Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was „bedürfnisorientiert“ überhaupt bedeutet? Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du dieses Wort liest? Wahrscheinlich denkst du, wie ich, zuerst einmal an die Bedürfnisorientierte Erziehung oder eben Attachement Parenting. Bedürfnisorientiert ist aber noch mehr. 

Noch viel mehr.

Das wird mir von Tag zu Tag immer bewusster. Vielleicht muss ich aber ganz von vorne anfangen. Für die, die den Begriff „Bedürfnisorientiert“ noch nicht kennen, hier kommt die Erklärung von Wikipedia:

Unter Attachment Parenting (kurz oft: AP; engl. für „Bindungserziehung“; deutsch auch: Bindungsorientierte Erziehung, Bedürfnisorientierte Erziehung) versteht man eine Erziehungslehre, deren Methoden darauf ausgerichtet sind, die Mutter-Kind-Bindung dadurch methodisch zu fördern, dass die Mutter sich dem Kind gegenüber nicht nur maximal responsiv verhält, also möglichst auf die Signale des Säuglings reagiert, sondern auch möglichst viel Zeit in enger körperlicher Nähe mit dem Kind verbringt.

Natürlich begrenzt sich Attachement Parenting nicht nur auf die BabyZeit, nein Bedürfnisorientierte Erziehung zieht sich weiter. Als hochsensible Mama weiss ich, dass gerade sensitive Mütter sehr bedürfnisorientiert unterwegs sind. Weshalb? Weil sie sehr feine Antennen und die Gabe haben, sich mit dem Gegenüber zu verbinden, die Bedürfnisse zu lesen. Man kann das auch Empathie nennen.

Bedürfinsorientiert zu sein, bedeutet also, in Verbindung zu gehen. Mit dem Gegenüber. 

Nun gut. Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, dass ich mal vor einigen Monaten einen Artikel von einer Mutter gelesen hab (ich hab ein sehr sehr schlechtes Namensgedächtnis, deshalb hab ich keine Ahnung mehr, wer es war), die sich im Bedürfnisorientierten Erziehen verloren hat. Weil es für sie so anstrengend war, die ganze Zeit immer nur auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

Als ich diesen Artikel las, wurde mir eines schlagartig klar: Bedürfnisorientiert funktioniert nur, wenn wir UNSERE Bedürfnisse als Frau und Mutter auch kennen, akzeptieren und wahren. Es geht also nicht nur darum, sich mit unserern Kindern oder Mitmenschen zu verbinden, sondern mit uns selber stets verbunden zu sein, um unsere eigenen Bedürfnisse zu erkennen.

Leider ist es oft so, dass wir Frauen uns und unsere Bedürfnisse sehr gerne hinten an stellen. Nicht nur, wenn wir Mutter sind, auch im Alltag seh ich oft, dass wir für unsere Bedürfnisse nicht kämpfen, oder sie nicht so ernst nehmen. Ich kann mir jedenfalls nicht anders erklären, weshalb wir Frauen immer noch:

  • teilweise 25% weniger verdienen als die Männer. Für die gleiche Arbeit
  • uns als Mutter und Hausfrau minderwertig fühlen
  • unsere Karriere für die Kinder an den Nagel hängen
  • uns diktieren lassen, wie wir unsere Kinder zu gebären haben
  • eine Schönheitsindustrie akzeptieren, die ein verzerrtes FrauenBild nach aussen trägt
  • etc

Ich könnte diese Liste glaube ich noch ins gefühlte Unendliche fortsetzten, das würde aber den Rahmen sprengen, und ganz ehrlich gesagt, hab ich keinen Bock dazu, mich mit den Ungerechtigkeiten auseinander zu setzen, denn ich bin ein lösungsorientierter Mensch.

Wie kommen wir also raus aus dieser Misere?

Der Mensch tickt ja ziemlich einfach. Wir merken eigentlich schnell, wenn wir uns in einer Situation befinden, die uns nicht gut tut. Je nach dem, wie „schlimm“ es ist, desto schneller wollen wir uns verändern. Und machen irgend etwas anders. Oder geben uns voll und ganz ins Drama. Und genau das ist das grosse Problem:

Wenn unser Unterbewusstsein nicht weiss, wohin es seine Gedanken und Emotionen jetzt lenken soll, können wir uns nicht in die gewünschte Richtung verändern. Es passiert nichts. Vielleicht geht es uns nach einem Weilchen wieder besser, weil sich die Emotionen wieder beruhigt haben, aber verändern tut sich nichts.

Wir müssen uns also unserer Bedürfnisse bewusst werden.

Eigentlich, ja eigentlich ist es ganz einfach. Frag dich einfach mal, was du genau willst. Wann hast du das das letzte Mal getan?

Manchmal ist es schwierig, zur richtigen Lösung zu kommen. Weil wir in einer Welt leben, die uns NUR noch Lösungen präsentiert. Du willst keine Falten mehr? Dann spritz dir doch ein bisschen Botox. Dir gefällt dein Körper nicht mehr? Dann pump doch mal deine Brüste auf. Du willst nicht angst- und schmerzerfüllt gebären wollen? Dann mach doch einen Kaiserschnitt. Die Welt da draussen ist für dich zu anstrengend, macht dir Angst? Dann schluck doch einfach diese Tablette da, damit du dich etwas besser fühlst.

Alles ganz einfach.

Aber alles im Aussen.

Sind das wirklich die Antworten, die unsere Bedürfnisse tief in unserem Herzen befriedigen? Geht es uns danach wirklich besser? Ist das wirklich, wirklich DAS was wir brauchen, damit wir uns ganz und in unserer Mitte fühlen?

Keine Ahnung, ich weiss es nicht. Ich kann dir nur sagen, für mich funktioniert dieser Ansatz nicht. Denn die besten Lösungen find ich nur dann, wenn ich ganz genau hin lausche. Auf mein Herz. Und mich frage, was ICH denn wirklich brauch. Das kann manchmal ein ganz schön harter Prozess sein, das gebe ich zu. Weil ich oft sehr streng bin mit mir. Und es mich gewohnt bin, mit flottem Tempo voran zu gehen. Weil ich weiss, was ich gerne hätte, und dabei oft den Weg dort hin vergesse, nicht genau hin schaue, was es schönes dabei zu entdecken gibt.

Es sind die Lösungen in uns, die uns wachsen lassen, die unser Leben verändern, die uns kraftvoll und authentisch machen.

Stell dir vor, da ist diese schwangere Mama, die sich vor dem Thema Geburt einfach nur fürchtet. Weil sie nur diese angsterfüllten, dramatischen, schmerzhaften Geburtsgeschichten kennt, weil sie nicht weiss, dass Geburt auch anders geht.

Sie weiss ganz genau, irgendwann mal kommt dieser Tag X und sucht nach einer Lösung, wie sie diesen Tag X für sich möglichst unbeschadet überstehen kann. Sie hat viel recherchiert. Im Internet, hat Freundinnen gefragt. Sie weiss, dass sie die Möglichkeit hat, sich eine PDA zu setzten, weil ihre beste Freundin auch eine hatte. Und die hat ihr ja so geholfen. Eigentlich mag diese Mama Spitäler gar nicht, und Spritzen machen ihr total viel Angst. Aber was bleibt ihr anderes übrig? Wenns ganz schlimm kommen würde, könnte sie auch einen Kaiserschnitt machen, das hätte den Vorteil, dass ihre Vagina und ihr Damm ganz sicher heil bleiben würde.

Was sie nicht weiss, diese Mama, ist die Tatsache, dass es Frauen gibt, die kraftvoll, schnell und schmerzarm oder gar schmerzfrei geboren haben. Vielleicht im Krankenhaus, vielleicht aber auch im Geburtshaus. Oder gar in den eigenen vier Wänden.

Was ist also das, was sie nicht weiss? Vielleicht ist gerade das die richtige Lösung für ihr Problem. Die Krux an der ganzen Sache ist, dass wir ja nicht wissen, was wir nicht wissen.

Stell dir mal diese Mama nochmals vor, wie sie in sich geht, sich entspannt, und ihr Herz fragt, wie es sich denn die Geburt von ihrem Baby vorstellt. Sie trägt ein Bild in sich, dass sie zeigt, wie sie ganz entspannt, in ihrer Mitte gebärt. Sie sieht sich in einer Wanne liegen, begleitet von vertrauten Personen. Sie hat keine Schmerzen sondern freut sich auf ihre Geburt. Und plötzlich fängt sie an, ganz anders an das Thema ran zu gehen. Sie findet im Internet plötzlich diesen BlogPost von dieser Mutter, die ganz toll, natürlich, zu Hause geboren hat. Und sie spürt: genau DAS will ich auch!

Der Weg dorthin, der kann ihr keiner abnehmen. Aber sie ist bereit, ihn zu gehen, sich zu verändern, sich ihrer Bedürfnisse bewusst zu werden.

 

Unsere Bedürfnisse formen unsere Gedanken. Unsere Gedanken formen unsere Realität.

 

Werde dir also deiner Bedürfnisse bewusst. 

Werde dir bewusst, welche Gedanken dieses Bedürfnis in dir auslöst und richte deine Gedanken, dein Fokus auf die Lösung. So kommst du in die Veränderung, so bist DU die Veränderung und wirst nicht vom Aussen irgendwo hin verändert, wo du vielleicht gar nie sein wolltest.

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Danke liebe Isabel und Andrea für die Inspiration zu diesem Text!

Übrigens: in meinen Coachings helfe ich dir heraus zu finden, wo genau deine Bedürfnisse liegen, damit du deinen Fokus auf die Veränderung richten kannst, die du erzielen willst.

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