Sie ist schon spannend, diese Hochsensibilität. Ein Thema, das mich nicht mehr los lässt. Auch deshalb, weil ich es sehr lange tot geschwiegen hab. Bewusst war es mir schon seit Kindesbeinen an, dass ich wohl ein bisschen sensibler bin als manch Anderer, dass ich mich oft in meine Phantasiewelt zurück zog und Emotionen von anderen Menschen in meinem eigenen Körper spürte.

Das alles behielt ich aber für mich. Lange Zeit.

Weshalb eigentlich? Ich glaube, es war die Angst davor, abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden, die mich dazu bewog. Ich wollte nicht als verrückt noch als schwach abgestempelt werden. So habe ich meine Hochsensibilität wohl einfach lange Zeit im Stillen ausgelebt.

Dann kam die Wende.

Ich glaube, die grosse Wende haben meine Kinder eingeleitet. Schon schnell habe ich gemerkt, dass mein Erstgeborener anders tickt. Er brauchte schon als Baby, nach einem ereignisreichen Tag seine Zeit, um die ganzen vielen Eindrücke zu verarbeiten. Meistens weinte er dabei. Lange Zeit habe ich das nicht verstanden. Bis mir meine Mutter einmal sagte, dass ich das genau gleich gemacht habe als Baby. Jeden Abend habe ich regelmässig eine Stunde geweint, um meinen Tag zu verarbeiten. Mein Sohn hatte als Baby schon einen sehr klaren Blick. Ich spürte und sah, wie er vieles aufnahm. Ging es mir nicht gut, ging es ihm auch nicht gut. Und umgekehrt. Jedes weitere Kind, das in unsere Familie geboren wurde tickte gleich. Mehr oder weniger. Mein Mann und ich haben das alles auch nie in Frage gestellt, weil wir spürten, dass es für uns ganz normal ist. Wir haben das FamilienBett oder das Tragen nie in Frage gestellt, weil es für uns klar ist, dass Kinder Nähe brauchen. Wir haben „langes“ Weinen am Abend nie verurteilt, im Gegenteil, es war für uns Anlass dazu, die nächsten Tage ruhiger zu gestalten, weil offensichtlich für unser Baby der Tag zu streng war. Schnell wurde mir bewusst, das es Menschen gab, die das alles als ein Problem sahen, das Gefühl hatten, mit unserem Baby stimme etwas nicht. Die mir sagten, dass diese Kinder aber doch schon sehr sensibel oder gar hochsensibel sind. „Ja klar, weshalb sollten sie denn anders sein, ich war auch schon so!“ antwortete ich oft.

Wenn die Hochsensibilität dich ausbremst.

Ich fand mich also sehr gut im meinem hochsensiblen Leben zurecht, bis ich mich eines Tages im Kinderkrankenhaus mit meiner kleinsten Tochter wieder fand. Sie hat ihren Oberschenkel bei einem Treppensturz gebrochen und musste mit mir drei Tage im Krankenstation verbringen. Es waren drei grausame Tage. Drei Tage, in denen ich kleine, zu früh geborene Babys sah und ihre Mütter, wie sie am Morgen kamen, um ihre Kinder zu besuchen und sie am Abend wieder alleine zurück lassen mussten. Ich sah kranke Kinder, traurige Schicksale und war besorgt um meine eigene Tochter. Alles war irgendwie zu viel. Ich konnte mich nur auf dieser Krankenabteilung bewegen und wäre am liebsten einfach alleine mit meiner Tochter gewesen, konnte das aber nicht sein. Ich fühlte mich gefangen in einer Situation, von der ich mich nur sehr schlecht abgrenzen konnte. Meine Gedanken drehten sich, ich schien mich selber zu verlieren. Ich sass da, weinend, wartete, bis mein Kind von der Operation zurück in unser Zimmer kam und dachte mir: „kein Wunder, dass dich das alles so mit nimmt, du bist einfach zu sensibel für das alles. Hochsensibel.“ Bäm! Dieser Satz löste eine Kettenreaktion aus. In Sekundenschnelle schien sich ein Kreis zu schliessen, schien so viel klar zu werden! Ja ich bin hochsensibel, meine Güte! Und meine Kinder. Und mein Mann! Und ja, dieses „du bist einfach zu sensibel“ musste ich mir in der Vergangenheit oft anhören.  Es gibt keinen Grund mehr, sich dagegen zu wehren, im Gegenteil, vielleicht ist es langsam an der Zeit, die Welt da draussen darüber zu informieren, dass ich so bin, wie ich bin. Hochsensibel halt. Und so schrieb ich meine ersten BlogArtikel zu dem Thema, fand heraus, dass es hauptsächlich hochsensible Frauen und Mamas waren, die sich für mich und meine Arbeit interessierten (hallo Resonanzgesetz, hihi), bekam ganz viele Rückmeldungen. Und merkte, dass HerzBauchWerk wohl dazu da ist, hochsensible Frauen und Mamas zu begleiten. Im Kinderwunsch, der Schwangerschaft und Geburt. Im Mama und FrauSein.

Hochsensibilität scheint einen schlechten Ruf zu haben. Zu unrecht.

Auch das fand ich ziemlich schnell heraus. Viele Menschen, die ich begleite und gerade heraus gefunden haben, dass sie HS sind, fragen mich entgeistert: „ach herrie, so ein Scheiss, was mach ich jetzt damit?“ Oder ich höre Sätze wie: „diese Hochsensibilität, die sagt mir so gar nichts. Ich will nicht so sein, auf gar keinen Fall!“ „Was du bist hochsensibel? Und kommst du damit klar?“ Ja ich komm damit klar. Ganz gut sogar. Weil ich es nicht in Frage stelle. Es gehört zu mir, zu meinem Leben, zu meiner ganzen Wahrnehmung und ist meine Realität. Und ja, auch ich durfte ein paar destruktive Glaubensmuster erst einmal erkennen und über Bord werfen, was dieses Thema angeht. Es ging dabei aber nicht um meine Hochsensibilität direkt, sondern um mich als Person, ich als Frau, darum, wie sehr ich mich lieben und annehmen kann. So, wie ich bin. In meiner ganzen Essenz. Inklusive Hochsensibilität halt.

Genau diesen schlechten Ruf will ich aber nutzen.

Um dir, liebe Mama zu zeigen, dass Hochsensibilität eine ganz wunderbare Gabe ist, wenn wir sie als diese erkennen und annehmen können. Ich möchte der Welt da draussen zeigen, dass es hochsensible Menschen da draussen braucht, weil sie Pioniere sind, Andersdenker, weil sie die besten Zuhörer und Empathen sind. Deshalb arbeite ich auch wie wild an meinem OnlineKurs, in dem frau ihre Hochsensibilität als PowerTool entdecken und lieben lernen kann. Ich möchte möglichst vielen Menschen da draussen von meinen Erfahrungen berichten und ihnen zeigen, dass es richtig viel Spass machen kann, hs zu sein.

Erzähl mir von deinem hochsensiblen Leben!

So, und jetzt bist du dran. Das heisst, wenn du Lust und Zeit hast, mir von deinem hochsensiblen Leben zu berichten. Wie das funktioniert? Ganz einfach! Du schreibst auf deinem Blog einen Artikel darüber, was Hochsensibilität für dich bedeutet. Falls du keine eigene BlogSeite betreibst und trotzdem unbedingt von deinen Erfahrungen berichten willst, kannst du dies selbstverständlich auch tun! Weiter unten steht beschrieben, wie das geht. Ich freu mich schon auf ganz viele wunderbarae, spannende Artikel. Denn eins ist sicher: Hochsensibilität ist etwas sehr individuelles, facettenreiches, das sich in ganz unterschiedlicher Art und Weise zeigen darf. Du bist ganz frei in deiner Schreibe, vielleicht möchtest du davon berichten, wie du heraus gefunden hast, dass du HS bist, oder wie dein hochsensibles Leben als Mama aussieht. Oder vielleicht hast du ein hochsensibles Kind und möchtest deine Erfahrungen hier teilen. Vielleicht bist du gerade als Hochsensible schwanger oder möchtest mir von deiner Geburt erzählen. Es gibt also unzählige Ideen. Und so nimmst du an der BlogParade teil: Versehe deinen Post mit dem Link zu dieser Seite und dem Hashtag #hsundich Ist dein Post fertig, dann verlinke ihn hier unter diesem Beitrag im Kommentarfeld mit einer kurzen Beschreibung. Ich werde diesen dann hier in den Beitrag einfügen. Wenn du keinen Blog betreibst, aber trotzdem gerne über dein Leben als Hochsensible und was das mit dir so macht schreiben möchtest, dann schick mir deinen Text per Mail, ich werde ihn dann separat von hier aus posten. Das gilt auch für alle, die gerne anonym bleiben wollen. Die Blogparade endet am 31.12.2017

 1. Priska Leutenegger

Eine wunderbare Künstlerin und fantastische Schreiberin macht den gelungenen Anfang von meiner Blogparade. Ich freue mich sehr! Vielen Dank liebe Priska, für deine klaren, kraftvollen und authentischen Worte! „Ich glaube, dass jeder Mensch hochsensibel geboren wird. Es liegt in der Natur. Die einen sind es vielleicht etwas ausgeprägter als die anderen, aber im Grundsatz ist das Potential „sensibel zu sein“ mitgegeben, denn sensibel sein heisst auch, zu spüren, was für sein eigenes Herz richtig und wichtig ist.“ Den ganzen Text kannst du hier lesen

2. Bernarda Schmid

Es ist die erste Blogparade, an der Bernarda Schmid von dein Herzensweg mit macht, und ich finde, ihre Premiere ist absolut gelungen! Und, bin ich nun hochsensibel? Ja, ich denke schon. Ich möchte mich aber nicht so nennen. Ich bin einfach ich selber. Sensibel, aber auch stark und mutig. Eine Frau, die ihren Weg geht. Eine Frau, die aufzeigt, dass trotz grosser Sensibilität ein gefestigtes, bodenständiges, selbstbestimmtes Leben mit Kindern wunderbar möglich ist und gelingt. ❤ Ihr wundervoller Text erwartet dich hier.

3. Motherbirthblog

Ich möchte von ganzem Herzen Andrea dafür Danken, dass sie den Mut hatte, diesen ehrlichen und bewegenden Artikel über ihre Hochsensibilität zu schreiben. Mein Hirn macht dann TILT! Aus. Ende. Vorbei. Mein Kopf ist zugemüllt. Verstopft. Kein Durchkommen. Nichts geht mehr. Weder rein noch raus. Ich fühle mich wie paralysiert. Unfähig zu irgendeiner Aktion. Von Interaktion mal ganz zu schweigen. Genießen sieht anders aus. Den ganzen Artikel kannst du hier lesen.

HerzBauchWerk Newsletter

HerzBauchWerk Newsletter

Ja, ich möchte mich von HerzBauchWerk per Mail inspirieren lassen!

Du hast dich erfolgreich angemeldet!

Share This