Facebook hat mich letztens an ein altes Bild von mir erinnert. Ein Selfie, dass ich am 29. März 2012 von mir gemacht hab. Ich vor fünf Jahren. Dieses Foto hat in mir ein riesiges Flashback ausgelöst. Ich kann mich an den Ort, und die Energie, die ich in mir trug von damals noch erinnern als ob es gestern war. Zeit für eine ZeitReise.

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Wow, wenn ich mir diese Tanja hier so anschau, dann wird mir gerade so ziemlich bewusst, wie viel in den letzten fünf Jahren passiert ist. Und wie magisch dieser Moment, dieser Nachmittag war, den ich ganz alleine mit mir verbrachte.

Es war der 29.März 2012 und ich war damals im Tessin um zu arbeiten. Meinen zukünftigen alten Job hab ich gerade an den Nagel gehängt und ich befand mich in der Kündigungszeit. Anfangs Juli 2012 hab ich meinen neuen alten Job als Laborleiterin dann angetreten.

Der Aussendienst war eine ganz tolle, spannende Geschichte. Ich genoss es, Zahntechniker in ihren Labors zu besuchen, Kurse zu geben, in ganz Europa herum zu kommen. Mir wurde aber auch bewusst, dass dieser Job mit einem Familienleben nicht vereinbar wäre. Also beschloss ich, bevor (wieder) ein Baby unterwegs ist, einen Job zu suchen, der mit Kind in einem Teilzeitpensum auch noch machbar wäre. (so dachte ich damals.)

Nun gut, an diesem wunderschönen Frühlingstag war ich also im Tessin unterwegs und ich blieb auch über Nacht dort, weil ich am anderen Tag auch noch Termine dort hatte. Ich beschloss, meinen Feierabend an einem wunderschönen Ort, für mich alleine zu verbringen und machte mich auf den Weg zu Madonna del Sasso.

 

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Einige von euch wissen, dass ich nicht sonderlich gläubig oder fromm oder sonst was bin. Darüber hab ich auch schon mal geschrieben. Ich liebe aber spezielle, Energie geladene Orte und Madonna del Sasso ist ganz bestimmt ein solcher Ort. Von Locarno aus ist es ein etwa halbstündiger Fussmarsch auf den Felsen, auf dem diese spezielle Kirche gebaut ist. Der Weg ist geschmückt mit dem Leidensweg Christi und von dieser wunderschönen Kirche aus hat man einen atemberaubenden Ausblick auf den Lago maggiore und die Berge, die sich um ihn säumen.

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Madonna del Sasso ist eine Wallfahrtskirche und so staunte ich nicht schlecht, als ich gefühlte tausende Silberherzen in dieser Kirche erblickte. Ich setzte mich hin und betrachtete die Gemälde in der Kirche und die Mutter Maria, wie sie ihr Baby im Arm hielt.

Und dann passierte es, ich konnte es nicht mehr aufhalten, wie eine Welle überkam es mich und ich konnte nichts mehr anderes als heulen.

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Zu viel war passiert die letzte Zeit. Ein Baby, dass ich wieder zu den Sternen ziehen lassen musste. Der Entscheid, dass es im Job nicht mehr so weiter gehen kann wie bisher, der Kinderwunsch, den ich gerade begraben hab, weil ich nicht während der Kündigungsfrist wieder schwanger werden wollte. Oh ja, mich schwanger einstellen zu müssen war das allerletzte, das ich meinem neuen Arbeitgeber antun wollte.

So sass ich da, heulend schluchzend, liess alles los, was es an diesem Moment los zu lassen gab. Ich machte es, wie es meine Schwiegermutter mir mal empfohlen hatte: ich legte den ganzen Scheiss, den ich nicht mehr wollte dem lieben Gott vor die Füsse. (so böse hat sie es natürlich nicht ausgedrückt)

Es hat so gut getan. Der Brocken, der von meinem Herzen viel war so gross wie der Felsen, auf dem diese Kirche gebaut war. Und so ging ich wieder nach draussen, atmete die süsse Frühlingsluft in mich ein, fühlte mich lebendig und frei. Genau zu diesem Zeitpunkt ist dieses Foto von mir entstanden. Es ist heute noch das Foto, dass ich von mir am meisten mag.

Heute weiss ich, es war einer dieser Zaubermomente im Leben. So ein Zeitpunkt, von dem aus alles irgendwie neu sortiert wird und alles Neue seinen Lauf nimmt.

So vieles ist danach passiert.

Zwei Wochen später wurde ich schwanger. Mit Nael. Ganz ungeplant. Und ja, ich musste meine neue Stelle mit Kugelbauch antreten.

In dieser Zeit habe ich angefangen, wieder auf mein Herz zu hören, meinen Herzensweg zu gehen. Ich hab wieder angefangen zu schreiben, malen, coachen. Ganz klein und fein.

Und fünf Jahre später?

Sitz ich hier mit drei Kindern.

Hab ich erfahren, wie es ist, Mutter zu werden und zu sein.

Bin ich durch Höhen und Tiefen gegangen.

Hab ich wieder los gelassen. Gefühlte tausend Mal.

Hab ich meine Karriere an den Nagel gehängt.

Ist HerzBauchWerk und damit meine Selbständigkeit entstanden.

Gehe ich immer noch den Weg meines Herzens. Manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Vertrauen.

Hab ich auf dem Land, in unserem Spycher Wurzeln geschlagen.

Geniess ich jede Begegnung mit so wundervollen Menschen wie euch.

Bin ich einfach nur dankbar. Für mich, meinen Mann, meine Kinder. Unser Leben.

So vieles war damals offen, vor fünf Jahren, an diesem 29.3.2012. So vieles hätte anders kommen können. Und doch ist alles genau richtig so, wie es ist.

Ich trage diesen Tag und die Erinnerung daran immer noch voller Dankbarkeit in meinem Herzen.

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