Heute ist ein ganz spezieller Tag für mich.

Ich feiere Jubiläum.

Fünf Jahre MamaTanja. Unglaublich, dass es schon fünf Jahre her ist, seit ich zum allersersten Mal Mutter wurde. Mutter von diesem unglaublich wahnsinnig tollen Jungen, der mich mit seinen grünen Mandelaugen heute noch jeden einzelnen Tag verzaubert. Natürlich ist heute nicht wirklich mein grosser Tag sondern seiner.  Mit grün blauer MonsterSchwedenTorte. Blaubeeren inklusive. Wenn ich die irgendwie gebacken krieg.

Und doch ist heute auch irgendwie mein Tag. Vor fünf Jahren hat sich mein Leben schlagartig geändert. Wer hätte das gedacht. Obwohl mir genug Menschen sagten, dass nach der Geburt eines Kindes das ganze Leben auf dem Kopf steht, alle Regeln irgendwie keine Gültigkeit mehr haben und man ein ganz neuer Mensch wird, man glaubt es so wirklich wirklich erst dann, wenn man mitten drin steckt.

Hätte ich in diesen fünf Jahren nicht gefühlte tausend Vorsätze, Visionen und Vorstellungen von einem Leben mit Kind nicht über Bord geworfen, würde ich heute an einem ganz anderen Punkt stehen. Mein Sohn wahrscheinlich auch. 

Er wäre ein Einzelkind geblieben. Denn ich wollte damals einfach mal ein bisschen MamaLuft schnuppern. Mal schauen, wie das so geht. Meinen Job auf gar keinen Fall aufgeben. Schliesslich hat mich meine Meisterausbildung genug Schweiss und Geld gekostet. Und genau auf Geld und einen gewissen Luxus wollte ich nicht verzichten. Meinem Kind sollten alle Möglichkeiten offen stehen. Deshalb war ich felsenfest davon überzeugt, dass wir uns nur ein Kind leisten können. (heute muss ich darüber lachen.)

Er würde heute noch neben dem Kindergarten eine Kita besuchen. Denn so ein Einzelkind muss ja auch sozialisiert werden. Der Kontakt zu den anderen Kindern wird im sicher gut tun. Mein Sohn besuchte die ersten beiden Lebensjahre eine Kita. Nach 16 Wochen Mutterschaftsurlaub habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Kita Nummer 1 hielten wir genau zwei Wochen durch. Obwohl sie sich im selben Gebäude befand wie das Labor, in dem ich damals arbeitete. Ich durfte sogar meinen Sohn besuchen um ihn zu stillen. Genau das war das Verhängnis für diese Kita, in der es viel zu viele Kinder und viel zu wenige Betreuerinnen gab. Es war der erste Moment, in meinem Leben, der die WolfsMama in mir wach küsste. Ich wusste: entweder wir finden eine andere Kita, oder ich hör auf zu arbeiten. Wir haben eine ganz tolle Alternative gefunden, die er bis zu seinem zweiten Lebensjahr besuchte. Bis ich definitiv meinen Job an den Nagel hing. Daran war seine Schwester schuld.

Wir hätten das HausAbenteuer nie gewagt. Lustig. Mein Mann und ich waren uns über Jahre zu 150% sicher, dass wir dieses alte, verlotterte Elternhaus in dem er gross wurde sicher niemals nie übernehmen würden. Vor uns alle andern, aber nicht wir! Ein Eigenheim? Oh wie einengend! Ein Haus kaufen? Mann wie spiessig!!! Aufs Land ziehen? Dort hin, wo mein Mann gross geworden ist? Unvorstellbar! Doch kaum war dieses Kind auf der Welt, hat es in meinem Mann wohl dieses NestbauGen wach geküsst. Mit viel Überzeugungsarbeit haben wir dann zusammen diesen Schritt gewagt. Ganz ehrlich, wenn ich heute daran zurück denke, hab ich keine Ahnung mehr, wie wir das geschafft haben. Wie mein Mann das geschafft hat. Denn der ganze Innenausbau hat er in Eigenregie vollbracht.

Ich wäre um ganz viele Erfahrungen ärmer. Oder ich würde einfach andere machen. Stimmt, ich gehöre zu der Sorte Mensch, die oft in schwarz und weiss denken. Graustufen mag ich nicht so gerne. Obwohl ich weiss, dass es ganz viele davon gibt. Und ganz bunte Regenbogenfarben gibt es da ja auch noch. Doch für mich brauche ich irgendwie immer eine Position, die ich einnehmen kann. Das gibt mir Orientierung. Deshalb fand ich auch schon ziemlich schnell, dass MamaSein doch was extrem cooles ist und ich gern noch ein Kind hätte, um so richtig Mama zu sein, um mich voll und ganz in das Abenteuer zu stürzen. Verhüten? Nein danke. Schliesslich hat das erste Kind auch lang genug auf sich warten lassen. Meine Tochter hatte es jedoch ziemlich eilig. 13,5 Monate nach der Geburt meines Sohnes kam sie auf die Welt. Der Name HerzBauchWerk entstand übrigens irgendwann mal an einem sonnigen Tag, als ich mit ihr schwanger war. Ohne zu wissen, was dieses HerzBauchWerk einmal sein wird. Diese Klarheit kam erst zwei Jahre später, in der Schwangerschaft mit unserer jüngsten.

Ich würde ganz sicher nicht um meinen Raum kämpfen müssen. Die Tatsache, dass ich nicht mehr arbeiten wollte und in den letzten drei Jahren „mein Ding“ am Aufbauen bin hat auch so einige Prozesse in mir in Gang gesetzt. Ja, eigentlich müsste ich das alles ja gar nicht tun. Und eigentlich ist das ja einfach nur ein Hobby. Oder nicht? Bin ich denn jetzt professionell? Oder nicht? Was will ich denn damit bewirken? Und wieso bloss tu ich mir das jeden Morgen an, so früh aufzustehen um vor dem Computer zu sitzen, Onlinekurse zu kreieren, Facebookposts zu machen, Blogartikel zu schreiben? Für was und für wen genau? Das sind Fragen, die sich mir immer wieder stellen. Gerne stellt sie mir mein Mann. Ich weiss, das gehört dazu. Zum selbständig sein. Ich weiss, viele Mütter, die ihr Business aufbauen oder leben fühlen sich mit solchen Fragen konfrontiert. Eins hab ich gelernt: Facebook, Instagram und Co. können ganz schöne Zeitfresser sein. Ich renne nicht mehr jedem Like hinterher. Auch jetzt nicht, in einer Phase, in der meine Likes auf meiner Seite eher weniger als mehr werden. Wer mich mag, soll mich mögen, wer nicht, soll gehen. So what.

Als Mama ist Zeit ein sehr begrenztes Gut. Ich könnte sagen, dass ich keine Zeit hätte und nichts tun, oder einfach mir ein bisschen Zeit schnappen und irgendwie machen. Zwischen den Kindern, am Morgen früh, am Abend spät. Ich brauche diesen Raum. Meinen Raum. Es ist umso schöner, wenn ich ihn mit anderen, die gleich schwingen wie ich teilen darf.

Mama sein ist ein riesiges Abenteuer. Glaube mir, in diesen fünf Jahren habe ich viele viele Male kapituliert. Mein altes Leben unzählige Male sterben lassen. Visionen über Bord geworfen, neue Möglichkeiten gesucht, bin vor Problemen gestanden, die mir manchmal unlösbar erschienen. Hatte tausend mal angst. Verliess Komfortzonen. Hörte nicht auf die anderen. Fühlte mich immer wieder als Exot und Aussenseiter. Machte aber trotzdem immer weiter, denn etwas ist immer geblieben. Und wurde immer grösser:

Die Freude am MamaSein. Der Zauber, der diese Geburt vor fünf Jahren in mir ausgelöst hat wirkt heute noch.

Danke Nael, dass du mit mir ein Stück von deinem Weg gehst.

Danke, dass du mich heute dieses Jubiläum feiern lässt.

Danke, dass du mich so vieles neu überdenken lässt.

Danke, dass du so bist wie du bist.

Ich liebe dich!

 

Die SuperMama, die ich mal sein wollte ist schon lange tot. Oder besser gesagt, es hat sie nie gegeben.

Zum Glück. Denn so, wie alles ist, ist es genau richtig.

 

 

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