Ja ja ja, ich weiss. Alle reden oder schreiben sie von Achtsamkeit und nur die Wenigsten verstehen, um was es dabei geht. Und jetzt kommt die Tanja auch noch mit dem Thema?

Fragst du dich jetzt vielleicht.

Aber hei, es ist im Fall tatsächlich so, dass ein bisschen mehr Achtsamkeit deinen Alltag als Hochsensible extrem erleichtern könnte. Eventuell.

Ganz ehrlich, wir Hochsensiblen wären die geborenen AchtsamkeitsProfis. Wieso? Weil wir schon so fein wahr nehmen können, unsere Kanäle meistens so oder so voll auf Empfang gestellt sind und wir sehr gut in die Präsenz eintauchen könnten, dann wenn wir es schaffen würden, unser Gedankenkarussell zum Stillstand zu bringen und uns voll und ganz dem Moment hin geben könnten.

Doch was ist Achtsamkeit ganz genau? Ich glaube, zuerst braucht es eine kleine Erklärung zur Achtsamkeit, denn ich merke immer wieder, dass oft davon gesprochen aber der Begriff nicht wirklich verstanden wird.

Heiii, und genau hier wird es schon schwierig, denn es gibt ganz ganz viele Erklärungen zur Achtsamkeit und verschiedene Experten, die versuchen, Achtsamkeit zu schulen. Historisch gesehen ist Achtsamkeit im Buddhismus entstanden und dort eine Lehre und Meditationspraxis.

Wer weiss, vielleicht sind wir „Westler“ ja gar nicht wirklich für Achtsamkeit gemacht, denn, wie ich heraus gefunden hab, gibt es hier schon wieder mehrere Theorien zur Achtsamkeit und einige Achtsamkeitsprofis. Und schon kommt in mir langsam der Gedanke hoch, dass wir hier versuchen, etwas in ein System, in eine Struktur zu packen, was gar nicht möglich ist. Aber egal. Für all die, die Theorien brauchen, wird das wohl schon seinen Sinn haben, dass es verschiedene Achtsamkeitslehren und -profis gibt.

Nun gut. Ich bin manchmal ein bisschen pragmatisch und mag den einfachen Weg, ganz ohne viel Tam Tam. Und so finde ich, dass es mit der Achtsamkeit eigentlich ganz einfach wäre, und doch ist es ganz schwer…

Achtsamkeit bedeutet, dass man sich dem gegenwärtigen Moment bewusst wird. Im Hier und Jetzt ist, in die Präsenz eintaucht und seinen Geist, seine Aufmerksamkeit, seine Kanäle ganz ganz weit öffnet und einfach nur wahr nimmt. Ganz ohne irgend welchen wertenden Gedanken dazwischen.

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Also hat Achtsamkeit ganz viel mit Präsenz, mit einem klaren Geist und viel Bewusstseinsarbeit zu tun. Man könnte zum Beispiel mitten in einem Wutausbruch achtsam werden. Tief durchatmen, sich erden, ausdehnen, wahr nehmen. Die Wut wahr nehmen, sie nicht werten, bei sich bleiben, heraus finden wollen, was das gerade mit einem macht. Beobachtend diese Wut an sich lassen, in den Körper hinein spüren, wo sich diese Wut gerade anstaut oder zeigt, versuchen, sie so richtig zu spüren, ohne von ihr weg getragen zu werden, sie in den Arm nehmen wie ein kleines Baby und dann zärtlich los lassen.

Hm, nur doof, wenn man sich dabei mitten im Einkaufzentrum befindet und  ohnmächtig vor dem eigenen, tobenden Kind steht…

Wie soll man da jetzt achtsam werden? Wie will man da im Hier und Jetzt bleiben? Wenn hier und jetzt gerade einfach alle Augen auf einen gerichtet sind und und hier und jetzt sich üüüüüberhaupt nicht entspannt anfühlt? Wenn hier und jetzt und in der Präsenz gerade einfach keine Zeit und kein Raum ist, um sich auszudehnen, die Wut anzuschauen und in den Arm zu nehmen?

Soll ich dir was verraten? Genau DAS hab ich mich auch schon oft gefragt. Genau mit solchen Situationen hatte ich unglaublich zu kämpfen, als ich meine Ausbildung in Medialität und geistigem Heilen absolviert hatte. Eine Ausbildung, in der wir genau das mit der Achtsamkeit so sehr gelernt hatten. Ich wusste, was es bedeutet, im Hier und Jetzt zu sein. Ich kannte meine Kanäle, meine Wahrnehmung, war mir der Macht meiner Gedanken bewusst. Und doch hatte ich immer wieder das Gefühl, im Alltag absolut zu versagen. Ich fühlte mich an den Ausbildungswochenenden ganz weit und frei und glücklich. Montags wurde ich dann immer ganz unsanft von meiner spirituellen rosaroten Wolke gerissen.

Natürlich gab ich mir die Schuld dafür, dass es in meinem Leben nicht so funktionieren wollte mit dem Achtsam sein. Ich müsse einfach mehr üben. Oder wäre vielleicht doch nicht so bewusst wie ich dachte oder gerne wäre… Who knows.

Es viel mir unglaublich schwer, Achtsamkeit in meinem Alltag zu integrieren, oder besser gesagt, ich hatte das Gefühl, dass es sich gar nicht im Alltag integrieren lässt. Die Tatsache, dass ich Mutter wurde und den ganzen Tag zu Hause verbrachte machte es auch nicht einfacher. (Man sollte meinen, so eine Hausfrau hätte doch wenigstens dann ein bisschen mehr Zeit für solche Dinge, oder?)

Bis mir eines bewusst wurde: Achtsamkeit kann man lernen, ja, bis zu einem gewissen Punkt. Und das ist dann auch ziemlich einfach. Du kannst lernen, dich zu entspannen, zu mitten, wahr zu nehmen. Das alles dann in deinem Alltag zu integrieren wird dann aber schon ein bisschen schwieriger.

Ich hab jetzt diese Achtsamkeit, und was mach ich jetzt damit? Diese Frage könnte man sich stellen. Denn, und da mach ich mir vielleicht jetzt auch nicht so viele Freunde mit dieser Aussage: Das ganze Achtsamkeitszeugs bringt dir rein gar nichts, wenn du es nicht lernst in deinem Alltag zu integrieren. Klar kannst du dann in einen Meditationsabend oder ins Yoga oder eine Ausbildung gehen und dort hast du Raum für Achtsamkeit, fühlst dich entspannt, weit und im Hier und Jetzt. Aber die hohe Kunst liegt darin, dein ganzes Leben achtsam zu gestalten. Und dazu musst du nicht am Tag fünf Stunden meditieren, in ein Kloster gehen oder nur noch auf deiner rosaroten, spirituellen Wolke, die eh keiner versteht, schweben.

Du musst es einfach TUN. 

Falls du noch ganz am Anfang stehst mit deiner Achtsamkeit, dann fang mit kleinen Schritten an. Mach mal eine Meditation. Am Ende von diesem Text schenk ich dir sogar eine von mir, also falls du Lust hast, mal eine auszuprobieren, kannst du das hier gleich tun.

Falls du schon ein Achtsamkeitsprofi bist, es dir aber schwer fällt, sie im Alltag zu integrieren, dann fang doch einfach einmal damit an, alles achtsam zu machen. Achtsames Zähneputzen zum Beispiel. Ganz präsent, im Hier und Jetzt. Klingt jetzt doof? Heiiii, du kannst es auch mit dem Wutausbruch im Einkaufszentrum probieren, kein Thema! Ich mach es lieber ein paar Mal am Tag in einfachen Situtationen, anstatt mich in fast unbeherrschbaren Situationen aufmerksam der Aufmerksamkeit zu widmen und zu merken, dass ich kläglich versage.

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Falls du Mama bist, und jetzt ganz viele Widerstände in dir hoch kommen, dass du in deinem gestressten Alltag sowieso nie Zeit findest, um achtsam zu sein, rate ich dir wirklich, wirklich JETZT unbedingt damit anzufangen, allen Widerständen zum Trotz. Denn genau DAS macht deinen Alltag viel entspannter. Auch wenn es dich ganz ganz viel Überwindung kostet.

Gerade Hochsensible sollten Achtsamkeit in ihrem Leben integrieren, denn es würde ihren Alltag extrem erleichtern. Hier die Gründe dazu:

  1. Achtsamkeit lässt deine Wahrnehmung klarer werden. Ganz bewusst in der Präsenz zu verweilen, wertfrei wahr zu nehmen, einfach nur zu sein reinigt deine Kanäle, macht sie klarer, zeigt dir, wie du ganz genau wahr nimmst. Nimmst du eher über deine Gefühle wahr, über deinen Körper, über das Sehen oder Hören? Ganz bewusst einmal zur Ruhe kommen und sich mit der eigenen Wahrnehmung achtsam zu verbinden kann ganz viel Klarheit bringen.
  2. Achtsamkeit hilf dir dabei, dich vor Reizüberflutung und fremden Energien zu schützen. Ganz bewusst in der Präsenz zu sein, nur diesen einen Augenblick gerade auf sich ein wirken zu lassen macht ruhig. Es lässt dich fokussierter werden, zeigt dir einen Weg, wie du all die Reize um dich ganz wertfrei wahr nehmen kannst. Sie sind noch da, die vielen Reize. Sie lassen dein System aber nicht mehr überfluten, da du sie einfach nur beobachtest. Sie sind da, machen mit dir aber nichts.
  3. Achtsamkeit hilf dir dabei, deine Emotionen zu beobachten und los zu lassen. Ob Wut, Trauer, Scham oder Neid. All diese Gefühle können uns fast wahnsinnig machen, wenn wir immer wieder versuchen, sie zu unterdrücken und ja nicht zu fühlen. Oft haben wir es schon von Kindesbeinen an gelernt, dass diese Emotionen nicht gerne gesehen werden und haben erfolgreich gelernt, sie zu unterdrücken. Aber: sie sind genau so ein Teil von dir wie deine glückliche, zufriedene, offene und herzliche Seite. Achtsam mit seinen Gefühlen umzugehen bedeutet auch, alte, tiefe Emotionen wieder an die Oberfläche zu holen, sie ganz wertfrei zu betrachten, nochmals zu fühlen und kraftvoll los zu lassen. Immer und immer wieder.
  4. Achtsamkeit hilft dir dabei, deine Gedanken zu ordnen. Wir machen uns so viele Gedanken, ich weiss. Gute und schlechte. Du bist was du denkst. Ändere dein Mindset, dann ändert sich dein Leben, lass alte Glaubensmuster los. Bla bla. Wir wissen es, oder? Wir wüssten eigentlich, wie wir mit unseren Gedanken umgehen müssten, um sie richtig zu lenken, nicht wahr? Unt tun wir es denn? Oft nicht, nein. Achtsamkeit kann dich für einen Moment einfach mal aus der doofen Gedankenspirale raus heben. Fürs Erste kehrt dann einfach mal Ruhe ein. Alles weitere kannst du dir dann später überlegen (hihi).
  5. Achtsamkeit bringt Ruhe, Geduld und Dankbarkeit in deinen Alltag. Achtsam zu sein bedeutet, erst einmal in sich zu gehen, bei sich zu sein, vor allem dann, wenn es hektisch, stressig und vielleicht gerade einfach ziemlich schwierig zu und her geht. Achtsamkeit hilft dir dabei, die Antworten auf deine grossen Fragen in dir und nicht im Aussen zu suchen. Denn sind wir mal ehrlich, du kennst dich am besten, du bist der Experte deines Selbstes. Achtsamkeit hilf dir dabei, dich selber besser kennen und verstehen zu lernen und dich nicht mehr in Dramen zu verlieren. Denn wenn wir uns selber ganz wertfrei beobachten, unsere Reaktionen verstehen und kennen lernen, dann können wir auch lernen, anders auf äussere Einflüsse zu reagieren. Wir erkennen, welch wundervolles Licht in uns brennt, was unsere Aufgabe ist und wie wundervoll dieses Leben hier ist. Du lernst dankbar die Zeichen, die dir das Leben schenkt anzunehmen und hin zu schauen. Fragst dich immer öfter „was macht das gerade mit mir?“ und beobachtest dann ganz wertfrei, was die schwierige Situation, das unangenehme Gefühl, die nervige Nachbarin mit dir (deinem Ego)  macht.
  6. Achtsamkeit verbindet dich mit deiner Essenz und lässt dich dein Ego erkennen. Achtsamkeit zeigt dir den Weg an einem Ort in dir, wo es keine Wertung gibt, wo alles so ist, wie es ist. Du befindest dich dann in einem Seelenraum, in deinem Seelenraum und nimmst einfach an. Ganz los gelöst von deinem Ego. Ganz weit weg von dem, was verurteilt, bewertet, strukturiert, einengt und bestraft. Du bist wie du bist. Du bist nicht dein Ego, und das ist gut so.

Ach ja, und um nochmals zurück zu kommen zu dem Einkaufszentrum-Wutausbruch-Achtsamkeits-Dings: Gelebte und im Alltag integrierte Achtsamkeit lässt dich vielleicht in solchen Situationen nicht so reagieren, wie du es gerne hättest, aber sie bringt dir ganz allgemein viel Entspannung, Entschleunigung und weniger Stress in den Alltag. So, dass du vielleicht nicht gleich die Kontrolle verlierst in solch schwierigen Situationen. Oder sie einfach in Ruhe und Gelassenheit hin nehmen kannst, weil dein Stresspegel relativ tief ist.

In meinen Begleitungen, Seminaren und OnlineKursen arbeiten wir sehr viel genau mit dieser Achtsamkeit, mit deiner Achtsamkeit. Falls du Lust hast, in eine heilende Meditation einzutauchen, die dir dabei hilft, deine Achtsamkeit zu aktivieren, dann kannst du diese hier kostenlos downloaden. Dir hat die Meditation gefallen? In meinem Shop gibt es noch mehr zu beziehen!

 

 

 

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