Hochsensible Menschen haben eine ganz feine Wahrnehmung. Ihre fünf Sinne sind sehr ausgeprägt, sehr fein justiert. Wir schmecken, riechen, hören, fühlen und sehen anders. Haben feine Nasen, sehen jedes Detail, fühlen uns in kratzigen Pullis nicht wohl…

Aber wie anders ist denn unsere Wahrnehmung wirklich?

Ganz ehrlich? Ich hab keine Ahnung. Denn es ist ja meine Wahrnehmung und die gehört zu mir. Sie ist die Realität, die ich mir erschaffe.

Schon als Kind konnte ich stundenlang darüber nachdenken, ob das Grün, das ich sehe durch deine Augen wohl genau dasselbe Grün wäre, das du durch deine Augen siehst. Oder vielleicht ist ja mein Grün bei dir Violett. Oder so. Dass ich dann später in meiner Aus- und Weiterbildung als Zahntechnikerin die Lehre der Farben studierte, machte das Ganze auch nicht einfacher. Im Gegenteil. Die Tatsache, dass etwas farbig erscheint, weil es gewisse Lichtwellen reflektiert und andere aufnimmt, liess mich noch mehr ins Grübeln kommen. Ich wusste einfach dank ein paar Farbtests, dass meine Farbwahrnehmung top ist. Sonst hätte ich ziemlich viel Mühe beim Frontzähne schichten und wohl bald keine Kunden mehr gehabt.

Laute Restaurants sind für mich ein Riesengraus. Wenn ich meine eigene Stimme fast nicht hör muss ich mich so sehr auf mein Gegenüber konzentrieren, dass mein System irgendwann zusammen bricht. Seinen Worten zu folgen ist dann zu schwer für mich. Weil der Laute Background mich immer wieder weg zu tragen droht. Dann hör ich einfach nicht mehr mit den Ohren. Sondern nehme auf einer anderen Ebene wahr. Aber dazu ein anders Mal mehr.

Ich kann mich noch so gut an eine Lehrerin in meiner Schule erinnern, die ein ganz spezielles Parfüm trug. Eigentlich erinnere ich mich zu gut. Denn ich rieche gleich wieder diesen penetranten Duft, der in mir jedes Mal ein Schwindelgefühl hoch steigen liess. Manchmal kriegte ich sogar Kopfschmerzen vom ihrem Parfum und war wie gelähmt, bedusselt. (Das Parfüm, von dem ich spreche nannte sich übrigens Opium und hatte in mir wohl eine ähnliche Wirkung, hihi). Zum Glück war sie nicht meine Klassenlehrerin und die duften Begegnungen mit ihr beschränkten sich auf den Schulhausflur. Ich wüsste nicht, was ich gemacht hätte, wenn ich den ganzen Tag in einem geschlossenen Schulzimmer unter dem Einfluss von dieser Lehrerin und ihrem Opium gestanden hätte. Ich möchte es mir nicht vorstellen.

Im Übrigen können Düfte auch einen sehr positiven Einfluss auf uns und unser Wohlbefinden haben. In der mentalen Geburtsbegleitung zum Beispiel können wir Duftanker setzen, damit die Mama während der Geburt immer wieder die eingeübte Tiefenentspannung ins Bewusstsein holen kann.

Eine ganz spezielle, duftende Unterstützung sind die ätherischen Öle von Young Living. Ganz ehrlich gesagt, bin ich ziemlich beeindruckt davon. Sie können Prozesse unterstützen, auslösen oder helfen einfach dabei, sich wohl zu fühlen und bereichern mich sehr in meinen Coachings mit meinen Klienten oder den Meditationsabenden.

Aber wieder zurück zum Thema.

HSP ticken also was die Sinneswahrnehmung angeht ziemlich anders als der Rest der Welt. 

Und was ist mit der aussersinnlichen Wahrnehmung? Fakt ist, dass HSP die Gefühle und Emotionen anderer Menschen sehr stark wahr nehmen. Oft zu stark. Nicht selten lässt man sich von der Wut, der Trauer, dem Neid des Anderen davon tragen.

Aber wie funktioniert denn das ganz genau? Weshalb nehmen wir das denn so wahr? Hast du dich das schon mal gefragt?

Meine Theorie ist die, dass wir Energien spüren können, die anderen verborgen bleiben. Weil wir einen ganz speziellen Zugang haben. Gerg Parlow erklärt das auch so schön in seinem Buch „zart besaitet“.

Unser Zugang zu Geistwesen, Verstorbenen, Energien, Lichtwesen, Naturwesen etc. scheint da ein bisschen einfacher zu sein als bei anderen. Viele von uns hatten als Kinder wohl eine sehr ausgeprägte „Phantasie“, wie die Erwachsenen das so schön nannten.

Ich gehörte auch dazu. Mein steter, treuer Begleiter Hanem war so real, dass er auch einen Teller und Besteck beim Mittagessen bekam und wenn er mal verloren ging, musste die ganze Familie helfen ihn wieder zu finden. Auch wenn das mitten in der Stadt beim Einkaufen mit der Grossmutter war.

Wir haben also einen sechsten oder siebten Sinn. Diese Art der Wahrnehmung wird auch oft Hochsensibilität genannt. Es gibt viele Menschen, die die beiden Begriffe Hochsensibilität und Hochsensitivität differenzieren. Für mich ist Hochsensitivität einfach ein Aspekt der HS.

Achtung jetzt wirds ganz spannend: Pascal Voggenhuber, ein sehr bekanntes Medium aus der Schweiz, welcher schon einige Bestseller geschrieben hat, erwähnt in seinen Vorträgen und Büchern immer wieder, dass jeder Mensch die Anlage in sich trägt, medial oder eben sensitiv zu sein. Er macht da keine Unterschiede zwischen HS oder nicht.

Spannend. Denn ich kenne niemand, der sensitiv oder medial und nicht hochsensibel ist. Trägt also jeder die Anlage zur HS auch in sich? Wäre es möglich, in jedem Menschen HS zu aktivieren? Schlummert es in jedem von uns? 

Die Theoretiker von euch kommen jetzt sicher mit der HirnregionTheorie, da bei HSP ja ganz andere Hirnregionen aktiv sind. Aber vielleicht, ja vielleicht kann man die ja auch als Normalo trainieren und aktivieren? Was meinst du?

Siehst du? Vielleicht sind wir alle gar nicht so speziell und abgedreht wie wird denken….

Wie auch immer. In jedem Fall küsst in mir diese Annahme die Hoffnung wach, dass wir irgendwann mal erkennen, dass jeder von uns ein ganz zartes, hoch schwingendes Wesen ist und dass es in dieser Welt einfach wirklich, wirklich mehr gibt als wir mit unseren physischen hören, sehen, schmecken, fühlen und spüren können.

Ich liebe es jedenfalls mit Menschen an ihren Wahrnehmungskanälen zu arbeiten, sie zu aktivieren, ihnen zu zeigen, wie sie ihre Sensitivität im Alltag integrieren können. Gerade ist es auch ganz spannend für mich, einen Weg heraus zu finden, wie ich diesen Aspekt in meinem OnlineKurs einbaue, damit jede Teilnehmerin ihren Wahrnehmungskanal so erfahren kann, wie er ist. Ganz individuell halt. Denn Klara sieht Engel und Gabi nur Farben. Eva mag Geistfürer und Rita Natrurwesen.

Wir alle können ganz unterschiedliche Zugänge haben, die es zu erfahren und erforschen gilt.

Das klingt jetzt alles total abstrakt und abgedreht für dich? Glaub es mir, das ist es nicht! Es wurde uns leider einfach von Kindesbeinen an abtrainiert. Was möglich ist, wenn man genau diese Wahrnehmungskanäle den Kindern offen hält und sie darin trainiert, das zeigt dieses beeindruckende Video:

Verrückt, nicht wahr? Ganz ehrlich: ich liebe es mit meinem Sohn ein ganz ähnliches Spiel zu spielen: Wir suchen uns vier Duplosteine aus. Ein gelber, grüner, blauer und roter. Dann versuchen wir die Farben mit verbunden Augen zu erspüren. Probier das mal mit deinem Kind aus, es macht unglaublich viel Spass. Und versuche heraus zu finden, wenn es im Kopf ist und die Farbe erraten will und wenn es wirklich mit seiner aussersinnlichen Wahrnehmung verbunden ist und empfängt. Am Anfang kann es hilfreich sein, dass du ihm einen Duplostein in die Hand legst und sagst: „ich lege dir jetzt den gelben Stein in die Hand. Fühle gelb.“ dann machst du das mit den anderen Farben auch, damit dein Kind die unterschiedlichen Farben spüren kann.

Ich wünsch euch jedenfalls ganz viel Spass beim wahr nehmen der eigenen Wahrnehmung.

Falls du deine Wahrnehmung mit mir trainieren möchtest, dann kannst du das in einem Einzelcoaching bei mir tun, oder du buchst dir jetzt einen Platz in meinem OnlineKurs, der am 15. Januar 2018 startet und dich über elf Wochen begleitet.

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