Sagt mal, wie alt wart ihr, als ihr zum ersten Mal Mutter wurdet? Ich hab ja das Gefühl, dass es hier in meinem Umfeld ganz normal ist, erst ab Dreissig Mama zu werden. Die Mütter, die ich kenne sind fast alle in meinem Alter. Ich hab mir also nie wirklich gross Gedanken darüber gemacht, ob ich nun ein alte oder junge Mama bin. Bis zu diesem Artikel.

Meine Mama hat mich mit 24 gekriegt. Das fand ich recht cool, denn ich hatte und habe immer noch eine junge Mutter. Eigentlich, ja eigentlich wollte ich auch eine junge Mama werden, hab mich dann aber nicht wirklich getraut und so wurde das Kinderkriegen nach einer totalen Ausklammerung einfach nach hinten verschoben. Aber die Story kennt ihr ja.

Mein erstes Kind hab ich mit 33 bekommen. Als meine Mutter so alt war, war ich schon 9. Für mich hat das gestimmt, ich hatte niemals das Gefühl, zu alt zu sein um ein Kind zu haben. 

Und doch plötzlich ertapp ich mich mit dem Gedanken: Bist du eine alte Mama? Na gut, das Alter ist ja eine ziemlich relative Sache und Frau ist so alt wie sie sich fühlt. Aber wenn ich manchmal ein Selfie von mir macht dann ertapp ich mich doch ab und zu, wie ich das Foto schnell wieder lösch weil es mir doch ein paar Falten zu viel drauf hat. 😉 Mein Körper verändert sich, altert. Und seit ich Kinder hab wird dieser Prozess beschleunigt, hab ich manchmal das Gefühl.

An meinem Körper mag ich jetzt nicht rum meckern. Er trägt mich gewissenhaft durch dieses Leben. Er hat drei wundervollen Kindern ein zu Hause geschenkt und sie geboren. Er hat sich jedes Mal vorbildlich davon erholt. Die Proportionen, ja die sind nicht mehr die gleichen. Die Brüste sind (immernoch) klein, der Bauch ein bisschen gewölbter als damals und der Po der wird immer kleiner. Das sieht manchmal irgendwie komisch aus, wenn ich mich so im Spiegel betrachte. Ich hab aber keinen Bock darauf, zu hart mit mir ins Gericht zu fallen. Denn grundsätzlich find ich mich ganz ok so wie ich bin. Ich hab einfach keine Lust mehr dazu, mir wegen meinem Körper, der tadellos funktioniert und sich echt toll anfühlt ein Gewissen zu machen und ihn umformen zu wollen. Denn wenn ich ganz ruhig werde, mich mit dieser Hülle verbinde, tief atme und ich mich frage, ob ich mich wohl fühle, dann fühl ich mich wohl. Geborgen. Getragen. Beschützt. Also dann kann dieser Körper ja nicht schlecht sein. Auch wenn die Nase etwas gross geraten ist und sich immer mehr Falten zeigen, der Popo nicht mehr so straff wie früher ist und ich anscheinend mal einen Sixpack hatte.

Botox und co. sind für mich keine Option. Zum Leben gehört das älter werden dazu. Und das möcht ich mit Würde machen. Ich bin sowieso der Meinung, dass gesunde Ernährung das beste Botox ist. Also kauf ich Bio. Und beim Bauer. Hier um die Ecke. Vielleicht geb ich viel Geld für unser Essen aus, aber ich verzichte dafür lieber auf Ferien, weil ich das Gefühl hab, dass uns eine gesunde Ernährung mehr dient. Das ist unsere Philosophie.

Aber zurück zum Alter, darum geht es ja eigentlich in diesem Text:

Welches sind die besseren Mütter? Die jungen oder die alten? Hm, ich glaube keine von beiden. Denn jede MutterGeneration hat seine ganz eigenen Qualitäten. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es ein bisschen einfacher ist, sich in die Mutterrolle hinein zu geben wenn man jung Mama wird. Man hat gerade das Studium oder die Ausbildung fertig, nicht lange gearbeitet und schon kommt dieser neue Lebensabschnitt. Ich glaube auch, als junge Mutter geht man etwas lockerer mit dieser Verantwortung um, ist irgendwie „näher“ an der eigenen Kindheit.

Ältere Mütter haben meist mindestens zehn Jahre gearbeitet. Ob sie nun die grosse KarriereLeiter erklommen haben oder nicht spielt dabei nicht wirklich eine grosse Rolle. Fakt ist, wir haben ziemlich lange unser eigenes Geld verdient. Das jetzt (falls wir gar nicht mehr arbeiten wollen) weg fällt. Tschüss finanzielle Freiheit.

Wir hatten einen Job, in dem wir viel Anerkennug holen konnten, uns wertgeschätzt gefühlt haben, etwas erreicht haben, gut darin waren. Und dann? Dann sind wir Mutter, das, was wir uns so sehr gewünscht haben ist in Kraft getreten. Unbewusst haben wir uns ja schon Gedanken darüber gemacht, ob wir überhaupt noch schwanger werden können, weil die Zeit tickt, weil ab Dreissig die Fruchtbarkeit anscheinend rapide abnimmt. Und das Risiko für ein behindertes Kind steigt. Wir nehmen viele Hürden auf uns geben dafür aber meist ein sicheres, strukturiertes Leben auf.

Denn wenn das Kind einmal da ist, dann wird nichts mehr so sein wie vorher. Nichts. Die Beziehung verändert sich, die finanziellen Verhältnisse, der ganze Tagesablauf, du als Frau nimmst eine neue Position im Leben ein.

Vielleicht kann es sein, dass genau diese Veränderungen für uns Frauen über Dreissig etwas heftiger ausfallen als für eine Frau, die schon mit Zwanzig Mama wird. Ich weiss es nicht, weil ich ja nicht so jung Mutter geworden bin. Aber ich kanns mir vorstellen.

Also ich kanns nicht ändern, ich bin wahrscheinlich eine alte Mama. Wenn meine Kinder 18 werden geh ich schon schwer auf die 60ig zu. Dann, wenn bei den jungen Müttern die Kücken schon langsam ausfliegen geht bei uns die Party erst richtig los. Vielleicht hätten wir vor zwanzig Jahren noch mehr Nerven für unsere drei Chaoten gehabt. Mein Mann behauptet das jedenfalls. Er meint, er wäre damals viel lockerer gewesen. Ich seh das etwas anders. Und versuch diese Lockerheit ins Jetzt zu holen. Dann bin ich halt eine junge Alte.

 

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