Vor ziemlich genau neun Monaten habe ich meinen ersten BlogPost über MensTassen hier raus gehauen. Tamponierst du noch oder Cupst du schon? Habe ich vielleicht etwas provokativ in die Runde gefragt.

Seit dem ist so ziemlich viel passiert. 

Ich kann mich noch sehr sehr gut daran erinnern, wie lange ich diesen Beitrag letzten Mai vor mich hin geschoben hab. Soll ich wirklich der ganzen Welt jetzt erzählen, wie ich meine Tage verbringe? Echt jetzt? Ist das nicht etwas peinlich? Was denken denn da die Andern? Dann weiss das ganze Dorf, dass ich so eine TassenTante bin. Huiiiiii.

Ha! Bei dem Satz „was denken die Andern?“ passiert bei mir immer was ganz ganz spannendes: Das kleine, lustige RebellenMädchen in mir wird wach… Und so fragte mich dieses, was ich denn zu verlieren habe, wenn ich es endlich mal wage, über Menstassen zu schreiben.

Naja. Was hätte ich verlieren können? Mein Gesicht. Das hab ich schon gefühlte tausend Mal verloren. Meine Würde? Hm, nicht wirklich, oder?!? Also machte ich mich an einem mutigen Tag an den BlogPost und die Resonanz dazu war RIESIG!

Letzte Woche, im Gespräch mit einer lieben Kollegin, die ich eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe, die aber den Mut fasste, bei mir ein solches Tässli zu bestellen und es bei mir abholte, wurde uns beiden schlagartig bewusst, wie die Mens doch immer noch ein riesiges Tabuthema bei uns Frauen ist.

Wieso denn bloss? Meine Güte, eigentlich ist doch das total schlimm, nicht! Jede von uns blutet ihr halbes Leben lang ein paar Tage und wir getrauen uns nicht einmal, darüber zu reden? Herrie! Ich konnte ja diese Hemmung sogar bei mir beobachten.

Ich spreche lieber über Sex als das ich meine MensGeheimnisse preis gebe.

Ganz ehrlich, ich versank lange Zeit im Boden, wenn ein Mann mich an einem vermeintlich schlechten Tag fragte: „Hesch dini Täg?!?“ Übersetzt: „Hast du deine Tage?!?“ Wooow. Das war für mich der KillerSatz schlechthin. Scheiiiisse, ich hab meine Tage und die ganze Welt merkt es! Wie schlimm. (Zum Glück hat es mein Mann noch nie gewagt, mich das zu fragen. Oder es ist für ihn so offensichtlich, dass sich jede Frage erübrigt.) Fiel dieser Satz, wäre ich jeweils am liebsten im Erdboden versunken.

Auf was ich hinaus will, ist die Tatsache, dass es mir oft den Anschein macht, dass wir Frauen unsere Tage verdrängen. Am liebsten würden wir nicht bluten. Am liebsten wären wir immer supergut gelaunt, immer genau gleich belastbar, immer so linear wie die Männer da draussen.

Aber heiii, wir sind Frauen! Das werden wir immer bleiben! Da bringt auch jede Emanzipation nix. Versteh mich nicht falsch. Emanzipation ist nichts Schlechtes, ich bin absolut dafür, dass sich Mann und Frau auf Augenhöhe begegnen. Aber können dabei nicht die Männer Männer und die Frauen Frauen bleiben?

Wie wäre es, wenn wir Frauen für uns akzeptieren würden, dass wir jetzt halt mal einfach zyklische Wesen sind, mit ups and downs, fruchtbaren Tagen, blutenden Tagen, Tagen dazwischen und unser Leben danach richten würden?

Zyklisch zu leben bedeutet, sich genau diesem Rhythmus anzupassen, ihn wahr zu nehmen, sich beobachten, heraus finden, was frau wann am meisten braucht und wann was ansteht. Zyklisch zu leben kann zu einer ganz spannenden Reise zur eigenen Weiblichkeit werden.

Jetzt bin ich abgeschweift. Total. Denn eigentlich wollte ich ja nur von meinem MensTässliDing erzählen. Dabei wird mir gerade bewusst, wie viel ich dank diesem TassenDing in mir, als Frau heilen durfte. Uuuuuh, ja keine Angst, ich will nicht esoterisch werden, aber für mich hat sich dank diesem Thema ganz viel geändert.

 

Ich stehe zu meinen Tagen, führe mit vielen Frauen lange Diskussionen darüber, wie sie ihre Mens erleben, weshalb sie die doof finden, oder eben nicht, was es für sie bedeutet, wenn sie bluten.

Da gibt es ja nicht nur die Mens, sie ist nur ein Teil von diesem wunderbaren Zyklus, der sich jeden Monat wiederholt. Ich denke, es ist wieder an der Zeit, sich das als Frau bewusst zu machen und mutig mit dem eigenen Zyklus mit zu gehen. Ich hätte diesen Artikel hier zum Beispiel niemals kurz vor meiner Mens raus gehauen. Weil ich dann einfach Zeit für mich brauch, verletzbar bin, mich nicht so gerne zeige.

Heute weiss ich, wann ich welche Qualitäten in mir trage, was wann ansteht. Und plane so mein Leben. Auch das Malen geschieht meistens in der ersten Zyklushälfte.

Probier es doch einfach mal aus, diess zyklische Leben. 

Probier mal so eine Menstasse aus. Vielleicht hat sie das Zeug dazu, dein MensBewusstsein zu verändern. Also meins hats verändert. Die Mens ist kein Tabuthema mehr für mich. Auch nicht für meine Kinder. Ich merke, wie wichtig das auch für kleine Mädchen ist. Wir sprechen von Yonis, Vaginas, Eierstöcken und unbefruchteten Eizellen die sich wieder abbauen und vom bluten. Für meine vierjährige Tochter und meinen fünfjährigen Sohn das Normalste auf der Welt.

Für mich auch. Mittlerweile. Dafür musste ich fast vierzig werden. Aber heiii, besser spät als nie, oder?

Also ich find es jedenfalls total spannend, was so ein Ding aus medizinischem, bunten Silikon so alles in meinem Leben auslösen kann. Eine kleine MensRevolution. Das passiert nicht nur bei mir so, denn ich beobachte, dass plötzlich Frauen damit  anfangen, über ihre Mens zu reden. Über ein Thema, über das sie nicht so supergerne reden. Meistens wissen sie gar nicht so genau, weshalb das so ist.

Also meine Lieben, ab in ein MenTassetisches Leben!

Wenn du jetzt ganz ganz viel Mut zusammen gerauft hast, und gerne auch mal so eine MensTasse probieren möchtest, dann kannst du gerne eine in meinem Shop bestellen, ich führe ein kleines aber feines Sortiment. (Liefere aber nur in die Schweiz).

Ganz viele Infos über zyklisches Leben findest du auf der Homepage von Josianne Hosner von Quittenduft.

Alles Wichtige über MensTassen und natürliche Verhütung erfährst du bei Lady B auch Ladyplanet.

 

 

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