Wie viel Bauchgefühl hast du? Wie sehr lässt du dich vom Bauch leiten? Inutition, ist ein grosses Wort. Ein grosses Wort, das sich irgendwie so superschlecht erklären lässt.

Hör auf deinen Bauch.

Hör auf dein Herz.

Hat dir das schon mal jemand gesagt? Und dann, was hast du gedacht dabei? Ich kann dir sagen, was ich dann jeweils denke: „wenn ich wüsste, was die zu sagen hätten, wär ich jetzt nicht so im Dilemma!“

Ganz ehrlich, in dem Augenblick, wo es mir gerade nicht so supertoll geht, hasse ich diesen Satz. Hör auf dein Herz. Pah. Was soll denn ein Herz schon sagen? Ich zerbrech mir ja schon genug den Kopf vor lauter Gedanken, und jetzt soll ich noch auf ein Herz hören?

Wenn es uns schlecht geht, wollen wir in erster Linie nur eines: die Situation wieder in den Griff kriegen. Wir wollen keine Trauer, keine Wut, keine Ohnmacht spüren. Wir wollen da raus. Und suchen nach Strategien, wie wir wieder in den Normalzustand kommen. Wir machen uns im Gedanken auf die Suche nach Lösungen und haben dabei Gedanken, die sich drehen, immer weiter spinnen, die mich ablenken, die mich von mir selber entfernen, von meinen Gefühlen.

Was fühlst du denn, wenn du denkst? Keine Ahnung.

Ich beobachte oft Menschen, die das Gefühl haben, wenn sie einmal ihr GedankenChaos sortiert haben, dass sie dann zur Ruhe kommen. Dass sie dann endlich an der Lösung ihrer Probleme stehen und neu durchstarten können. Sie nehmen diesen GedankenSalat und ordnen ihn irgendwie in das GedankenGestell. Aaaalso, mooooment. Mein Arbeitsplatz find ich gerade so total scheisse, das liegt sicher daran, dass ich mich zu wenig in den Hintern kneif. Also wir legen das mal hier oben rechts ab unter „Reiss dich mal zusammen!“. Dann bin ich immer so gestresst wenn ich heim komm und die Kinder gehen mir total auf den Sack. Hmmmm, das kommt da unten links hin unter: „Die Kinder sollten mal richtig erzogen werden.“  …

Gedanken sind ein mächtiges Werkzeug. Sie formen unsere Realität. Du bist, was du denkst. Deine Welt ist das, was du von ihr denkst. Nur: ich bin der Meinung, dass hinter den Gedanken noch etwas mehr liegt. Ein wundervolles Wesen, das nicht denken will und muss. Ein Wesen, das einfach ist. Ein Wesen, das mit einer ganz besonderen Aufgabe hier auf diese Erde gekommen ist. Ganz wertfrei.

Genau dieses Wesen schlummert dort, wo wir hin hören sollen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Im Herzen und im Bauch.

Wieso nehmen wir diese beiden immer erst zu Rate, wenn wir nicht mehr weiter wissen? Dann, wenn es schon fast zu spät ist? Dann, wenn das Rationale keine Lösung mehr findet, dann sollen wir in uns gehen, uns spüren und auf unseren Bauch hören? Irgendwie kommt mir das so vor wie wenn man erst betet, wenn es einem so richtig, richtig dreckig geht und man nicht mehr weiter weiss. Dann soll es doch bitte noch rasch der liebe Gott für uns richten.

Sich vom Herzen leiten zu lassen braucht Mut. Es braucht die klare Absicht, in sich hinein hören zu wollen, bei sich zu bleiben. Sich mal zu fragen, wer bin ich denn ganz genau hinter diesem GedankenWirrWarr?

Wer bin ich hinter all den auferlegten Mustern, den vielen Definitionen?

Will ich das wirklich?

Brauch ist das?

Entspricht das, was ich aus diesem oder jenem Grund tu wirklich meine Wahrheit?

Es braucht nicht Mut, weil es schwierig ist, es braucht mut, weil es nicht die Regel ist. Wir sind uns gewohnt, rational zu denken und nach dem Ratio zu handeln. Wir lieben es, zu analysieren, es gibt uns Sicherheit. Geht dann eine Entscheidung in die Hose, können wir im Nachhinein sagen, dass wir alle erdenklichen Möglichkeiten und Risiken in Betracht gezogen haben, aber dass es genau so raus kommt, darauf sind wir im Vornherein nicht gekommen. Hätt ich das nur vorher gewusst! Ha!

Sich vom Herzen leiten zu lassen kann manchmal ganz radikal sein. Oder einfach auch sanft von statten gehen, in kleinen Babyschritten. Es braucht kein Drama, keine auswegslose Situation, um sich erst dann auf sich zu besinnen. Es braucht einfach die Absicht, sich für eine Richtung zu entscheiden. Wie man ans Ziel kommt ist nicht relevant, oft ergibt sich der Weg ganz von alleine. Die klare Absicht darüber, zu spüren, wie man sich fühlen möchte, macht den Weg frei.

Wir Menschen sind Meister der Tarnung. Meister der Anpassung. Wir führen manchmal Leben, die überhaupt nicht unserer Essenz entspricht. Wir legen uns selber an Ketten, befinden uns in unbezwingbaren GedankenGefängnissen. Und das alles sind nur Konstrukte unseres Geistes.

Wir wären zu so vielem fähig, wenn wir diese Grenzen sprengen würden, uns auf uns besinnen würden, wüssten, was dieses Herz, dieser Bauch jetzt ganz genau uns sagen will. Das Ego hat immer wieder Lösungen. Es muss nur genug lange denken. Und schwupps, kommt wieder ein neues Gedankenkonstrukt aus der Denkfabrik, dass dir dabei hilft, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Wir können uns die Welt auch schön denken. Probleme weg denken. Uns anpassen. An Situationen, die uns überhaupt nicht gut tun. Oft wird dann Herz und Bauch überhört. Die Gedanken übertönen diese stille Rebellion. Vielleicht geht die Rebellion irgendwann in den Körper über und er wird der Resonanzkörper dafür. Wir werden krank. Aus unerfindlichen Gründen. Und hören immer noch nicht hin.

Manchmal passen wir uns ein Leben lang an. Weil es einfach einfacher ist. Bequemer. Manchmal gibt es welche, die Aufwachen. Auf das Herz hören, das Ego für Momente beiseite legen, das GedankenKarussell stoppen und aus dem Bauch entscheiden. Sie haben dann plötzlich diese Eingebung. Dieses Gefühl von „ich muss das jetzt tun, ich weiss aber auch nicht wieso“. Und dann machen sie. Gegen alle Logik.

Vielleicht geht das dann ganz einfach. Vielleicht ist es auch der schwierigere Weg. Vielleicht lässt man ein paar Menschen los, die einem dieses Leben lang begleitet haben.

Es ist aber immer eine klare Entscheidung für sich.

Für die Essenz, die man in sich trägt.

Für dieses Leben.

 

 

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