Bist du gerade schwanger oder wünschst dir ein Baby und kannst dir beim besten Willen (noch) nicht vorstellen, wie du dein Kind gebären sollst? Macht dir jeder Gedanke an die bevorstehende Geburt angst? Würdest du am liebsten diesen Moment schon hinter dir haben? Kannst du einfach nicht daran glauben, dass es anscheinend Frauen geben soll, die schmerzarm oder schmerzlos gebären können?

Dann ist es vielleicht an der Zeit, einmal Geburt aus einer neuen, ganz anderen Warte aus zu betrachten. Vielleicht ist es an der Zeit, dich von all den schlechten Vorstellungen über Geburt in deinem Kopf zu verabschieden und dich neu zu programmieren. Nachfolgend findest du in diesem Text ein paar Tips, die dir dabei helfen, deine Sichtweise auf das Thema Geburt zu ändern.

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Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, was Geburt für mich früher bedeutete: Es war für mich das Schlimmste, dass einer Frau passieren konnte. Es gab sogar Zeiten, in denen ich nicht nachvollziehen konnte, weshalb sich Frauen sowas antun können. Ich zuckte bei jedem Film den ich sah, in dem ein Kind geboren wurde, zusammen. Und ganz ehrlich: als ich zum ersten Mal schwanger war, beschlich mich schon ziemlich früh dieses Panikgefühl. Geburt war für mich bis zu diesem Moment ein Horrorszenario.

Ich wusste damals aber auch schon, dass es unsere Gedanken sind, die unsere Welt da draussen formen. Das, was wir denken wird zu unserer Realität. Früher oder später. Deshalb fand ich es für mich nicht sehr erstrebenswert, in diesem PanikModus zu verharren, bis mein Kind auf die Welt kommen würde und zu hoffen, dass die im Krankenhaus dann schon wissen, was ich zu tun hätte.

Ich hab mich irgendwann mal bewusst dafür entschieden, zu gebären und nicht entbunden zu werden.

Ich hab mir also mal gründlich Gedanken darüber gemacht, was Geburt so mit mir macht, was sie in mir auslöst und weshalb ich so darüber denke.

Ich merkte, dass das, was in meinem Kopf über dieses Thema herum schwirrte nie meine eigene Geschichte war (logisch, ich hatte ja noch nie geboren!) Es war die Erfahrung meiner Mutter, meiner Grossmütter, Freundinnen, es war das, was ich im Fernsehen über Geburt sah. Und das alles war nicht wirklich sonderlich toll.

Das alles hat mir eine ScheissAngst eingejagt!!!

Meine Neugier wurde geweckt und ich suchte nach positiven Geburtsgeschichten. Ich suchte nach einem Weg, die ganzen Ängste zu erkennen und los zu lassen.  Ich suchte nach einer Art und Weise, die mir helfen würde, Geburt als etwas positives, kraftvolles, natürliches zu sehen. Und so kam ich zum ersten Mal mit Hypnobirthing in Berührung und dem Begriff selbst bestimmtes Gebären.

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Spannend finde ich die Tatsache, dass heute noch oft Hypnobirthing belächelt wird. Dass viele Frauen finden, dass „das HypnoseDing“ nichts für sie wäre. Zu esotherisch. Zu schwierig. Zu stur. Zu abstrakt. Es kann durchaus sein, dass Hypnobirthing ziemlich stur rüber kommt, vielleicht ist auch das Wort „Hypnose“ in unseren Breitengraden mit vielen Vorurteilen behaftet.

Nur meine Lieben: habt ihr schon mal ein Skirennen geschaut, bevor es überhaupt los gegangen ist? Was machen die Rennfahrer hinter dem Starthäuschen, bevor sie ihr halsbrecherisches Rennen starten? Genau, sie fahren im Gedanken schon mal ihren Lauf. Mit geschlossenen Augen stehen sie dort, fokussiert, konzentriert. Sie spüren jede Bodenwelle, machen ihr Rennen im Gedanken durch. Und natürlich sie sehen sich, als Gewinner durch die Ziellinie heizen. Sonst müssten sie ja auch nicht zum Rennen antreten.  Auch das ist Hypnobirthing. Nur man nennt es etwas anders: bei den Sportlern ist es Autogenes Training. Das mag für einige ein bisschen weniger esotherisch klingen. Falls du also ein Problem mit dem Begriff Hypnose hast, dann mach einfach Autogenes Training. Und stell dir vor, du wärst eine Sportlerin, die vor ihrem Marathonlauf steht. Hypnobirthing ist kein abgedrehtes Konzept für Esotanten. Es ist ein wunderbares Tool, das dir helfen kann, deiner Bedürfnisse in der Geburt bewusst zu werden.

Es ist nichts anderes, als vor dem Starthäuschen zu stehen, und davon aus zu gehen, dass man als erste durch die Ziellinie fährt.

Sicher bist du schon mal in den Urlaub gefahren. Und ganz sicher hast du deine Reise vorgängig geplant. Du hast dich darüber schlau gemacht, was du sehen möchtest, wo du schlafen willst, wie du reisen wirst, wie lange deine Reise dauert und wen du mitnimmst. Wie siehts aus mit deiner Geburtsreise? Hast du die auch schon geplant?  Vielleicht lohnt es sich, sich darüber auch ein paar Gedanken zu machen. Bist du eher der Abenteuerreisetyp, oder fühlst du dich in einem Luxusresort wohler? Lässt du dich auf Reisen lieber überraschen und kannst mit Überraschungen umgehen oder bist du eher der Typ, der nichts dem Zufall überlässt und alles geplant haben möchte?

Finde heraus, wie DU und nur DU deine Geburt erleben möchtest. Finde heraus, an welchem Ort du dich am wohlsten fühlst, wer dich bei deiner Geburt begleiten soll. 

Versuche, diese Entscheidungen aus deinem Herzen und nicht aus deinem Verstand heraus zu fällen.

Löse dich von allen Geburtserfahrungen, die du mit dir trägst und nicht deine sind. Sei dir bewusst, wohin du reisen willst und brenne für dein Ziel.

Nicht jeder findet Strandurlaub auf Thailand toll. Oder einen Städtetrip. Das gleiche gilt für deine Geburtsreise. Egal, ob du zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik gebären willst, sei dir bewusst, dass DU bestimmst, wie eure Reise aussehen soll. Egal, was andere dazu sagen.

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich danach sehnte, eine Freundin zu haben, die mir voller Stolz von ihren kraftvollen Geburten erzählen und mich darin bestärken würde, dass ich das alles auch schaffen werde. Diese Freundin gab es leider noch nicht, weil in unserem Umfeld noch fast keine Babys geboren wurden.

So machte ich mich selber auf die Suche. Nach tollen Büchern, schönen Geburtsberichten und  nach Geburtsvideos, in denen Frauen zu sehen waren, die kraftvoll, selbst bestimmt und schmerzarm geboren haben.

Auf Facebook fand ich Gruppen, in denen sich Frauen trafen mit derselben Einstellung, die ich auch hatte was Geburt betraf und so hab ich mich bestärken lassen.

Ich berieselte mich mit positiven Vibes. Und ich sah mich da sitzen und anderen Frauen erzählen, wie schön Geburt sein kann. Ich wollte nicht zu den Frauen gehören, die eine schlimme Geburtsgeschichte in die Welt trägt.

Hier noch ein kleines Anliegen an all die Frauen, die schön geboren haben: Bitte bitte erzählt davon! Es ist ganz wichtig, dass auch ihr eure Geburtsgeschichten in die Welt hinaus trägt, um andere Frauen zu bestärken. Um zu zeigen, dass unser Bild von einer Geburt auch positiv sein kann. Ihr macht das nicht für euch, um euch zu beweihräuchern, nein ihr macht es für die Frauen, die nach positiven Geburtserfahrungen hungern. Für eine neue Geburtskultur.

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Das Wort selbst bestimmtes Gebären sagt es ja schon: Du bestimmst, wie DU gebären möchtest. Das setzt natürlich voraus, dass du dich und deine Bedürfnisse kennen lernst.

Gerade hochsensible Frauen, die oft meine Klientinnen sind, haben Bedürfnisse, die vielleicht in der „rauhen“ Welt da draussen etwas speziell erscheinen können. In meinen Coachings helfe ich diesen Frauen, genau für diese Bedürfnisse und Wünsche einzustehen. Sie zu erkennen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, heraus zu finden, was man braucht, um sich sicher, beschützt und stark zu fühlen. Vielleicht nimmst du eine Vertrauensperson mit zur Geburt. Das kann eine liebe Freundin oder eine Doula sein. Vielleicht lässt du dich von einer Hebamme betreuen, die auch mit dir gebärt. Vielleicht brauchst du deine eigenen vier Wände, um dich sicher zu fühlen. Oder du brauchst einfach nur Ruhe.

Fakt ist: Wenn du weisst, was du brauchst, dann spürst du das. Dein Herz wird weit, du fühlst dich sicher und klar.

Steh für deine Bedürfnisse ein. Und lass sie dir von niemandem ausreden. Denn nur dein Herz weiss, was DU brauchst, um kraftvoll gebären zu können.

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Es hat nichts mit Respektlosigkeit gegenüber anderen Geburtsgeschichten zu tun, wenn du dich bewusst davor distanzierst. Gib dir die Erlaubnis, dich auf deine eigene Wahrheit zu konzentrieren und nicht darauf, was die Bekannte der Freundin der Schwägerin schlimmes erlebt hat.

Ich nehme schlimme Geburtsgeschichten jeweils zur Kenntnis und leg sie wieder ab. Ich weiss, dass Geburt oft im Drama enden kann. Das tut mir auch sehr leid für die Frauen, die eine schlimme Geburtserfahrung hatten. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass sich eine unschöne Geburt nicht mehr wiederholen muss.

Hat der Skirennfahrer ein Rennen verpatzt, denkt er das nächste Mal, wenn er wieder am Starthäuschen steht ganz sicher nicht mehr an seinen Patzer vom letzten Mal, das würde er nie tun. Nein, er sieht sich wieder als erster durchs Ziel schiessen und hat sich von seiner Niederlage gelöst.

Deshalb darfst du dich bewusst abgrenzen gegenüber Geschichten, die dir nicht gut tun. Du darfst freundlich und klar für dich einstehen und sagen, dass du diese Geschichte gerade nicht hören möchtest.

Das hat nichts mit Verdrängen zu tun. Du willst dich einfach auf DEIN RENNEN konzentrieren können.

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So, jetzt hast du heraus gefunden, welche Programme dich daran hindern, die Geburt zu erleben, die du gerne hättest.

Du hast dir bewusst gemacht, wie deine Geburt aussehen soll, damit du dich wohl fühlst auf deiner GeburtsReise.

Du hast Vorbilder gefunden, die dir dabei helfen, dich positiv und gestärkt zu fühlen.

Dir ist bewusst geworden, dass du deine ganz eigene GeburtsGeschichte schreibst.

Du gibst dir die Erlaubnis, so zu gebären, wie Du es möchtest. So, dass du dich stark, authentisch und in deiner vollen Kraft fühlen kannst.

Dir ist bewusst, dass deine Geburt nichts mit dem Drama anderer zu tun haben muss.

Du gibst dir die Erlaubnis, frei und selbst bestimmt zu gebären, so wie DU es möchtest.

Du hast für dich einen Weg gefunden, dich deiner Geburt hin zu geben, mit den Wellen mit zu gehen, die Geburtskraft durch dich hindurch fliessen zu lassen.

Du bist bereit für deine Geburt. Bereit, Mutter zu werden. Bereit, dein Kind zu empfangen. Ihr zwei. Ihr werdet das schaukeln. Ihr seit ein unschlagbares Team. Verbunden. Kraftvoll.

Du hast den Mut, anders zu sein. Kraftvoll, selbst bestimmt und authentisch. Auch unter der Geburt.

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