Dieser Text hier ist nicht neu. Ich habe ihn gestern schon für meine NewsletterAbonnenten geschrieben. Aber irgendwie hab ich das Gefühl, sollte ich ihn noch ein bisschen weiter teilen. (Wer meinen Newsletter noch nicht kennt, dem möcht ich sagen, dass ich jeden Freitag eine kleine Inspiration verschick, vielleicht hast du ja auch Lust, mit dabei zu sein.)

Es geht um das Thema Selbstwert.

Eigentlich nervt es mich ziemlich. Da bekommt man wieder mal eine Mail von jemandem, der dich fragt, wie viel du dir denn selber einen Wert bei misst, und im nächsten Atemzug erklärt, dass du genau deshalb, weil du dir zu wenig Wert gibst, auch viel zu wenig verdienst.

Ist es wirklich so? Muss ich mich einfach ein bisschen wertvoller fühlen und dann kommt das Geld um die Ohren geflogen? Ich find die Theorie irgendwie komisch, konnte dir aber bis heute nicht erklären, weshalb.

Denn für mich war sie nicht stimmig. Aber man hat das ja so gelernt und weiter erzählt. Es gibt ganze Bücher davon, wie die Energie des Geldes funktioniert.

Im Übrigen finde ich, hab ich mich echt lieb und deshalb glaube ich nicht, mir zu wenig Wert zu geben. Zum anderen kenne ich Menschen, die verdienen richtig viel Kohle und haben irgendwie wenig Selbstwertgefühl. Es geht aber heute nicht ums Thema Geld.

Gestern bin ich beim lesen von dem Buch „Glücksschule“ von Daniel Hess auf ein paar ganz interessante Antworten gestossen, die sich für mich sehr stimmig anfühlen und mir das bestätigen, was ich so wahr nehme. Ich konnte mir das einfach nie so schön in Worte zusammen fassen:

„Damit ein Mensch ein Selbstwert entwickeln kann, braucht er zuerst einmal ein Bild von sich selbst und weiter die Bewertung desselben. Im Ursprung kennt ein Kind keinen Selbstwert und macht sich auch keine Gedanken darüber, ob es gut ist, so wie es ist.“

So etwas wie Selbstwert entsteht also erst aus der Tatsache, dass wir anfangen uns zu vergleichen, zu bewerten. Wir sind schneller, langsamer, dicker, dünner, schlauer, dümmer, reicher oder ärmer, sensibler etc als der Eine oder die Andere.

„Jeder Selbstwert beruht auf dem Bewerten und Vergleichen von Aspekten, die ich gelernt habe, meinem Ich zuzuschreiben.“

Und wer ist ICH? Ja genau, das Ego! Dass das Ego ein Konstrukt deines Verstandes ist, muss ich dir glaube ich nicht mehr erklären. Unsere Gedanken, unser Verstand kann sehr manipulativ wirken. Er kann uns so einiges vorgaukeln, das nicht ist.

Wir sind die Zahntechnikermeisterin, die ein Vermögen für ihre Ausbildung ausgegeben hat und jetzt nur noch Hausfrau ist. Wir sind die schlechte Schülerin, die Studentin, die Arbeitslose oder die Topmanagerin und identifizieren uns damit. Wir fangen an, uns mit den Menschen da draussen zu vergleichen, fühlen uns besser oder schlechter und sagen uns dann: das bin Ich.

Wenn wir uns hauptsächlich besser und stärker als der Rest der Menschen, die uns begegnen fühlen, haben wir anscheinend einen grossen Selbstwert, fühlen wir uns schlechter, einen kleinen.

Merkst du etwas?

Ja genau! Das alles ist sehr trennend! Jede Art von Bewertung trennt! Und lässt uns die Augen vor dem verschliessen, was wirklich ist!

„Je mehr wir glauben zu wissen, wer oder was wir sind, je mehr wir uns mit Überzeugungen identifizieren, je mehr wir glauben, unsere Identität wissen zu können, desto grösser wird unsere Abhängigkeit von diesem Wissen.
Je mehr wir glauben, jemand bestimmtes zu sein, desto mehr haben wir zu verlieren.“

Hochsensibilität ist theoretisch auch nur eine Bewertung. Eine Definition. Eine, mit der man sich mit anderen, die es scheinbar weniger sind, vergleicht. Wie wir die Hochsensibilität jetzt bewerten hängt davon ab, wie du die „Anderen“ bewertest. Findest du also die, die nicht HS sind viel besser, stärker, unabhängiger als du, misst du dir weniger Wert zu.
Du könntest dir aber auch als Hochsensible mehr Wert als den Anderen zu schreiben, wenn du erkennen würdest, das Hochsensibilität dich stärker, besser und unabhängiger als die Anderen werden lässt.

Es spielt absolut keine Rolle, wie oder was oder wer du bist. Es zählt nur, wie sehr du dich mit dem Aussen vergleichst, und wie sehr du dich besser oder schlechter als die Anderen fühlen willst.

Versuche doch einfach mal für dieses Wochenende das ganze Bewerten und Vergleichen sein zu lassen. Und dir keine Gedanken darüber zu machen, wie viel Selbstwert du hast. Erkenne, dass das alles nur ein Konstrukt von deinem Ego ist, eine begrenzte Sichtweise, die du als Kind erlernt und übernommen hast von deinen Eltern oder Lehrern, Lehrmeistern und Chefs.

Atme in einem ruhigen Moment einfach mal ein paar Mal tief ein uns aus und spür in dich hinein, in dein Herz, deinen Körper. Mach dir keine Gedanken darüber, ob du gut bist, so wie du bist.

DU BIST EINFACH!

Und dann, dann fang damit an, die Menschen da draussen nicht mehr zu werten. SIE SIND EINFACH.

Viel Spass damit und ein wunderschönes Wochenende wünsch ich dir! Alles Liebe!

Glücksschule von Daniel Hess

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