Hochsensible Menschen nehmen anders wahr. Feiner, differenzierter, viel intensiver. Vielleicht ist dir das auch schon einmal aufgefallen, dass dir Geräusche, Gerüche oder zu viel Licht sehr lästig vor gekommen sind.

Schnell droht eine hochsensible Person bei einer Überdosis von Wahrnehmung in eine Reizüberflutung zu fallen, alles wird irgendwie unkontrollierbar, man selber wird nervös, zappelig, kann sich nicht mehr konzentrieren, wird extrem emotional oder fällt gar in eine Angst- oder Panikattacke.

Wie kann man mit dieser feinen Wahrnehmung angemessen umgehen? Gibt es eine Möglichkeit, zu viele Reize zu regulieren?

Wenn mich alles zu überfluten droht.

Es viel mir sehr lange sehr schwer, wirklich bei mir bleiben zu können in lauten, hektischen und stressigen Situationen. Manchmal fühlte ich mich wie ein kleiner PingPongball, der irgendwie in den ganzen Geräuschen, Emotionen und Eindrücken wild hin und her spickte.

Es spickte mich irgendwo hin. Ins Juheee hinaus. Ich war überall und doch nirgends, ich versuchte, mich krampfhaft zu konzentrieren und doch stand ich auf verlorenem Posten. Angefangen hat das alles in der Schule. Es fiel mir unglaublich schwer, mich zu konzentrieren, so eine Schulklasse stresste mich ungemein.

Zu viele Kinder. Manche, die mich nicht mochten. Ein Lehrer, der einfach sein Ding durchziehen wollte. Passte man sich an die Strukturen an, klappte alles ganz wunderbar. Nur leider war und bin ich eine schlechte Anpasserin, wenn die Strukturen für mich nicht stimmen. So gab es Schuljahre, die super funktionierten, weil ich eine tolle, einfühlsame Lehrperson hatte, die mich verstand. Es gab aber auch Schuljahre  die sehr schwierig und harzig wurden weil einfach nichts passte und ich mich sehr unverstanden fühlte.

Hochsensible Kinder, die sich nicht verstanden fühlen fallen sehr schnell in eine grosse Ohnmacht, weil sie nicht begreifen und verstehen können, dass man sie nicht versteht, denn sie selber haben so feine Antennen, nehmen so vieles wahr, auch emotional. Das Alles ist für sie ganz normal. Sie sind die grossen Menschenversteher. Automatisch gehen sie davon aus, dass jeder auch sie verstehen sollte, dass jeder so wahr nimmt wie sie. Dem ist aber leider nicht so. Das kann sehr viele schwierige Situationen hervor rufen. Wenn du also gerade eine Mama bist mit einem hochsensiblen Kind an der Hand, welches es gerade etwas schwer hat in der Schule oder sich oft unverstanden und ohnmächtig fühlt, dann versuche ihm zu erklären, dass nicht alle Menschen so feinfühlig sind wie es.

Konzentration war nie wirklich mein Ding. Es viel mir zu schwer. Auch heute noch, wenn ich mich in einem Raum mit anderen Menschen befinde, muss ich mich darauf konzentrieren, mich auf mich und meine Wahrnehmung zu konzentrieren. Ganz bewusst. Sonst kollabiert mein System.

Heute sind es laute Kinder, ein überfüllter Supermarkt oder die grosse Stadt, die mich heraus fordern, bei mir zu bleiben und mich von den Reizen nicht weg tragen zu lassen.

Dieses Gefühl von verloren sein.

Vielleicht kann man sie als „nicht davon Betroffener“ nur schwierig verstehen, diese feine Wahrnehmung. Und auch unter all den Hochsensiblen nimmt auch wieder jeder Einzelne für sich ganz individuell wahr, trägt also jeder sein ganz eigenes WahrnehmungsPaket auf seinem Rücken.

Unsere Wahrnehmung kreiert unsere Realität. So, wie wir die Dinge sehen, so sind sie auch für uns. Stell dir vor, du trägst die ganze Zeit eine pinkige Brille auf deiner Nase und merkst es nicht. Also hast du deine Welt dein Leben lang durch den pinken Filter betrachtet. Stell dir vor, du nimmst irgendwann diese Brille ab und erkennst, dass die Welt da draussen unglaublich bunt ist. Zu bunt vielleicht? Hat sie zu viele Details?

Regelmässig habe ich mich in Details verloren. Bin ich in Emotionen gesunken, die nicht zu mir gehörten. Regelmässig fiel ich schon fast in eine Depression, weil sich die Welt da draussen so unglaublich schwer und ungerecht anfühlte. Wenn mir alles zu viel wurde, überrollte mich eine MigräneWelle, die mich teilweise 36 Stunden am Stück schlafen liess. Eigentlich war ich jeweils recht froh über diesen Reset, wie ich es nenne, denn er brachte mein System zum Stillstand, führte meinen Körper in die Ruhe, die er so dringend brauchte. Ich schlief mich dann wieder gesund, nahm wahr, wie sich langsam mein System wieder neu ordnete, Gedanken am richtigen Ort, in der richtigen Schublade abgelegt wurden, damit sie nicht mehr in meinem Hirn Kreise ziehen mussten.

Lange Zeit fühlte ich mich mit meiner Wahrnehmung alleine. Lange Zeit hatte ich das Gefühl, so etwas wie ein Freak zu sein. Lange Zeit wollte ich das alles einfach nicht mehr.

Bis ich lernte, mich selber zu regulieren.

Alles fing mit bewusstem Atmen und Meditation an.

Meine allererste Meditationsreise machte ich mit 14 Jahren bei uns in der Schule. Was das in mir auslöste, konnte ich nur schlecht erklären. Endlich spürte ich diese Ruhe, nach der ich mich so sehr gesehnt hatte. Mein Körper fühlte sich weit und frei an, befreit von all den Eindrücken die mich erdrückten.

Ich find damit an, regelmässig zu meditieren und zu entspannen. Wie wichtig mein Atem dabei ist, erkannte ich erst ein paar Jahre später in meiner Ausbildung in Medialität und geistigem Heilen. Schon spannend, nicht? Wir alle atmen. Ein Leben lang. Atmen wir nicht mehr, sterben wir. Atmen ist unser Lebenselixier, das, was unser Kraftwerk am Leben erhält.

Wie oft am Tag konzentrierst du dich auf deinen Atem?

Bewusstes in dich atmen kann dich in Sekundenbruchteilen zu dir, ins Hier und Jetzt bringen. Bewusstes Atmen zentriert, erdet und hilft dir dabei, dich selbst bewusst und achtsam wahr zu nehmen.

Bewusstes Atmen hat mir dabei geholfen, nicht mehr wie ein wild gewordenes PinpPongBällchen in der Welt herum zu spicken. 

Ich habe gelernt, mit all den Sinneseindrücken umzugehen. Ich habe gelernt, mich zu regulieren, mich zu fokussieren. Ich konnte endlich meine Bedürfnisse als HSP erkennen und fand den Mut, sie auch zu kommunizieren.

Oft werde ich gefragt, wenn ich in Gruppen energetisch mit Menschen arbeite, ob mich das nicht sehr müde macht und auslaugt. Das müsse doch eine sehr anstrengende Arbeit sein. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich öffne einen Raum für die Menschen, die zu mir kommen, in den sie eintreten dürfen und einfach nur sein dürfen. Dieser Raum ist für alle da und dort darf so viel passieren. Ist die Sitzung, das Seminar, der Meditationsabend zu ende, schliesse ich diesen Raum wieder. Jeder nimmt daraus das mit, was er gerade braucht und ihm/ ihr am dienlichsten ist. Es ist manchmal schwer zu erklären, was passiert. Eigentlich muss ich es auch nicht erklären…

Mach dich mit deiner Wahrnehmung vertraut.

Wahrnehmung kann man schulen. Man kann lernen, wie man mit diesen vielen Emotionen, Sinneseindrücken und Reizen achtsam und kraftvoll umgehen kann. Selbstmanagement oder Selbstregulierung nennt sich das. Und ganz ehrlich: es ist etwas total Spannendes! Ganz langsam bin ich in dieses WahrnehmungSchulen rein gerutscht. Immer mehr Anfragen kommen auf mich zu, wie man denn mit dieser oder jener Situation umgehen soll. Was man tun kann, wenn das wütende Kind in einem selber so viel Wut und Ohnmacht hervor ruft. Wenn es fast nicht möglich ist, in einem vollen Schwimmbad baden zu gehen.

Ich helfe gerne dabei, die eigene Wahrnehmung kennen und lieben und mit ihr spielen zu lernen. In meinem  OnlineKurs begleite ich gerade eine Gruppe von Frauen darin und ich muss sagen, es berührt mich sehr, wie auch dort ein Raum geschaffen wurde, in dem sich jede einzelne besser verstehen und annehmen kann und ihre Hochsensibilität in ihr Leben kraftvoll zu integrieren lernt. Für mich war dieser Kurs ein Pilotprojekt. Es steht jetzt schon fest, dass er in die zweite Runde gehen wird. Und zwar am 20. August 2018.

„Nur“ Hochsensibel oder doch Sensitiv und Medial?

Ich weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber als ich zum ersten Mal ein Buch über Hochsensibilität gelesen habe, musste ich zwei- dreimal schauen, ob es sich hier wirklich um ein Buch über Hochsensibilität und nicht eines über Medialität oder Sensitivität handelt. Diese feinen Sinne, diese feine Wahrnehmung, all das sind Aspekte, die Sensitive und Mediale Menschen in sich tragen. Ich kenne niemand, wirklich niemand der medial und sensitiv und nicht hochsensibel ist. Pascal Voggenhuber, der schon zahlreiche Bücher geschrieben hat und ein berühmtes Medium ist behauptet sogar, dass jeder Mensch das Potenzial dazu in sich trägt, medial oder sensitiv zu empfangen.

Haben wir also dann nicht auch alle das Potential dazu Hochsensibel zu sein? Vielleicht können die Einen einfach ein bisschen besser filtern als die Andern. Vielleicht gibt es gar keinen so grossen Unterschied zwischen HS und Medialität oder Sensitivität. Vielleicht halten wir uns auch alle viel zu lange mit viel zu vielen Terminologien, Einteilungen und Bewertungen fest. Vielleicht sollten wir einfach einmal damit anfangen, unsere eigene Wahrnehmung zu verstehen, trainieren und uns selber auf diese Weise besser verstehen und kennen lernen.

Wenn du magst, helfe ich dir sehr gerne in meinen Coachings dabei.

 

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