Sag mal, geht es dir manchmal genau gleich wie mir, nämlich dass du dich fragst, wo sie denn alle stecken, diese Hochsensiblen?

20 – 25% der Bevölkerung sind HS. Das ist doch schon eine ganze Menge, oder nicht? Also im Rechnen war ich noch nie der grosse Hirsch, aber wenn ich so an allen Fingern abzähle, müsste das doch jeder 4. oder 5. in meinem Umfeld sein. In der Schweiz, die 8 Millionen Einwohner zählt, müssten also mindestens 1,6 Millionen Hochsensible leben.

Huhuuuu, wo seit ihr denn???

Weshalb fühl ich mich denn oft so ganz allein mit meiner Hochsensibilität? Das tu ich nämlich. Es gibt Tage, wie letzte Woche, da fühlt sich alles nur schwer an. Wie Kaugummi. Da fühl ich mich schwer, da hinterfrage ich mich und mein Sein. Da fühl ich mich mit mir ganz einsam, weiss oft gar nicht, was ich jetzt damit anfangen soll, was mir das alles JETZT sagen will.

Es sind die Tage, an denen ich im einen oder anderen Prozess drin stecke und ich merke, dass „es“ mit mir ganz viel tut. vordergründig und hintergründig. Viele Spiegel werden mir gezeigt, bevor die Dinge dann irgendwann plötzlich Sinn machen.

Aber zuerst, zuerst ist da immer diese Schwere und diese Einsamkeit, das Gefühl, mit all dieser Wahrnehmung ganz alleine zu sein und nicht verstanden zu werden, nicht gesehen zu werden. Das Gefühl, verrückt zu sein, ein Clown auf der Bühne des Lebens, nirgens in dieser Welt hin zu passen, mit einer verrückten Perrücke durch die Gegend zu laufen.

Foto von der tollen Künstlerin Priska Leutenegger.

Ich fühl mich dann unglaublich allein. Allein mit mir. Und weisst du was? Eigentlich ist das in diesem Augenblick gerade richtig, denn es geht um mich. Ich kann mittlerweile sehr gut alleine in diese Prozesse eintauchen und weiss, bei wem ich mir die nötige Hilfe holen kann, wenn ich jemand brauche, der mit den einen oder anderen Impuls geben kann.

Die Schwere lichtet sich langsam, und ganz langsam macht sich Klarheit breit. Aber nur langsam. Das grosse Thema in den letzten Tagen war das Gefühl, alleine zu sein. Alleine mit meiner Wahrnehmung zu sein, ganz alleine mit HerzBauchWerk zu sein, irgendwie das alles „nur“ für mich zu machen, als Beschäftigungstherapie.

Vielleicht mag das jetzt ganz komisch für dich klingen, weil du mich ja verfolgst, du mich sehr präsent wahr nimmst, ich weiss. Ich spüre aber in mir diese Sehnsucht, ganz ganz viele Menschen aus ihrem Schneckenhäuschen raus zu kitzeln. Warum? Das weiss ich ehrlich gesagt gar noch nicht so supergenau. Und noch ehrlicher gesagt, macht mir das auch ein bisschen Schiss. Aber, und so geht es glaube ich ganz vielen, die ihr Business aus vollstem Herzen tun: man muss es einfach tun, auch wenn es (und das sagt mein Ego, gell) nur Beschäftigungstherapie ist.

Aber schau mal. Sogar in der Tierwelt gibt es hochsensible Tiere. Und es sind gerade diese Tiere, die das Überleben der Herde sichern. Weil sie eine Bedrohung schon unglaublich früh spüren, weil sie früh wissen, dass da irgend etwas nicht stimmt. Weil sie hellhöriger sind als all die anderen und das aber dann auch kund tun.

Und was machen wir?

Ich hab oft den Eindruck, dass sich diese 20 – 25% Hochsensiblen in der Menschenherde unglaublich gerne verstecken. Jaja, sie sind hellhörig, hellfühlig, merken, dass was ganz und gar nicht stimmt, würden so vieles ganz anders angehen. Aber das machen sie oft im stillen Kämmerlein. Zu oft.

Ist das denn richtig?

Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn wir uns zeigen würden, uns in der Herde einfügen würden?

Ich weiss es nicht. Ich hab nur das Gefühl, dass wir noch so einiges zu tun hätten in der Menschenherde. Einiges gäbe es da zu verändern, zu verbessern, aufzuzeigen, sichtbar zu machen, verständlich zu machen.

Ich hab keine Lust mehr auf verstecken.

Ich gibs ja zu. Ich hatte auch gewisse Hemmungen das Thema Hochsensibilität aufzunehmen. Wieso? Weil ich Angst davor hatte, als Sensibelchen, Weichei oder Mimose abgestempelt zu werden. Weil ich das ja schon immer war und nicht sein wollte. Wow. wie viele Jahre meines Lebens hab ich damit verbracht (ich will jetzt absichtlich nicht vergeudet schreiben, denn vergeudet waren sie nicht, jeder Prozess läuft im richtigen Tempo), mich den 75 – 80% der „Normalen“ anzupassen? Ich hab mich angepasst, weil ich einfach so gut mich in die Anderen einfühlen konnte, spürte, wie der Karren hier läuft, dabei sein wollte, zugehörig sein wollte, akzeptiert und geliebt sein wollte, wie ich war.

Und weisst du was?

Ich habs nie geschafft.

Ich habe immer kläglich versagt.

Ich heulte stundenlang, weil ich nicht so hart, nicht so taff, nicht so cool war wie die Anderen.

Ich ärgerte mich, dass ich nicht einfach schwierige Situationen hin nehmen konnte.

Ich war sauer auf mich, weil mich die Dinge so lange beschäftigten, ich mein Gedankenkarrussell nicht stoppen konnte.

Ich führte einen Kampf gegen mich. Einen, den ich nie gewinnen würde.

Wieso?

Weil ich einfach anders funktionierte. Weil einfach dieses Schema F nicht zu mir passte. Weil ich in viel zu engen Schuhen durch mein Leben ging und die Blasen überall angefangen haben unglaublich fest weh zu tun.

Bis ich resignierte und mich dazu entschied, das alles sein zu lassen.

Bis ich zu dem Punkt kam, an dem ich meine Andersartigkeit bedingungslos akzeptierte und aufgehört hab, mich zu bewerten, vergleichen, anders sein zu wollen.

Ou ja, das war ein gewaltiger Schritt aus meiner Komfortzone.

Ist es heute noch. Denn heraus zu finden, wer man wirklich wirklich ist, in dieser unglaublichen Fülle von Möglichkeiten, Strukturen und Ablenkungen ist uuuuunglaublich schwierig. (Das darf ich gerade auch durch meinen Sohn mir ins Bewusstsein holen. Danke Nael, für deinen Spiegel. Ich erkenne durch dich gerade unglaublich viel.)

Es braucht Fokus. Es braucht Vertrauen. Es braucht die Bereitschaft, mit sich selber in Verbindung gehen zu wollen. Es braucht die Bereitschaft, sich selbst vertrauen und sich selbst akzeptieren zu wollen, sich selbst kennen lernen zu wollen, mit sich und seinen Emotionen eins zu werden und in die Tiefe gehen zu wollen.

Freiheit kann ganz schön anstrengend sein. In einem Käfig mit Strukturen gefangen zu sein, die nicht zu einem passen, das kann ganz schön ecklig werden.

Aber glaube mir, frei zu sein, wirklich frei zu sein ist auch nicht einfach. Es braucht Mut. Und einen unglaublich grossen Schritt ins Unbekannte.

Vielleicht braucht es auch ein bisschen Mut, mit mir zu arbeiten.

Das ist mir die letzten Tage bewusst geworden. Denn ich zeige gerne meinen Klienten, was alles möglich ist. Ich zeige gerne Potentiale auf, Wege, die man gehen kann, wenn man denn den Käfig verlassen würde. Dahinter, ja dahinter wartet immer die Freiheit. Die ist aber nicht immer einfach. „Freedom is another word, for nothing left to loose“ singt sie so schön, die Janis Joplin. Wie recht sie hat. Denn wer frei ist, wirklich frei, der hat nichts zu verlieren. Der lässt alles los. Der ist bei sich, in der Präsenz, in der Fülle, im Flow.

Präsenz, Fülle, Flow, deine Wahrnehmung, Emotionen, ja sogar deine Hochsensibilität. Das alles ist nicht greifbar. Das alles kann dir keiner erklären, auch wenn es dafür schon unglaublich viele Bücher gibt. Auch wenn manche sagen, du kannst lernen, Energien wahr zu nehmen, dich mit Engel sowieso zu verbinden oder die Aura zu sehen. Vielleicht ist das alles nicht deine Art, wahr zu nehmen. Vielleicht nimmst du einfach auf einer ganz anderen Ebene wahr. Und so nimmst du dir schon wieder die Freiheit, dich zu sein, nichts verlieren zu können.

Deine Präsenz ist nicht meine. Dein Flow nicht mein Flow, deine Essenz nicht meine. Wir sind alle ganz einzigartig und das ist das wunderbare daran. Genau das möchte ich dir zeigen, wenn ich mit dir arbeite. Ich kann dir das alles nicht erklären, ich kann dir nur den Raum geben, dass alles zu fühlen. In deiner ganz eigenen Wahrnehmung.

Du musst also schon ein bisschen Mut haben, Mut, in deine Freiheit einzutauchen. Du musst aus deinem Versteck kommen, dich (zuerst mal nur) mir zeigen. Sonst geht das alles nicht. Sonst kann ich dir deine Freiheit nicht zeigen.

Aber wer weiss, vielleicht willst du das alles ja gar nicht und fühlst dich wohl in den Strukturen und Komfortzonen. Auch das ist vollkommen ok, wenn dir bewusst ist, dass du dich bewusst dafür entscheidest.

Zurück zum Gefühl meiner Einsamkeit.

Ich weiss, dass ihr da draussen seit, ihr 20 -25%. Ich weiss, dass ihr eine grosse Aufgabe habt. (Die anderen 75 – 80% im Übrigen auch, keine Angst!) Aber hei, zeigt euch doch! Was ist so falsch daran! Ihr seit nur so lange speziell, Aussenseiter, „die Anderen“, so lange ihr euren Wert, eure Berechtigung, eure Wichtigkeit im System nicht erkennt und euch kleiner macht als der Rest der Herde. Anerkennt euch und eure Fähigkeiten, hört auf euch zu vergleichen und fangt damit an, euch und euer Potential zu leben. Das seit ihr euch und eurem Leben schuldig, sonst wärt ihr nicht so hochsensibel auf die Welt gekommen, oder nicht?

Dann wärt ihr so was wie ein begnadeter Picasso, der niemals einen Pinsel in die Hand genommen und angefangen hat zu malen. Die Welt hätte ganz viel verpasst dann.

Wenn du mit mir in deine Freiheit eintauchen möchtest, dann bin ich gerne für dich da! Hier geht es zu meinen Angeboten.

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