Stell dir einmal vor, da wäre jemand, ganz ganz nah bei dir, du kannst ihn oder sie aber nicht sehen. Dieser Jemand ist unsichtbar. Eine kleine, feine Energie, die dich begleitet. Vielleicht so etwas ähnliches wie ein Schutzengel, oder eine kleine Elfe oder Fee. Er oder sie ist etwas, das einfach da ist. Etwas, dass dir sonderlich vertraut vor kommt und doch noch ganz unbekannt ist.

Du weisst, dass ihr zwei gemeinsam eine Reise vor euch habt. Eine Reise, die euch beide unglaublich fest verändern wird. Eine Reise, die dir und dieser Energie eine ganz neue Form geben wird. Vor einigen Jahren bist du dieselbe  Reise angetreten. Diese Reise hat es in sich. Sie ist nicht so easy, wie wir denken. Da gibt es viele Abmachungen und Pläne, die Reise ist lang und wir müssen ganz vieles los lassen, um den Übergang zu meistern. Wir müssen von einem ganz feinstofflichen Sein in einen grobstofflichen Körper inkarnieren. Das ist gar nicht so einfach, wie man denken mag. So richtig gut kannst du dich aber leider nicht mehr daran erinnern, denn während wir diese Reise begehen vergessen wir allmählich, von wo wir kommen. Ein Schleier legt sich über uns. Wir konzentrieren uns auf das Grobstoffliche. Diesen Körper, dieses Leben. Wir vertrauen allmählich auf den Verstand und das, was wir sehen und verstehen.

Und dann, dann kommt vielleicht irgendwann einmal in deinem Leben genau der Zeitpunkt, in dem du spürst, dass da ganz nah bei dir dieser jemand ist, der sich auch auf die Reise machen will. Jemand, der jetzt noch ganz feinstofflich irgendwo, überall und doch nirgens unterwegs ist und irgendwann einmal in diese grobstoffliche Welt eintreten möchte. Du weisst, dass ich nicht von einem Engel, einer Elfe oder Fee spreche, sondern von einer kleinen Seele.

Diese Zeit, in der wir umgeben sind von kleinen Seelen nennen wir KinderWunschZeit. Bei den Einen geht sie länger, bei anderen ist sie kürzer, manche haben sich gar nie in dem Sinne ein Kind gewünscht. Es ist eine ganz magische Zeit. Eine Zeit, in der wir plötzlich nicht mehr alleine sind. Sich vielleicht sogar diese kleine Seele bemerkbar macht, dir Zeichen sendet, du irgendwie weisst, dass es an der Zeit ist, einen Schritt weiter zu gehen. Vielleicht ist es auch eine anstrengende Zeit für dich. Weil du wartest. Ganz sehnsüchtig. Weil du diese kleine Seele so stark, so präsent wahr nimmst und dir doch endlich wünschst, dass sie sich auf die Reise machen mag zu dir. Zu euch.

Doch von da, wo wir kommen, da gibt es so etwas wie Zeit nicht. Seelen können ganz schön geduldig sein. Geduld, so scheint es mir, ist etwas, dass irgendwie nicht von dieser Welt kommt, in der wir leben. Für Geduld ist immer weniger Platz in unseren Köpfen. Geduldig sein zu müssen gleicht manchmal fast schon einer auferlegten Strafe. Haben wir deshalb oft das Gefühl, dass mit uns irgend etwas nicht stimmt, weil wir so lange warten müssen? Weil warten einfach nicht in diese Zeit, in diese Welt zu passen scheint?

Es brauchte ziemlich viel Geduld, bis mein erstes Kind die Reise zu mir angetreten hat. Zuerst brauchte es aber ganz ganz viel Geduld mit mir selber, denn lange Zeit war ich nicht bereit dazu, Mutter zu werden. Heute weiss ich, dass diese kleine Seele schon lange da war, bevor ich überhaupt wusste, dass ich schwanger werden möchte. Ich musste erst einmal heilen. Ich musste erst bereit sein, für ein Kind, für diese Seele, bevor sie sich auf den Weg zu mir machen konnte. Dazu brauchte es Zeit und einige wichtige Erfahrungen.

Als sich dann endlich in mir Klarheit breit machte, brauchte diese Seele ihre Zeit, um zu mir zu kommen. Viel Zeit. Sie küsste mich einmal sogar ganz sanft wach, versuchte, zu inkarnieren, zeigte mir, meinem Körper, wie es sich anfühlt, dieses SchwangerSein. Es war wunderschön. Glückselig. Ja genau, das wollte ich. Doch leider wollte diese kleine Seele in diesem Augenblick ihre Reise noch nicht antreten. Viele meinten, dass sie wieder gegangen sei. Doch das war sie nicht. Sie war immer da.

Es fühlte sich eher so an, als hätte der kleine Körper, der in mir wuchs, einfach nicht zu ihr gepasst. Wie ein Paar Schuhe. Und so entschied sich die kleine Seele, noch ein bisschen zu warten.

Das schmerzte. Es schmerzte unglaublich fest. Ich musste zum ersten Mal diese Seele, dieses Wesen, mein Kind los lassen. Und spürte bevor ich überhaupt Mutter wurde den Schmerz, der sich in einem breit macht, wenn man sein Kind wieder ziehen lassen muss.

Ja dieses Kind, diese kleine Seele hat mich gefordert. Sie brauchte viel Geduld, bis sie wirklich wirklich zu mir kam. Auch seine GeburtsReise würde viel Geduld von mir einfordern. Und auch heute noch braucht dieser Junge, der mittlerweile in mein Leben getreten ist, ganz viel Geduld von mir. Weil er einfach seine ganz eigene Zeitrechnung, seinen eigenen Rhythmus hat. Zeit braucht. Zeit, die ich gelernt habe ihm zu geben. Schon ganz früh. Wer weiss, ob ich mit ihm in diesem Leben so geduldig sein würde, hätten wir nicht schon so viel vorher voneinander gelernt. Ich glaube es nicht. Und so schliesst sich ein Kreis. Ein ganz wichtiger Kreis.

Schwanger zu werden ist manchmal ganz einfach. Man denkt, ja vielleicht könnten wir mal ein Kind machen und schwupps, da nutzt wer die Gelegenheit der Stunde aus und man ist schwanger eh man sichs versieht. Es kann aber auch sein, dass frau noch einiges zu erfahren hat, bevor dieses Kind zu einem kommen kann. Dinge, die für später wichtig zu sein scheinen. Wir trennen uns dann oft gerne von diesen Kindern, diesen Seelen, vergleichen uns mit anderen, die so schnell ein Kind bekommen. Wir fragen uns, weshalb es bei uns nicht klappen möchte, sind auf unser Drama fixiert.

Sich öffnen für das, was sein darf, zum genau richtigen Zeitpunkt, sich in Geduld üben, den Verstand ausschalten und die Verbindung zu dieser kleinen Seele geniessen. Das würde uns diese KinderWunschZeit etwas erleichtern. Einfach ist das nicht. Weil wir es uns so anders gewohnt sind. Weil wir keine Lust dazu haben, geduldig zu sein und zu vertrauen.

 

 

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