Sag mal, fühlst du dich oft fehl am Platz?

Hast du das Gefühl, nicht richtig zu funktionieren?

Denkst du oft, du müsstest doch eigentlich jetzt dies und das tun, nur irgendwie weisst du gar nicht so recht, weshalb du das nicht kannst?

Kann es sein, dass dir manchmal einfach alles zu viel wird?

Brauchst du einfach wieder mal Ruhe für dich? Und dann regst du dich darüber auf, weil du Ruhe brauchst?

Denkst du manchmal von dir, dass du zu schwach oder zu anders für diese Welt bist?

Würdest du gerne in dieser Gesellschaft da draussen einfach so easy peasy mitmachen, kriegst es aber einfach nicht gebacken?

Fragst du dich immer und immer wieder, was du hier eigentlich tust?

Könnten manche Menschen, denen du begegnest auch gleich chinesisch mit dir reden, weil du sie einfach nicht verstehst und sie dich genau so wenig verstehen wie du sie?

Na dann willkommen im Club! Über Jahre hinweg hab ich mich so gefühlt. Und ganz ehrlich: ich hab immer mir dafür die Schuld gegeben. Ich bin zu naiv, zu „gspürig“, zu sensibel, zu anders für diese Welt. 

Und diese Welt hat mich fast aufgefressen. Das Ganze hat damit begonnen, dass ich mit zehn Jahren an einen anderen Ort gezogen bin mit meiner Familie. In ein Bauerndorf, in dem sich der gehobene Mittelstand breit macht. Und irgendwie, ja irgendwie mochte mich niemand in meiner Klasse. Dann kam noch ein Lehrer dazu, der sehr autoritär und nach dem ganz alten Stil gelehrt hat. Vor Schulbeginn und Schulschluss wurde das Vaterunser gebetet. Ich fragte mich regelrecht, wo ich da gelandet bin. Und ja, ich fand nie mehr Anschluss.

Denn dort wo ich her kam, dort wurde ich einfach so akzeptiert, wie ich war, auch wenn ich etwas speziell oder schreg war. Aber ich hatte immer jemand, der mit mir spielen oder reden oder sonst was wollte. Ich war auch im Turnunterricht nie die letzte, wenn es darum ging, die farbigen Bänder zu verteilen um Gruppen zu machen.

All das änderte sich schlagartig. Und die Schuld dafür schob ich natürlich immer mir selber in die Schuhe. Du bist zu schräg, zu wenig cool, zu wenig hübsch, und so weiter, und so fort. Wie das auch so ist, im Kinder- oder Teeniealter. Dann, wenn man so gerne einfach verstanden werden möchte und einfach gerne eine handvoll Freunde hätte, die zu einem halten. Später kamen zum Glück gute Freundinnen dazu, dafür bin ich sehr dankbar.

Aber das Gefühl, irgendwie niemals so richtig irgendwo rein zu passen blieb. Bis heute.

Und die Erinnerung daran hat sich tief in mich eingebrannt. Das merke ich heute, wo mein Sohn in den Kindergarten geht und ich mich immer wieder leise frage, ob er wohl Freunde hat, akzeptiert wird, so wie er ist. Er sich zeigen kann, wo wie er ist und nicht das Gefühl vermittelt bekommt, er müsse dies oder jenes tun, um dazu zu gehören.

Es bereitet mir heute noch Unbehagen, wenn ich mich in einer Gruppe von fremden Menschen vorstellen und zurecht finden muss. Vor allem dann, wenn ich spür, dass sich die anderen auch nicht wohl fühlen. Da gibt es die, die den Chef spielen, um ihre Unsicherheit zu überspielen und die, die sich zurück nehmen, obwohl es eigentlich ganz toll wär, wenn sie sich melden würden und nicht der, der das Gefühl hat, alles im Griff zu haben. Naja, das ist eine andere Geschichte.

Ich merke, dass es für hochsensible Menschen immer ein grosses Thema ist, nicht dazu zu gehören. Oder nicht verstanden, nicht gesehen zu werden. Wir erwarten oft insgeheim von unserem Umfeld, dass es uns doch endlich, eeeeendlich doch einfach mal sehen würde, verstehen würde, uns in Ruhe lassen würde, dann, wenn wir Ruhe brauchen. Und uns trägt, dann wenn wir hilfe brauchen.

So einfach geht das alles aber nicht. Weil wir einfach unsere Welt ganz anders wahr nehmen. Ganz genau gesagt, nimmt jeder Mensch seine Welt ganz eigen, durch seine Wahrnehmung wahr. Wenn wir das Gefühl haben, nicht dazu zu gehören, nicht verstanden zu werden, zu schwach zu sein für diese Gesellschaft, was machen wir dann?

Bewusst oder unbewusst ziehen wir uns zurück. Wir machen uns kleiner als die anderen, verschwinden in unserer sicheren Welt, versuchen, dort, wo wir können zu funktionieren so gut es geht. Und uns zu schützen. Genau dieser Schutz macht uns so klein.

Und hei, ich find es echt schade, dass sich so wunderbare Menschen, die spüren, die mit vollem Herzen leben verstecken!

Immer wieder werde ich gefragt: „Tanja, sag mir bitte, wie ich mich von dem allen schützen kann!“ Schutz klingt für mich immer wie Rückzug. Schutz erreichen wir nicht, in dem wir uns verkrümeln, von der Bildfläche des Geschehens nehmen. Schutz erreichen wir dadurch, dass wir uns und unsere Bedürfnisse erkennen, in unsere Mitte kommen, unser Energiefeld spüren, es weit werden lassen und in diese Welt hinaus leuchten. Und in dem wir ganz fest auf dem Boden stehen. Uns verwurzeln.

Falls du jetzt diesen Text hier liest und oft das Gefühl hast, einfach falsch zu sein. Das Gefühl hast, dass alles zu viel wird. Dann versuch einfach mal ein paar Mal ganz tief zu atmen und dich zu spüren. Deine Mitte. Versuche, ganz bei dir zu sein. Und nimm dich wahr. Lerne dein Inneres kennen. Und zeig dich. Bleib in deiner Energie, in deiner Mitte und lass dich vom Aussen, vom ganzen Rummel, den vielen Stimmen und Emotionen nicht weg tragen.

Wir sind alle richtig so, wie wir sind. Und genau das zu erkennen, ist ein grosser Schritt. Vor allem, dass DU genau richtig bist, so wie du bist.

Diese Feinfühligkeit, diese Antennen, dieses „ich kann nicht mehr“ oder „das wird mir alles zu viel“ ist auch ein grosses Geschenk. Viele Menschen haben dieses Gefühl für „es wird mir zu viel“ verloren. Sie machen weiter und weiter und weiter und merken nicht, dass sie sich irgendwann mal gegen die Wand fahren.

Feine Antennen zu haben, feinfühlig zu sein und das so zu akzeptieren und zu leben ist der erste Schritt in ein authentisches Sein. Ich bin der Meinung, dass uns unsere Hochsensibilität regelrecht dazu auffordert, authentisch zu sein, sie zu leben, um glücklich und ausgeglichen zu sein.

Hochsensibilität ist keine Last. Im Gegenteil. Sie ermöglicht es uns, dieses Leben auf vielen verschiedenen Ebenen wahr zu nehmen.

Sie hilft uns zu erkennen, dass da noch mehr ist hinter den vielen Fassaden.

Sie ebnet uns den Weg zu uns selbst, wenn wir bereit dazu sind, voll und ganz zu uns und unseren Bedürfnissen zu stehen.

Sie ist ein Grundstein für Veränderung. Wenn sie gelebt wird, darf sie sich ausbreiten, sich weit machen. Anderen Menschen zeigen, wie schön und wertvoll es sein kann, mit dem Herzen zu sehen und zu verstehen.

Also wenn du jetzt hier liest, dann wisse, dass du genau richtig bist, so wie du bist!

Fang an, dich zu zeigen, hör auf, dich zu hinterfragen. Lebe dich, deine Essenz. Erfahre deine ganz eigene Energie. Komm raus aus der Mimosenfalle.

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