Wer hat nicht schon von der #selbstbestimmtenGeburt, der #sanftenGeburt, der #interventionslosen Geburt, dem #Hypnobirthing der #traumatischenGeburt oder der #Alleingeburt gehört? So viele verschiedene Varianten. Eine riesige Palette. Und irgendwo stehst du liebe Schwangere und musst dich entscheiden, wo du dich geburtstechnisch positionieren möchtest. Wie wäre es mit einer neuen GeburtsVariante? Ich stelle sie vor, die #WildeGeburt!

Zu meinen Überlegungen haben mich zwei Erlebnisse inspiriert. Zum einen habe ich letztens eine Ausgabe vom Eltern Magazin Fritz und Fränzi gesehen. Auf dem Titelbild war ein Jugendlicher mit besprayter Lederjacke abgebildet, darunter las ich den Titel „Generation brav“. Als ich dann den Artikel über die brave Jugend von heute las, hat mich das ganz ehrlich sehr aufgewühlt, denn in meinen Augen, nach meinem Empfinden muss die Jugendzeit doch wild sein, crazy, da macht man Sachen, die man sonst nicht tut, man probiert sich aus, provoziert vielleicht auch ab und zu. Nix da. Die Jugendlichen von heute haben anscheinend keine Lust mehr auf Rebellion. Vielmehr wollen sie einen guten Job, etwas erreichen, sich vieles kaufen können. Mein Herz blutet.

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Elternmagazin Fritz und Fränzi

Ich hab mich beim Einschlafen gefragt, weshalb das wohl so ist? Kann es sein, dass die Kinder von heute einfach zu viel haben? Alles bekommen, wir ihnen Tür und Tor öffnen, sie so erziehen, dass sie sich nur noch in der Komfortzone bewegen und diese nicht mehr verlassen müssen? Ich bin der Meinung, dass gerade das aus der Komfortzone hinaus treten uns am meisten wachsen lässt. Es ist nicht immer angenehm, aber hei, wir wachsen dann! Sind wir Eltern, die unsere Kinder davon wahren wollen? Und irgendwann werden sie erwachsen und sind nur brav? Sorry, aber brave Menschen sind doch einfach nur manipulierbare Menschen. Schafe in einer Herde, die Herde, wo ein Schäfer mit ein paar bissigen Hunden rundherum bestimmt wohin die Reise geht. Und die Schafe sind so doof und machen den Zirkus mit. Weil sie eben brav sind.

Vielleicht ist der Text in dem Heft gar nich so schlimm wie ich ihn empfunden hab. In mir hat er einfach sehr viele Emotionen geweckt und die müssen jetzt raus.

Meine zweite Inspiration war ein Dokumentarfilm über die Musikgruppe DaftPunk, den ich auf Netflix gestern gesehen hab. Sie hat mein Herz beflügelt. Ganz ohne wirklichen Punk im musikalischen Sinne zu machen leben diese beiden den Punk. Seit dem Millenium weiss niemand, wie die beiden Herren unter dem Helm aussehen. Sie haben für sich eine Art und Weise gefunden, Musik zu machen, die so speziell und bahnbrechend ist, dass sie nicht kopierbar sind. Jedes Mal, wenn sie wieder ein neues Album raus bringen, inspirieren sie wieder zahlreiche andere Musiker damit. Und ihre Fans. Schon des öfteren wurden sie als tot erklärt, um dann wieder mit einem neuen Album aus dem Nichts wie der Phönix aus der Asche sich zu erheben und die Massen zum Beben zu bringen.

Ich bin total fasziniert davon, wie diese zwei Franzosen ihre eigene Welt kreiert haben, sich den Konventionen beugen. Ihr Ding durchziehen. Der Name Daft Punk ist übrigens daraus entstanden, dass ein Kritiker der über das erste Album, das 1992 erschienen ist über die Band geschrieben hat, dass sie schlechten, eben daft Punk machen.

Ich frage mich gerade, was passiert wäre, wenn diese zwei Typen damals diesem schlechten Kritiker Glauben geschenkt hätten und aufgehört hätten Musik zu machen.

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Die Roboter von Daft Punk

Was hat jetzt das alles mit einer Geburt zu tun?

Kannst du dir jetzt vielleicht denken. Eine ganze Menge finde ich. Denn erstens gibt es schon genug brave Menschen auf dieser Welt. Vielleicht sogar auch schon zu viele. Und dass genau unsere Jugend, unsere Zukunft schon so brav ist lässt mich nicht ganz kalt. Brav heisst, man gibt sich mit dem zufrieden, was man hat, lässt sich verbiegen, macht jeden Scheiss, den die „da oben“ vorgeben mit, ohne ihn zu hinterfragen, ohne sich zu fragen, was man denn gerne hätte. Man beugt sich den Glaubenssätzen der Gesellschaft.

In Bezug auf Geburten kennt ihr die Glaubenssätze, die uns von klein auf auferlegt werden nur zu gut: Geburt ist schmerzvoll, Geburt ist gefährlich, Geburt ist was für das Krankenhaus etc… Wenn wir alle brav diesen Glaubenssätzen Wahrheit schenken und sie übernehmen, uns nie fragen, ob das wirklich unsere Wahrheit sein soll oder nicht, ja wenn wir so brav werden, dass wir uns gar nicht mehr erlauben, dass da etwas anderes Platz haben könnte als eine schmerzhafte, traumatische Geburt, dann ja dann sind wir doch wie die Schafe, die tun und lassen was der grosse Schäfer uns sagt, um ja nicht von den kläffenden Hunden gebissen zu werden.

Dann haben die Kritiker die Macht über uns. Dann haben sie die Macht, die Frauen, die schön, ekstatisch, vielleicht sogar orgastisch geboren haben in den Dreck zu ziehen und lächerlich zu machen. Sie haben die Macht, diese tolle Melodie, die sie komponiert haben als schlechten Punk zu titulieren. Nur zu schade, dass zu viele diesen Kritikern auch glauben schenken. Ob sie etwas von guter Musik verstehen oder nicht sei dahin gestellt.

Und die Schafe? Ja die Schafe die sind dann froh, dass der liebe Schäfer so gut zu ihnen schaut und für Zucht und Ordnung sorgt. Denn so schlecht ist das Leben dort nicht, als braves Schaf. Aber eben auch nicht supertoll. Weil man ist einfach ein Schaf wie so manches. Jedes wird nach dem gleichen Schema geschoren, zur gleichen Zeit. Das eine Schaf hätte aber seinen Pelz lieber schon eine Woche vorher verloren, weil es ein sehr hitziges ist, das andere hätte seine Wolle lieber noch ein wenig behalten, weil es schnell kalt hat und friert. Aber was solls. Brave Schafe ticken einfach nach den Regeln und beherzigen sie.

Ich will wild sein!

Daft Punk hatten ihre ersten Stunden des Erfolgs in einer Zeit, als Techno und Rave frisch aufgekommen sind. Ich gebe zu, das war nicht mein Musikstil, den ich damals gehört hatte. Aber diese Zeit war für die Jugend bahnbrechend, eine neue Bewegung ist entstanden. Partys wurden wild gefeiert, man ging zu hundertausenden auf die Strasse um zu tanzen, oder feierte im Wald wilde GoaParties. Die ältere Generation hat den Kopf geschüttelt.

Wild zu sein bedeutet, heftig, stürmisch; ungestüm, ungezügelt; durch nichts gehemmt, durch nichts abgeschwächt oder gemildert zu werden.

Soll nicht so auch Geburt sein? Wenn es in einer Geburt darum geht, in den Flow zu kommen, sich der Geburtskraft hin zu geben, um bei sich sein zu können, los lassen zu können, sich dem Geschehen hin geben zu können, dann ja dann liebe Frauen müssen wir wild werden!

Vom Schaf zum Tiger

Wie willst du denn gebären? Wie ein Schaf in der Herde, dort, wo du fast keine Ruhe findest, dich jeder beobachtet, dir der Schäfer sagt, was du zu tun und zu lassen hast, damit dein Lamm gesund auf die Welt kommt? Dort wo dir die andern Schafe immer wieder rein blöken? Oder wie eine Tigerin, stolz und kraftvoll, im Dschungel. beschützt von der Natur, in Harmonie und im Vertrauen mit deiner Urkraft. Wild eben.

Egal, ob du dich für eine Geburt im Krankenhaus, zu Hause, alleine, mit Hypnobirthing oder sonst welchen Hilfsmitteln entschieden hast, das wichtige dabei ist doch, dass du die Tigerin raus lassen kannst, dass du selbst keine Angst davor hast, zu einem wilden Tier zu werden, oder nicht? Lass es raus, dein GeburtsTemparament! Geburt darf laut und wild sein, ein bisschen verrückt, lebhaft, sie bringt ja auch Leben hervor!

Dann werden wir born to be wild!

Um wild gebären zu können müssen wir zuerst heraus finden, was unserer GeburtsNatur entspricht. So wie sich das die Gabi vorstellt, ja so kann das ganz falsch sein für die Lisa. Drum muss jede Frau zu allererst mal ganz ganz ganz tief in sich gehen, das Schaf beiseite legen, den Schäfer ausschalten, der immer wieder die vielen Glaubenssätze rund um Geburt predigt und sich fragen: „wie will ICH gebären? Was ist Geburt für mich, in ihrer Urform?“

Das kann in verschiedenen Schritten geschehen.

Zuerst müssen wir uns unserer Glaubensmuster bewusst werden. (Der erste Step um sie aufzulösen)

Dann überlegen wir uns, wie unsere neue Wirklichkeit aussehen soll. Welche GeburtsRealität willst du kreieren? Dabei können uns GeburtsVideos, Bücher, Hypnobirthing Kurse, tolle Geburtsberichte etc. von Frauen, die die Tigerin los gelassen haben, inspirieren.

Langsam wird deine WildeGeburt deine Realität, du programmierst dich auf „wild“ und nicht auf mainstream. Du lässt den Schäfer aussen vor.

Dir wird bewusst, was du brauchst, um in Freiheit zu gebären. Du fängst an, an dieser Idee gefallen zu finden und verteidigst sie.

Langsam wirst du zur Tigerin. Du sendest diesen WildenGeburtVibe aus und ziehst so ganz viele andere Frauen, die dich unterstützen an. Du entfernst dich immer mehr und mehr von der Schafsherde und wirst frei. Aber Vorsicht, Schafe haben Angst vor Tigern! (Was dem Tiger ziemlich egal ist, denn der ist sich seiner Kraft bewusst)

Und dann, ja dann gebärst du. So wild und natürlich wie du bist! Lässt es raus, dieses Kraftpotential, und dein Kind, ja dein Kind wird geboren um wild zu sein, denn die erste Energie, mit der es in Berührung gekommen ist, ist dieses wilde, pure, authentische in dir! Du brauchtest keine Hilfe von aussen, du musstest nicht von einem Schäfer entbunden werden, denn du warst dir deiner Kraft bewusst. Du hast dir andere Tigerinnen gesucht, die dich unterstützen in deinem vorhaben. Zusammen habt ihr diese wilde Energie aufkommen lassen, habt ihr Raum gegeben, ihr Lebendigkeit verleiht. Ihr habt die Kritiker zum Schweigen gebracht und nach euren Regeln neue Geburtsgeschichte geschrieben.

 

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