Wir Menschen sind ja schon so etwas ganz spezielles. Irgendwann mal, so die Theorie (die übrigens auch von manchem angezweifelt wird) haben wir uns wohl aus den Affen weiter entwickelt. Wir haben entschieden, dass wir aufrecht gehen wollen, haben damit angefangen, unseren Haarwuchs zu begrenzen, haben Sprachen entwickelt, unser Hirn wachsen und trainieren lassen.

Und was ist dabei heraus gekommen?

Wir unterscheiden uns von Tieren. Unterscheiden zwischen arm und reich, dumm und intelligent, alt und jung, krank und gesund, schwarz und weiss, gut und böse….

Wir führen Kriege, die sich Friedenseinsatz nennen, geben dem Geld so viel Bedeutung, dass es uns regiert, erfinden Regierungsformen die sich demokratisch nennen es aber eigentlich nicht sind. Wir leben in einer Welt, in der Kinder vor hunger sterben, obwohl es mehr als genug für jeden gibt. Wir bezeichnen uns als sozial, sind es aber eigentlich gar nicht. Wir mögen es gerne realistisch, wollen der Wahrheit auf die Spur gehen, werden aber Tag für Tag belogen und betrogen.

Wir sagen von uns, dass wir glücklich sind, weil wir doch schon alles haben. Sozialen Status, einen geilen Job, ein schnelles Auto, tolles Haus, geile Frau, gescheite Kinder.

Doch irgendwie, irgendwie ist da so ein kleiner Funke Traurigkeit der übrig bleibt. Unter dem Ganzen vielen Zeugs, das uns zumüllt. Irgendwie wissen wir, das uns unser Leben nicht gut tut. Das wir uns selber gerne ein bisschen besser kennen lernen wollen würden.

Wir denken, wir können ja eh nichts verändern, weil die Welt ja so läuft wie sie läuft und wir nur ein ganz ganz kleiner Fisch in dem Aquarium sind. Also schwimmen wir lieber mit dem Strom als gegen ihn.

Weshalb überhaupt? Das frage ich mich oft. Was um alles in der Welt könnte so schlimm daran sein, sich selber ein bisschen näher zu kommen? Sich kennen zu lernen, seine Bedürfnisse und Gefühle bewusst zu machen?

Ok, vielleicht könnte es die Welt da draussen etwas verändern.

Vielleicht würde man erkennen, dass alles mit allem verbunden ist. Vielleicht würden wir merken, das unser Handeln immer eine Konsequenz hat, dass wir vieles tun, das unserer Essenz eigentlich überhaupt nicht entspricht.

Und wir tun es trotzdem.

Vielleicht würden wir spüren, dass das alles uns nicht gut tut. Das wir was anderes wollen. Unseren Kindern etwas anderes wünschen.

Seit ich denken kann, empfinde ich immer und immer wieder so. Ich spüre dann diese Leere in mir, diese Traurigkeit darüber, dass sich nichts ändert. Oder zu wenig schnell was ändert. Dass diese Welt einfach dami nomol nicht gerechter oder besser oder friedlicher werden will.

Und sicher, mögen jetzt viele behaupten, dass diese Welt schon viel besser ist als vor ein paar Jahrzehnten. Und das reicht schon, um aufzuhören, etwas verändern zu wollen?

Ich merke, wie ich vieles, bewusst oder unbewusst auch unterstütze, was ich nicht gut finde. Durch mein Handeln oder nicht handeln.

Wir sind nicht nur Körper und Geist. Da ist noch mehr. Da ist noch so was wie eine Seele. Ein Plan. Etwas universelles. Etwas, das nicht wertet, das Liebe ist, annimmt, verändert, jeden von uns gross werden lässt.

Etwas fern von gier, neid und hass. Etwas, das spürt, das alles eins ist, wir eins sind. Verbunden sind, das alles nicht brauchen.

Und doch trauen wir (noch?) nicht. Wir trauen diesem Bauchgefühl nicht, weil es nicht fassbar ist. Doch es gehört zu uns wie unser physischer und unser mentaler Körper. Und genau so lässt es sich trainieren. Es kann dir den Weg weisen, dich unterstützen. Ein Lehrer, Begleiter, Wegweiser sein.

Wenn du dich traust, dich ihm hin zu geben. Gegen den Strom zu schwimmen. Deine Essenz spüren. In die Veränderung gehen. Sich verbunden fühlen. Wertfrei sein. Diese Welt zu einem besseren Ort machen. Die blaue Brille ablegen.

Die Würde eines Menschen ist unantastbar. Ein grosser Satz. Ein Menschenrecht. Du hast das Recht auf deine Würde. Würde hat nichts mit Ego zu tun. Würde ist das, was deiner Essenz entspricht. Sie ist von Mensch zu Mensch etwas ganz unterschiedliches. Für einen Mann der Männer liebt ist es wohl unter seiner Würde, seine Liebe verleugnen zu müssen.

Unsere Würde wird jedoch Tag für Tag für Tag mit Füssen getreten. Weil wir nicht wissen, WAS unsere Würde ist. Und so machen wir weiter in dem Spiel. Erfinden Menschenrechte, die besagen, das wir unantastbar sind. Erfinden wichtige, gescheite Sätze, die niemand deuten kann. Die keiner versteht und doch wissen wir alle, um was es geht.

 

 

 

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