Sag mal, was kotzt dich so richtig richtig an am MutterSein? Ja ich weiss, hier auf meinem Blog findest du meistens ganz bestärkende Worte über das Schwangerwerden, Gebären und eben das MutterSein.

Aber ganz ehrlich: hast du nicht manchmal Tage, da findest du das alles nicht so lustig? 

Also ich hab sie, diese Tage. Die Tage, an denen ich am liebsten einfach schreiend davon laufen würde, mich manchmal frage, weshalb ich mich auf diesen Deal eingelassen hab, weshalb ich mir solch einen Stress mache.

Und hier kommt meine Liste mit den Dingen, die ich überhaupt nicht mag am MamaSein:

  1. Hausarbeit. Haushalt macht man halt, so ist meine Devise. War sie schon immer. Auch damals, als wir noch keine Kinder hatten und mein Mann und ich beide berufstätig waren und uns zusammen um den Haushalt gekümmert haben. Ich mag es nicht, aufzuräumen, zu putzen und zu waschen. Vor allem hasse ich die never ending Haushaltsschlaufe. Nach dem Putzen ist nämlich vor dem Putzen und mit Kindern werden die Abstände zwischen nach und vor immer kleiner, so scheint es mir.

  1. Die Sache mit der Rollenverteilung: Die ganze Putzerei leitet gleich ein in mein nächstes Thema, welches mich immer noch grausam grauslig stört: unsere Familienmodelle. Ganz ehrlich, bevor ich schwanger wurde mit meinem ersten Kind hegten mein Mann und ich einen grossen Traum: wir wollten beide 60% arbeiten, falls wir Kinder hätten. Uns gleichberechtigt aufteilen. Die Rollen zu gleichen Teilen verteilen. Jeder sollte gleich viel von den Kindern und der Familie haben und jeder sollte sich auch um das finanzielle kümmern. Heute, sechs Jahre später leben wir das konservative Modell. Mann arbeitet 100%, Frau bleibt zu Hause. Wie das gekommen ist? Verschiedene Faktoren haben dazu geführt:  Die Tatsache, dass mein Mann immer noch ein Stückchen mehr verdient als ich, mit einer „minderwertigeren“ Ausbildung. Die Tatsache, dass es als Mann immer noch sauschwierig ist, in einem Teilzeitjob zu arbeiten. Die Tatsache, dass wir so viel für Kita zahlen mussten, dass wir es finanziell gar nicht gespürt haben, als ich aufhörte zu arbeiten. Mein Job wurde zum Hobby, zum Zeitvertreib, und ich hatte plötzlich das Gefühl, gar nichts mehr auf die Reihe zu bringen; das MutterSein nicht, weil meine Tage mit den Kids so verdammt kurz waren und so viel in dieser Zeit erledigt werden musste und im Job verlor ich an Einfluss und interessanten Aufträgen, da ich nur teilzeit zur Verfügung stand. Das alles stank uns so unglaublich fest, dass wir uns dazu entschieden haben, das klassische Rollenmodell zu fahren. (Naja, so superklassisch ist es auch nicht mehr, da ich mich ja zwischenzeitlich mit HerzBauchWerk selbständig gemacht habe. Nur: Der Job meines Mannes hat immer noch höchste Priorität und die Sache mit den Zähnen an den Nagel hängen macht irgendwie doch etwas weh, denn meine Weiterbildung kostete mich viel Zeit und Geld…) Jetzt weisst du auch, weshalb ich den Haushalt so fest hasse.
  2. Erziehung: Ganz ehrlich, versuch dich einmal an deine Kindheit zu erinnern, als deine Eltern mit erzieherischen Massnahmen versuchten, dich in irgend eine Richtung zu drängen. Fandest du das lustig? Fanden es deine Eltern lustig? Das ganze Bestrafen, tadeln, all die Machtkämpfe zwischen Eltern und Kindern, ich find sie ganz ganz schlimm. Ich will nicht sagen, dass das bei uns nicht vorkommt. Vor allem mein Mann rutscht noch sehr oft in diese Muster ab. Ich auch manchmal, ich gebe es zu. Ich hab aber null Bock darauf. Und irgend etwas in meiner Brust sagt mir, dass es das alles nicht braucht. Kinder sind nicht doof. Oder findest du, dass du dumm auf die Welt gekommen bist? Hör mal einem Kind zu, eigentlich sind die total klar im Kopf und wissen ganz genau, was sie brauchen, was sie wollen. Vielleicht wäre es als Eltern viel entspannter, sich mit dem Kind zu verbinden, ihm zu zuhören, heraus zu finden, was für ein Mensch vor einem steht anstatt irgend welche bekackten Regeln aufzustellen oder aufrecht zu erhalten, die man selber schon total scheisse und einengend fand. Erziehung sucks. Ich hab keinen Bock darauf eine „WennDuNichtDasDannMutter“ zu sein. Und genau DAS macht es spannend. Und schwierig. Denn irgendwie muss ich meine eigenen Strategien finden, einen Weg raus aus dem trennenden, hin zum verbindenden Denken finden. Aber ich lerne ganz ganz viel. Über mich, meine Kinder, mein eigenes, inneres verletztes Kind. Ganz vieles darf heilen. Ob ich auf dem richtigen Weg damit bin? Keine Ahnung. Aber er fühlt sich gut an. Und ich arbeite an mir, so falsch kann es dann ja nicht sein. Finde ich. Eins weiss ich mittlerweile: es ist viel viel einfacher Regeln aufzustellen und Polizist zu spielen, zu kontrollieren, ob die Regeln auch beachtet werden, als jedes einzelne Kind frei und im Vertrauen gross werden zu lassen.
  3. Andere Mütter: Eigentlich, ja eigentlich finde ich andere Mütter super. Ich treff mich gerne mit ihnen zum Kaffee, geniesse das MuKiTurnen und bin immer sehr dankbar für Tips, dann wenn ich mit meinem MamaLatein am Ende bin. Es gibt aber auch die andere Sorte. Die, die bewerten, verurteilen, vergleichen. Auf diese Mütter verzichte ich gerne. Ein bisschen mehr Respekt und Toleranz vor jeder Frau, die Mutter ist wäre angebracht. Ich hab ja auch kein Problem mit all den strengen Mamas, die konsequent erziehen. Ich bewundere ganz ehrlich oft ihr Durchhaltevermögen. Für mich ist das einfach nix. Punkt. Ja, ich bin wahrscheinlich ein bisschen anders oder gar nicht so fest, wer weiss das schon. Lasst mich einfach in meinem Anders sein, und ich lass euch in eurem AndersSein. Jede von uns versucht ihr bestes zu geben, das bin ich mir sicher. Ich hasse sie, die Mütter, die alles besser wissen, beurteilen, bewerten  und mir erklären, was ich zu tun und zu lassen habe, versuchen, mich und meine Kinder zu erziehen oder gar zu tadeln oder strafen, ohne überhaupt mich verstehen zu wollen. Mein Spielfeld, meine Regeln, ihr Spielfeld ihre Regeln. Aber zum Glück kommen sie sehr selten vor, diese Mütter.
  4. Die Gesellschaft: Was ist eine gute Mutter heute? Jemand, der sich selber nicht vergisst, sein eigenes, tolles Leben hat, die Kinder zu gut erzogenen Mitglieder der Gesellschaft macht? Was ist schon richtig und was falsch? Was wird heute von einer guten Mutter erwartet? Man darf sein Leben nicht mehr für die Familie „aufgeben“ und gibt sich dafür auf für Job und Wäscheberge. Damit man gar nichts verpasst. Versteh mich nicht falsch, ich find das alles völlig ok, für die Mütter, denen das so gefällt und sich wirklich wirklich glücklich damit schätzen und ihr Leben geniessen. Aber ich treffe auch auf viele Mütter, die ausgebrannt sind. Die das Gefühl haben, nicht mehr allem gerecht werden zu können. Und ich treffe auf Mütter, die schon fast ein schlechtes Gewissen haben, weil sie „nur“ Hausfrau sind. Die mir beteuern, dass wenn die Kinder dann grösser sind sie ganz sicher wieder arbeiten gehen.

Wer sagt schon, was richtig und was falsch ist, was besser und was schlechter ist? Scheiss drauf! Hauptsache dir, liebe Mama gehts gut und du kannst das MamaSein grösstenteils geniessen, so wie ich… Denn MutterSein ist kein Zuckerschleck. Nein es fordert, es verändert, es schreit nach kreativen Lösungen und nach Bewusstseinsarbeit. Ich bin mittlerweile fest der Überzeugung, dass uns nichts mehr verändert, nichts mehr Potential zur Veränderung liefert. Schaus mal an, dein MutterSein. Was für eine Mutter willst du sein? Eine, die dir irgend ein komisches Hochglanzheft präsentiert oder willst du dich selber sein, dich leben mit all deinen Ecken und Kanten und ganz vieles von dir, dem Leben und deinen Kindern lernen?

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