Die meisten von euch haben sicher schon mal den Begriff vom inneren Kind gehört. Letztens habe ich einen ganz tollen Text im Internet gefunden zu diesem Thema, der mich zu diesem BlogPost inspiriert hat. Weil ich mit meinen Klientinnen ziemlich oft und gerne mit deren inneren Kindern arbeite. Es ist eine intensive, schöne Arbeit, die sehr viel Veränderung und Transformation auslösen kann.

Wer ist denn nun dieses innere Kind und weshalb ist es so unglaublich wichtig?

Das innere Kind, ist das Kind, das in dir schlummert, mit all seinen vielen Erinnerungen und Erfahrungen aus der Kindheit. Dieses innere Kind kann ganz locker flockig daher kommen, sehr liebenswert sein, aber auch ziemlich wütend oder traurig. Viele Erfahrungen aus unserer Kindheit bleiben an uns haften, ergeben Glaubensmuster, die wir einfach so annehmen, wie sie sind. Wir übernehmen Überzeugungen von unseren Eltern, Lehrern oder auch Freunden und formen daraus unsere Realität.

Das alles ist eigentlich überhaupt nicht schlimm und gehört zum Menschsein dazu. Wir brauchen eine gewisse Struktur und Vorbilder, wir brauchen Regeln, damit wir wissen, in welchen Bereichen wir uns ganz sicher bewegen können. Unsere Eltern begleiten uns ins Leben, sie sind unsere Anker, unsere Superhelden, wir stellen sie als Kind niemals in Frage. NIE. Denn Kinder sind vollkommen wertfrei. Bis zu einem bestimmten Alter. Auch wenn einem Kind wirklich etwas schlimmes angetan wird, es zum Beispiel geschlagen oder misshandelt wird, stellt es seine Peiniger lange Zeit niemals in Frage, sondern hat immer das Gefühl, dass es selber an dem ganzen schuld ist und etwas falsches macht.

Und dann? Dann werden wir erwachsen.

Im besten Fall erkennen wir, dass da einige Dinge schief gelaufen sind. Oder wir wurden so supertoll in diese Welt begleitet, dass wir mit unseren Eltern und ihren Überzeugungen total überein stimmen. (Ehrlich gesagt, hab ich noch niemand kennen gelernt, auf den das zutrifft)

Im schlimmsten Fall können oder wollen wir uns nicht mehr an unsere Kindheit erinnern, merken aber, dass wir mit dem Leben manchmal hadern.

Wissen aber nicht warum.

Was ganz sicher ist, wir werden von Glaubenssätzen und Glaubensmustern überhäuft und machen diese zu unseren Überzeugungen. Sie formen unsere Realität. Tag für Tag. Manche auf eine gute Art und Weise, andere auf eine ziemlich hinderliche. Das, was uns vorgelebt wurde als Kind hat uns automatisch geprägt. Man macht das und dies halt einfach so. Und falls man selber sowas anders machen will, muss man erstmal an dieser Überzeugung rütteln und für sich eine neue definieren.

Nur schon die Erkenntnis, dass man Dinge, die einem nicht gut tun deshalb tut, weil andere das halt auch so tun, und man das für sich ziemlich blind und ohne gross zu überlegen übernommen hat, ist schon mal ein grosser Schritt in Richtung Veränderung.

Schlussendlich lernt jeder Mensch, jedes Kind immer nur vom Abschauen. Das ist ja alles ganz normal und überhaupt nicht schlimm. Nur wenn ich damit anfange, Dinge abzuschauen, die mir selber, meiner ganz eigenen Persönlichkeit und Essenz nicht entsprechen, dann wird das Ganze etwas destruktiv.

Wenn mein Umfeld gar so schwierig war, dass ich von klein an mein Leben in Überlebensmodus führen musste, weil ich ja einfach nur gefallen wollte, weil ich einfach nur die Anerkennung und die Liebe meiner Eltern oder meiner Mitmenschen wollte. Koste es was es wolle. Dann wirkt die Angepasstheit irgendwann mal sehr destruktiv.

Eigentlich, ja eigentlich wollen wir alle ja einfach nur so geliebt werden wie wir sind. Und dafür verbiegen wir uns dann. So weit, bis wir das Gefühl haben, jetzt genug liebenswert zu sein. Dabei vergessen wir oft uns selber. Dann haben wir alle andern gern, denen wir gefallen aber uns selber gefallen wir gar nicht mehr. Und uns selbst lieben wir dann am wenigsten. Weil wir nur noch jemand sind, der sich an Erwartungen und Konditionen anderer anpasst.

Und dann, dann werden wir selber Eltern.

Wir werden Eltern und merken, wie unsere Kinder eigentlich schon vollkommen auf die Welt kommen. Sie haben von Anfang an ihren Charakter, ihre Essenz leuchtet. Ich seh das bei meinen drei Kids. Jedes ist total unterschiedlich. Die gleichen Eltern, dasselbe Umfeld aber drei völlig unterschiedliche Menschen. Drei verschiedene Seelenpläne. Drei verschiedene Lebensaufgaben.

Drei kleine Menschen, die ihren Weg gehen werden.

Und was ist meine Rolle dabei? Ich begleite. Unterstütze. Biete Raum zur Entfaltung ihrer Flügel. Und pumpe sie voll mit meinen ganz eigenen Glaubensmustern. Ob die ihnen gut tun oder nicht, das weiss ich nicht. Ich kanns dir nicht sagen. Zugegeben, bei einigen da weiss ich, dass die ganz sicher nicht gut tun werden, weil sie mir auch nicht gut getan haben. Andere finde ich, gehören unbedingt zum Leben dazu. Zum Beispiel der, dass man jemanden, den man auf der Strasse begegnet „Grüezi“ sagt. Und wenn man das nicht tut, dann ist man unanständig.

Selber Mutter zu werden hat mich wieder in meine eigene Kindheit zurück geworfen. Vieles wurde klarer. Ich durfte mit meiner kleinen Tanja, die immer noch in meinem Herzen wohnt Frieden schliessen. Weil ich erkannt hab, dass jedes Kind vollkommen ist. Auch ich war das. Auch ich bin mit einer Lebensaufgabe auf diese Welt gekommen und durfte meinen Eltern so manches spiegeln. Einiges durften sie durch mich erkennen, lernen. Viele Muster, die sie von ihren Eltern übernommen haben, die eigentlich für sie auch nicht mehr passend und angebracht waren haben sie mir über gestülpt.

Das läuft so. Ist ganz normal. Bis zu einem gewissen Grad.

Kinder merken sehr schnell wenn jemand nicht authentisch ist. Sie merken vielleicht nicht bewusst, was jetzt genau falsch läuft, aber sie merken irgendwas stimmt hier nicht. Das, was ich mit den Ohren höre stimmt nicht mit dem überein, was ich im Herzen fühle. Deshalb kann man Kindern auch nichts vormachen. Kinder haben aber auch ein grenzenloses Vertrauen, ein Vertrauen ins Leben. Und genau das ist das Dilemma. Also denken sie, das wird schon richtig sein so, wie mir Mama das erzählt, mein Gefühl dazu ist einfach etwas falsch. Also bin ich falsch. Hm. Mit der Zeit geht das fühlen mit dem Herz verloren, weil es ja sowieso falsch ist, weil der Kopf immer anders denkt. Weil man anders sein muss. Und das mit dem Vertrauen, naja, das geht dann irgendwann auch mal verloren nach zwei drei Enttäuschungen. So passen wir uns dem Aussen, den Konditionen, den Erwartungen an und funktionieren. Im ÜberlebensModus.

Die einen haben etwas weniger Mühe sich anzupassen, die anderen werden etwas verhaltensgestört. Oder haben eben ADHS. Aber zum Glück kann man das ja behandeln. Weil es nicht richtig ist. Und es für alles eine Lösung gibt. Wir kämpfen uns dann also durchs Leben. Was dabei am meisten verloren geht ist das Vertrauen in uns selbst, in diese wunderschöne, einzigartige innere Stimme.

Fakt ist: wir werden Eltern und wollen meistens nur das beste für unser Kind.

Wir werden Eltern, sprechen zwei Jahre lang mit diesen kleinen Menschen in der gulli gulli Babysprache, damit er uns besser versteht. (nur nicht ich, ich bin bekennende BabyspracheHasserin. Redet bitte normal mit euren Kindern. Sie verstehen euch auch so. Denn zu 99% redet ihr im normalen Leben auch normal. Und euer Kind ist mit dabei. Muss ja komisch sein, wenn man das Gefühl vermittelt bekommt, dass Mama und Papa nur für einem selber in einer anderen Sprache reden müssen.)

Wir werden Eltern und lassen uns regelmässig von Experten beraten, welcher Entwicklungsschritt wann jetzt genau bei unserem Kind ansteht. Wir lassen unsere Kinder in Wachstumskurven fest halten und vergleichten sie schon von ganz klein auf mit der „Norm“.

Wir werden Eltern, und zählen die Worte unseres Zweijährigen um heraus zu finden, wie gross der Wortschatz schon ist.

Wir werden Eltern und können es nicht ertragen, wenn unser Baby weint. Weil wir dafür da sind, dass es nicht weinen muss. Aber vielleicht, ja vielleicht ist weinen seine ganz eigene und noch einzige Art, sich auszudrücken? Vielleicht nimmt dein Kind sich gerade Raum um die eigenen Emotionen zu verarbeiten? Dürfen wir dem denn keinen Raum geben?

Wir werden Eltern und verzweifeln an den Wutausbrüchen von unseren Kindern. Wir drehen selber durch. Weil Wut ein Tabu ist. Weil in dieser Gesellschaft Wut nicht gerne gesehen wird. Weil unsere Wut als wir noch klein waren auch nicht ausbrechen durfte. Und genau daran werden wir dann wieder erinnert. Alles kommt wieder hoch. Um es dann mit dem Kind gemeinsam wieder mühevoll runter zu schlucken statt laut raus zu lassen.

Wir werden Eltern und wollen unseren Kindern gefallen. Und wenn wir ihnen gerade nicht gefallen, dann machen wir das ja für eine übergeordnete Sache. Wir machen dass dann dafür, dass sie hoffentlich richtig raus kommen. Dafür, dass sie mit dieser Welt da draussen lernen umzugehen, das Spiel da draussen erkennen und es schön brav mitspielen.

So wie wir es auch tun. Oft gegen unseren Willen und gegen das, was eigentlich unsere Bestimmung wäre.

Wir werden Eltern und wollen nur das Beste. Und vergessen dabei uns selbst und unser Kind. Wir vergessen, dass wir selber uns in einem Überlebensmodus befinden. Ich gebe es zu, dieser Überlebensmodus kann recht viel Spass machen, denn meistens kann man ihn noch mit tollen Dingen verschönern, die man kaufen kann.

Langsam sollte ich zum Punkt kommen.

Die eigenen Kinder erinnern uns an unser inneres Kind. An das Kind, das immer noch in dir schlummert. Meistens an das verletzte, angepasste Kind. Ich bin kein Freund davon, sich immer wieder in der Vergangenheit aufzuhalten und das Drama von alten Verletzungen aufzuwärmen, glaube mir. Im Gegenteil. Ich bin ein Mensch, der sehr lösungsorientiert ist.

Aber mal ganz wertfrei, mit offenem Herzen dem inneren Kind zu begegnen und ihm das zu geben, was es gerade vermisst ist etwas sehr heilendes. Denn dieses innere Kind hat ganz vieles zu erzählen. Von diesem Kind dürfen wir ganz vieles lernen.

Es zeigt dir, wer du bist.

Es zeigt dir, wie du deine Leichtigkeit und Freude wieder findest.

Es zeigt dir, was du vermisst. 

Es zeigt dir, wo deine Trauer, deine Ohnmacht und deine Wut sitzen.

Begegne doch mal deinem inneren Kind und gib ihm den Raum, den es braucht um all das mal los zu lassen. Sei dir bewusst, dass deine Kinder dazu da sind, dich immer wieder an dieses innere Kind zu erinnern. Dieses Kind, das spielen, lachen, tanzen, lieben und frei sein will.

 

Eine kleine Übung für dich, um dich mit deinem inneren Kind zu verbinden:

Kannst du dich noch gut an deine eigene Kindheit erinnern? Nimm dir mal ganz kurz zwei drei Minuten Zeit für dich. In Ruhe. Atme tief in den Bauch und dann stell dir vor, wie du als Kind vor dir stehst. Wie siehst du aus? Welches Alter hast du? Wie fühlst du dich, wenn du dich selber als Kind vor dir stehen siehst? Ist dir wohl dabei? Oder findest du dich ziemlich doof und nicht liebenswürdig? Was macht das Kind? Zeigt es dir Erinnerungen aus deinem Leben? Oder spricht es mit dir?

 

Möchtest du endlich deine ganz alten Glaubensmuster los werden und brauchst Hilfe dabei? Dann kann ich dir mein EmailCoaching empfehlen. Vier knackige Mails, die dir helfen, deine Glaubensmuster zu erkennen und sie in positive power Affirmationen umzuwandeln.

Falls du deinem inneren Kind begegnen und es heilen möchtest und dabei von mir begleitet werden möchtest, bin ich gerne für dich da! Hier geht es zu meinen CoachingAngeboten.

 

 

 

 

 

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