Bist du gerade zum ersten Mal schwanger? Wirst du demnächst zum allerersten Mal gebären? Wie fühlst du dich dabei? Lässt du alles so auf dich zukommen, wie es kommen soll, oder macht dich die ganze Ungewissheit fast wahnsinnig? Schüttest du dich mit Informationen über Geburt zu und hast immer wieder das Gefühl, dass da noch mehr sein sollte?  Dass du eigentlich gar nichts weisst? Oder lässt du das Thema lieber auf der Seite ruhen, bis der Zeitpunkt der Geburt unausweichlich vor dir steht?

Viele Fragen, ich weiss. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, als ich zum ersten Mal schwanger war und mich langsam mit dem Thema Geburt beschäftigte.

Ich kannte nur schlechte Geburtsgeschichten aus meinem Umfeld. Als ich beim Recherchieren im Netz auf den Ausdruck „schmerzfreie Geburt“ gestossen bin hab ich mich dabei ertappt wie ich dachte: „so ein Scheiss, wo gibts denn sowas!“ Nur leider, oder eben zum Glück hat mich dieser Satz nicht mehr los gelassen. Ich fing an, mich mit Hypnobirthing zu befassen und mir wurde bewusst, wie wichtig es ist, die richtige Einstellung zum Thema Geburt zu haben.

Ich gebe es zu, ich bin ja schon ein bisschen ein alter Hase was Gebären angeht. Schliesslich hab ich vor bald einem Jahr mein letztes, drittes Kind geboren. Und ja, da gebärt Frau anders als beim ersten Mal. Das wurde mir diese Woche bewusst, als ich mich mit einer ganz netten Mama, die zum ersten Mal schwanger ist auf einen Kaffee getroffen hab.

Vieles ist einem in dieser ersten Schwangerschaft nicht bewusst. Das war es bei mir auch nicht. Vieles begreift man erst hinterher. Und deshalb geht dieser Text an alle Erstgebärende, die sich folgende Fragen noch nicht gestellt haben, weil ihnen vielleicht  deren Tragweite und Bedeutung noch nicht ganz bewusst sind.

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Kennst du den Begriff Mindset? Er wird sehr oft im Coaching verwendet für das, was du über eine bestimmte Sache denkst.

Was denkst du über Geburt, und weshalb denkst du genau so darüber? 

Diese Frage hab ich mir sehr oft gestellt. Ich hab heraus gefunden, dass ich sehr negativ zum Thema Geburt konditioniert war. Und da ich damals schon wusste, dass Gedanken Realität erzeugen, hab ich damit angefangen, mein MindSet in Bezug auf Geburt zu ändern.

  • Ich habe nach Frauen gesucht, die kraftvoll, selbst bestimmt und schmerzfrei oder schmerzarm geboren haben – weil ich das auch wollte.
  • Ich hab nach Büchern gesucht, die mir ein positives Bild über Geburt vermittelt haben – weil ich Geburt als etwas schönes sehen wollte.
  • Ich hab gelernt, meinen Kopf mit schönen Geburtsbildern zu füllen – weil ich keinen Bock auf Drama hatte.
  • Ich habe Verantwortung für mich und meine Geburtsgeschichte übernommen – weil ich merkte, dass ich es ganz allein in der Hand habe, wie ich meine Geburt erleben will.

 

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Ich bin ganz ehrlich mit dir, liebe Mama. Für mich war in der ersten Schwangerschaft ganz klar, dass man ins Krankenhaus geht um zu gebären. Ich hab mich auch über Geburtshäuser schlau gemacht, ja, aber diese Option hab ich schnell verworfen, weil es für mich damals noch einfach zu weit weg war.

Falls du dich für ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt entscheidest, hör einfach nicht auf die andern, die dir sagen wollen, dass das alles viel zu gefährlich sei. Denn das ist es nicht.

Gefährlich wirds erst, wenn du unter der Geburt an einem Ort bist, wo du dich nicht wohl fühlst. 

Also werde dir bewusst, was du genau brauchst unter der Geburt. Gibt es dir Sicherheit, wenn du die ganze Zeit die Herztöne deines Kindes hörst? Willst du unbedingt einen Arzt an deiner Seite haben? Oder vertraust du mehr auf Hebammen? Brauchst du dein gewohntes Umfeld, um dich wohl zu fühlen? Machen dir die Schläuche, Apparaturen und der Geruch im Spital schon angst?

Ich persönlich hab mich nie wirklich wohl gefühlt in einem Spital. Ich wusste aber, dass ich bei meinen ersten beiden Kinder dort gebären werde. Für mich wurde mein innerer, ganz persönlicher GeburtsRaum, den ich mir im Geiste erschaffen habe viel wichtiger als der Ort, an dem ich mich befand.

Ich hab durch meine erste Geburtserfahrung gelernt, wie es so im Krankenhaust ab geht. Das, was mir passiert ist damals hatte sicher auch damit zu tun, dass mein Geburtsbegleiter, der mich zur ersten Geburt begleitet hätte, im Urlaub war, dass ich auf fremde Menschen gestossen bin, die meine Geburtswünsche nicht ernst genommen und darüber hinweg gesehen haben. So war mein eigener Geburtsraum bedroht, Grenzen wurden überschritten, mit mir wurde gemacht, ich hab meine Selbstbestimmung zwangsläufig abgegeben.

Doch selbst bestimmtes Gebären funktioniert auch im Krankenhaus. Das hat mir meine zweite Geburt bewiesen. Es setzt jedoch voraus, dass man ganz genau weiss, was man will und was nicht, man seinen GeburtsRaum klar definiert, absteckt und wahrt. Urnaturaen hat einen wunderschönen BlogPost über das selbst bestimmte Gebären im Krankenhaus geschrieben.

 

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Für mich war es logisch, dass man, falls man schwanger ist, natürlich zum Gynäkologen geht. Zum Ultraschall, alle vier Wochen. Dass aber auch Hebammen eine Schwangerschaftsbegleitung anbieten und die in meinen Augen viel menschlicher und herzlicher ist und viel tiefer geht als die Diagnose in einer Arztpraxis, dass wurde mir erst später bewusst.

Was ich schon in meiner ersten Schwangerschaft wusste, war die Tatsache, dass ich nicht mit mir ganz fremden Personen gebären wollte. Ich hab mir also einen Gynäkologen gesucht, der mich zu meiner Geburt im Spital begleiten würde. (was dann leider eben nicht der Fall war, ich leg das mal unter Karma ab).

Mir war bewusst, dass da fremde Menschen sein werden, die ich nicht kenne. Dass ich mich nackter als nackt diesen Menschen präsentieren werde. Dass ich mich in einem magischen Moment befinden werde, den ich eigentlich nur mit Menschen verbringen möchte, die mir nahe stehen und denen ich vertraue.  Und so war es mir wichtig, dass ich jemand um mich hatte, der mich und meine Bedürfnisse kannte. Zum einen war das mein Mann, zum anderen mein Geburtshelfer, den ich mir ausgesucht hatte. In meiner letzten Schwangerschaft liess ich mich von einer Hebamme begleiten, die mit mir im Geburtshaus geboren hatte. Ich würde das immer wieder so und nie mehr anders machen, sogar in meinen eigenen vier Wänden könnte ich mir vorstellen zu gebären.

 

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Ich weiss es, wahrscheinlich hast du schon fast das Gefühl, dass „die selbstbestimmte Geburt“ eine Modefloskel geworden ist. Ich selber finde es aber so ungeheuer wichtig, wirklich, ich meine WIRKLICH zu wissen, was man unter der Geburt will oder nicht.

Dazu spielt es auch gar keine Rolle, ob du schon mal geboren hast oder nicht.

Gehst du also mit der Einstellung: „jaja, ich lass mal alles auf mich zukommen“ oder „es kommt ja eh alles anders als man denkt“ oder „die wissen dann schon, was ich machen muss, die sind ja schliesslich die Experten“ in die Geburt, hast du schon vorgängig deine Selbstbestimmung abgegeben und läufst Gefahr, zum Spielball der Umstände zu werden. Wenn das für dich ok ist, dann nur zu, dann hab ich damit kein Problem.

Wenn du aber zu der Sorte Mensch gehörst, die auch ihr Leben sonst gerne in die eigenen Hände nimmt, dann möcht ich dir hiermit raten, dass du das für deine Geburt auch tust.

Es gibt ganz viele tolle Möglichkeiten, wie du dir darüber klar werden kannst, was du genau für deine Geburt brauchst. Eine davon ist der Online GeburtsVorbereitungsKurs JoNi* von Jobina Schenk und Nina Winner, den möcht ich dir ans Herz legen! (*Partnerlink)

 

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Ja ich weiss. Wenn man noch nie geboren hat, dann kann es sein, dass man zwischendurch eine Scheissangst hat. Vor dem, was kommt, vor dem, dass man nicht kennt.

  • Wie fühlen sich Wehen an?
  • Werd ich mit den Schmerzen klar kommen?
  • Wann geht es wirklich los?
  • Ist mein Baby gesund?
  • Wird mein Partner mit dem allen umgehen könnten?
  • Wird mein Damm heil bleiben?
  • Werde ich stillen können?
  • Wird die Geburt lang dauern?
  • bla bla bla.

 

Gedanken- und Gefühlskarussel pur. Je näher der Entbindungstermin rückt, desto lauter und wirrer wirds im Kopf.

Oh ja, ich kenn das.

Aber: auch Erstgebärende haben das Recht und die Fähigkeit, darauf zu vertrauen, dass alles gut kommt, dass alles so geschehen wird, wie sie sich das wünschen, visualisieren. 

Verbinde dich immer wieder mit deiner weiblichen Kraft. Dieser Urkraft, die unter der Geburt frei gesetzt wird. Ich kann dir sagen, sie ist der Hammer. Etwas, dass du so nicht kennst, dass man nicht beschreiben kann. Lass sie einfach fliessen. Durch dich hindurch. Ganz widerstandsfrei.

Das ist in meinen Augen das grosse Geheimnis, um eine schöne, kraftvolle und selbst bestimmte Geburtserfahrung zu erleben. 

Ich wünsche dir von Herzen eine wunderschöne, erste Geburtsreise. Falls du dich gerne von mir inspirieren lassen möchtest, um in deine Kraft zu kommen, dann bin ich gerne für dich da!

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