Naja, ich gebe es zu, selbstbestimmtes Gebären ist in meinen Augen schon ziemlich zu einem Modewort in der Szene rund um eine neue Geburtskultur geworden. Auch ich selber schreibe gerne über das selbstbestimmte Gebären und was dazu gehört. Und ja, das Wort „selbstbestimmt“ und seine Bedeutung ist auch selbsterklärend. Eigentlich. Oder nicht?

Es geht darum, dass ich als Frau, als Schwangere, als werdende Mutter selber bestimme, wie, wo und in welcher Umgebung ich gebären möchte. 

Ich bestimme selber. Ich erschaffe mir also meinen ganz eigenen GeburtsRaum. In mir. Für mich. Ich erkenne, was ich brauche, um so zu gebären, wie ich mir das wünsche.

Theoretisch klingt das alles ganz einfach und ganz simpel. Wir können die Wortspielerei auch gerne noch weiter ziehen und ich frage dich hier und jetzt, ob du den auch ein selbstbestimmtes Leben führst. Oft haben wir nämlich das Gefühl, dass wir selber bestimmen. Wir bestimmen aber immer nur selber im Rahmen unserer Möglichkeiten. Und fühlen uns frei dabei. Nur erkennen wir oft nicht, dass wir manchmal diesen Rahmen der Möglichkeiten sehr eng stecken.

Der Rahmen kann nämlich nur so gross sein, wie wir ihn definieren. Also frage dich doch mal ganz in Ruhe, wie viele Möglichkeiten du in dein Leben lässt und wie vieles du einfach als gegeben oder so wie es ist hin nimmst. Frage dich, wie viele Möglichkeiten und Optionen du dir selber erlauben und in betracht ziehen willst.

Wie eng steckst du jeweils deine EntscheidungsSpielRäume?

Aber bleiben wir mal beim Thema Geburt. Die Grundsatzfrage, die sich mir stellt ist die, wo denn die Selbstbestimmung anfängt und wo sie aufhört. Eine Frau, die sich dafür entscheidet, sich nicht wirklich vorgängig mit dem Thema Geburt auseinander zu setzen, alles ein bisschen dem Zufall und den Ärzten im Krankenhaus überlassen will, weil doch sowieso alles immer ganz anders kommt als man denkt, bestimmt dies ja auch selbst. Und trägt damit dann auch die Verantwortung für ihren Entscheid. Oder sie macht es sich einfach und wusste ja sowieso, dass alles anders kommt und gibt dem Schicksal die Schuld.

Ich weiss, dass mit selbstbestimmter Geburt etwas anderes gemeint ist, keine Angst.

Was braucht es denn, um selbst bestimmen zu können? Ja genau, ich muss zuerst einmal wissen, welche Optionen und Möglichkeiten für mich als Bestimmende zur Auswahl stehen.

Und genau hier liegt schon mal der Hund begraben. Denn die Auswahl, die wir Frauen in Bezug auf Geburt haben wird sehr oft sehr begrenzt und einseitig präsentiert.

Denn…

… wenn wir nicht wissen, dass wir uns auch von einer Hebamme in der Schwangerschaft betreuen können, ja dann können wir uns auch nicht dafür entscheiden.

…wenn wir nicht wissen, dass wir auch zu Hause gebären könnten und dass eine Hausgeburt mit nicht viel grösserem Risiko verbunden ist, ja dann können wir uns auch nicht dafür entscheiden.

…wenn wir nicht wissen, wie der weibliche Körper unter der Geburt funktioniert und dass er die Option hat, Geburt als einen kraftvollen, schmerzarmen oder gar schmerzfreien Prozess zu erleben, ja wie könnten wir uns denn dafür entscheiden?

Deshalb ist es wichtig, alle möglichen Optionen zu kennen. Es ist wichtig, den EntscheidungsSpielRaum in dem ich mich bewege, ganz auszuleuchten und zu kennen. Jeden einzelnen Winkel davon.

Es ist wichtig, dass du erst einmal den Rahmen deiner Möglichkeiten kennst und diesen absteckst. So weit wie es geht.

Denn nur wenn du alle Möglichkeiten kennst, kannst du entscheiden, wohin du deinen Fokus wirklich lenken möchtest.

Vielleicht widersprichst du mir jetzt und denkst: „oh mann, aber je mehr Möglichkeiten ich hab, desto schwieriger wird es doch für mich, mich zu entscheiden!“ Da hast du bestimmt recht. Aber vielleicht würdest du sonst auch die Gelegenheit verpassen, dass sich dir ganz neue, ungeahnte Möglichkeiten auf tun, die du noch nie in betracht gezogen hast und für dein Leben eine grosse Relevanz spielen könnten.

Vielleicht sind es nicht immer die einfachsten und bequemsten Möglichkeiten. Vielleicht sind es Möglichkeiten, die dich in einen tiefen Prozess werfen, die dich deine Ängste überwinden lassen, die dich spüren lassen, wer du bist und was du hier ganz genau machst. Vielleicht sind es Möglichkeiten, die dir zeigen, dass du bis jetzt mit angezogener Handbremse durch dein Leben gegangen bist.

Um zu wissen, wohin deine Aufmerksamkeit gehen soll, welche Erwartungen und Wünsche du unter deiner Geburt erfüllt haben willst, braucht es eine klare Absicht.

Es braucht Klarheit.

Du musst wissen, was DU und nur DU brauchst, um kraftvoll und eben selbst bestimmt gebären zu können.

Und wie findest du das heraus? In dem du dich immer wieder fragst, was sich für dich richtig anfühlt. Der Verstand kann dir auf der rationalen Ebene sehr gute Dienste erweisen. Er ist dazu da, um zu vergleichen, die besten Argumente abzuwägen, um zu analysieren. Der Verstand steckt aber auch sehr oft die Rahmen für EntscheidungsSpielRäume sehr eng.

Und der Verstand kann eins nicht: sich wohl fühlen. Und auf sein Herz hören.

Und genau darum geht es, wenn du in deiner Kraft bleiben willst. Wenn du deinen Weg gehen möchtest. Auch unter der Geburt.

Du musst dich wohl fühlen können. Du solltest spüren, dass für dich gesorgt wird. Du solltest dich geborgen fühlen und die Möglichkeit haben, voll und ganz in deiner Mitte bleiben zu können. Du solltest Menschen um dich haben, denen du voll und ganz vertrauen kannst. Du solltest mit Freude jede Welle annehmen und auf ihr reiten können. Du solltest dich widerstandsfrei der Geburt von deinem Baby und dir als Mutter hin geben können.

Selbstbestimmtes Gebären heisst also, dass du deine Wünsche in Bezug auf deine Geburt kennst, dass du weisst, was du brauchst um dich wohl zu fühlen. Es heisst auch, dass du dich für alle Möglichkeiten, die dir eine Geburt bietet öffnen kannst und dich für die entscheidest, die sich für dich am besten anfühlen. Du entscheidest dich für die Lösung, die für dich, dein Baby und deine Familie die beste ist. Du erlaubst dir, kraftvoll, selbstbestimmt und fern von alten Glaubensmustern Geburt so zu erleben, wie du es möchtest.

Um selbstbestimmt gebären oder leben zu können braucht es nicht viel Mut. Es braucht nur die klare Absicht, in sich hinein horchen zu wollen, sich und seine Bedürfnisse als Mensch, als Frau, als Gebärende ernst und wahr zu nehmen und diese ganz abgesehen davon, was uns die Gesellschaft als „Norm“ vor gibt zu erfüllen.

Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt keinen sicheren oder unsicheren Weg. Es gibt nur dich, dein Leben, deine Bedürfnisse und Wünsche und das, was dein Herz dir sagt.

Also bestimme selbst, wie du gebären und wie du leben willst!

In meinen Coachings und der mentalen Geburtsvorbereitung helfe ich dir heraus zu finden, wie deine Bedürfnisse und Wünsche aussehen. Ich helfe dir, ganz fern von alten Konditionierungen deine Essenz zu spüren, damit du dein Leben wieder selbstbestimmt in Angriff nehmen kannst. Fern von alten Mustern helfe ich dir dabei, dein Herz wieder zu spüren und heraus zu finden, was es dir sagen möchte, wohin dein Weg gehen mag.

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