein kann so viel Potential in uns wecken, kann uns in eine neue Richtung lenken. Wir müssen uns einfach von dem Glaubenssatz verabschieden, dass eine Mama eine gelangweilte, frustrierte Hausfrau sein muss, dass wir fürs MamaSein etwas aufgeben. Wir geben nichts auf, wir machen einfach Platz für etwas neues.

MamaSein hat mich zu meinem Business gebracht, hat mich in die Selbständigkeit geleitet, mir gezeigt, wie viel Potential in mir und den Mamas steckt. Und so hab ich mir den Job geschaffen, den ich neben oder mit meinen drei Kindern ausüben kann. Ein Job, der mein Herz erfüllt.

Metamorphose Nummer zwei: Die Versöhnung mit dem Frau sein.

Bevor ich geboren hab war für mich das FrauSein irgendwie mit einer Last verbunden. Ich weiss, ich schreib jetzt von einem Glaubenssatz, der ganz ganz tief in mir drin war. Ich kann mich daran erinnern, dass ich schon als Mädchen lieber ein Junge gewesen wäre. Jungs können im Stehen pinkeln. Sie sind stark, sie dürfen wild sein, sie sind die Helden. Ich mochte keine Puppen, kein rosa, keine Mädchenrunden. Nein. Ich spielte lieber mit Jungs und Autos und He-Man.

Und dann, ja dann wurde ich erwachsen und in meinem Kopf herrschte immer noch der Gedanke vor, dass man als Frau einfach zum schwächeren Geschlecht gehört. Und ich wollte nicht schwach sein. Ich wollte es zu was bringen. Also stürzte ich mich in die Karriere, machte eine Meisterausbildung, wollte die beste sein, wollte selbständig ein Labor führen, und hab mir geschworen niemals Kinder zu haben. Oh Gott bin ich froh, ist alles anders gekommen!!!! 😉

Ich muss wohl nicht lange erklären, was ich lange Zeit vom Gebären hielt. Bevor ich bewusst ein Kind in mein Leben einlud war Schwangerschaft und Geburt für mich die logische Konsequenz aus dem schwachen, weiblichen Dasein. Ich empfand es als eine Strafe. Die armen Frauen, welche ihren Körper für ein Kind opfern, welche die grössten aller Schmerzen auf sich nehmen mussten um einen BabyKopf durch ihre schöne, jungfräuliche Muschi zu pressen. Jaaaaa, so hab ich gedacht! Lange Zeit.

Bis ich schwanger wurde. Und merkte, was für ein unglaubliches Wunder es ist, ein Kind unter dem Herzen tragen zu dürfen. Ich spürte diese Kraft dahinter. Ich spürte die Liebe zu meinem Kind. Und ich durfte meinen Körper neu erfahren. Er trug ein Kind, er liess es wachsen und er funktionierte dabei einwandfrei. Ich war fasziniert. Und plötzlich passte dieses schwache Frauenbild nicht mehr in meine Welt, weil ich eine ganz andere Kraft erfahren durfte. So hab ich angefangen, mich auf eine kraftvolle, selbst bestimmte Geburt ohne Drama und heiler Muschi vorzubereiten.

 Nach der Geburt meines Sohnes durchströmte mich ein Energieschub, den ich nie mehr so erlebt habe, der heute noch anhält. Und, obwohl die erste Geburt nicht die optimalste war, obwohl selbst bestimmt ganz anders gehen würde, wusste ich: Ich will nochmal! Und dann noch besser!

Heute bin ich stolz, Frau zu sein. Ich find es cool. Ich mag meinen Körper, mit seinen Pölsterchen, Narben, den kleinen Brüsten und dem Bäuchlein. Mit (nach oben) korrigiertem Wohlfühlgewicht. Ich bin wie ich bin.

Metamorphose Nummer drei: Weg mit der Schminke!

Ohne Schminke aus dem Haus zu gehen war für mich lange Zeit ein No Go. Schminken war für mich mein Morgenritual. Ich liebte es, und hatte eine riesige Sammlung Eyeliner, Wimperntusche und Eyeshadow der Marke MÄC. Meine heilige Schminkkiste, hihi. Naja, was soll ich sagen, mit den Kindern verschwand die Schminke. Ich hatte keine Lust mehr mir die Farbe ins Gesicht zu schmieren.

Wenn ich es ab und zu doch noch tat und mich geschminkt im Spiegel betrachtete, hatte ich immer mehr mehr das Gefühl, dass ich mir eine Maske zulegte.

Und so lauf ich die meiste Zeit ohne Schminke durch die Gegend. Im HausfrauenLook. Und steh dazu. Ausser ich brauch eine Maske. Die kann bei Sitzungen oder anderen beruflichen Verpflichtungen aus meinem alten Leben manchmal sehr willkommen und hilfreich sein.

Als ich mich vor ein paar Monaten für eine Hochzeit hübsch gemacht hab und meine beiden Grossen mich geschminkt sahen, musste ich über ihre Reaktion lachen. Sie haben es nur schwer verstanden, dass sich Mama Farbe ins Gesicht schmiert.

Naja, meine Kinder kennen mich nur ungeschminkt.

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