Hei du liebe hochsensiblen Mama, sag mal, wie stemmst du so deinen Alltag? Wie findest du dich im MamaLeben als Hochsensible zurecht?

Ich muss gestehen, mich fordern meine Aufgaben als Mutter immer wieder sehr heraus, denn neben dem ganz normalen Alltag als Mama ist da noch die eigene Hochsensibilität, die neben den Kindern, dem Haushalt und dem Familienleben mich ganz besonders beschäftigt.

Eins hab ich gelernt in all den Jahren: Hochsensibilität lässt sich nicht abstellen oder verdrängen. Man kann nur lernen, mit ihr bewusst und kraftvoll umzugehen.

Es gab sie, die Zeiten, in denen ich am liebsten einfach irgend eine Pille eingeschossen hätte, die mir dabei helfen würde, all meine Kanäle, mein feines Empfinden und meine Wahrnehmung zu drosseln. Weil mir alles zu viel wurde, weil ich unglaublich mühe damit hatte, mich in dem strukturierten Denken, welches diese Gesellschaft oft vorgibt, zurecht zu finden und einzuordnen.

Zum Glück habe ich mich dafür entschieden, bewusst und achtsam meine Hochsensibilität zu beobachten, sie zu erkunden und zu leben.

Ganz ehrlich, es gibt schon noch das Eine oder Andere, dass mir ein paar Herausforderungen mehr beschert, aber auch „normale“ Menschen werden davor nicht bewahrt, oder?

Als ich Mutter wurde, war mir eigentlich schon von Anfang an klar, dass ich wohl ein paar Wege anders gehen werde. Nur schon aus der Erkenntnis, dass ich meinen Alltag auch ohne Kinder anders gestalte.

In meiner Arbeit mit meinen Klientinnen, die Mutter sind, beobachte ich immer wieder, dass hochsensible Mütter oft versuchen, einem (meist sich selbst auferlegten) NormBild von MutterSein oder Familie zu entsprechen.

Oft merke ich, wie diese Vorstellung sehr destruktiv wirkt, weil diese Frauen merken, dass sie einfach den selbsterlegten Ansprüchen nicht genügen können.

Ich glaube, es ist in diesem Moment ganz wichtig zu erkennen, dass wir einfach anders ticken. Hier die 7 wichtigsten Fakten über hochsensible Mütter:

 

Fakt #1:

Hochsensible Mütter sind meistens Mütter von hochsensiblen Kindern.
Also sind nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder irgendwie anders.

 

Ist dein Baby das Baby, dass jeden Abend mindestens eine Stunde weint, bevor es endlich einschlafen kann?Ist dein Kind ist das einzige Kind, welches nicht in den Kindergarten will? Das Kind, welches immer unglaublich lange Zeit braucht, bis es mit neuen Situationen klar kommt? Ist dein Kind das Kind, welches den von Oma gestrickten Wollpulli einfach nicht anziehen kann, weil er sich einfach nicht richtig auf der Haut anfühlt?

Hast du manchmal das Gefühl, dass nur dein Kind solche komischen Ticks hat und schämst du dich schon fast dafür? Ja?

Fühlen sich alle anderen Kinder irgendwie total unkompliziert und pflegeleicht an, nur deine nicht?

So wie du als hochsensibles Kind gross geworden bist, so ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass auch deine Kinder oder ein Teil von ihnen HS sind.

Kannst du damit leben?

Falls es dir manchmal unglaublich schwer fällt, dein HSK so zu akzeptieren, wie es ist, dann möchte ich dich nur kurz fragen, wie du mit deiner Hochsensibilität in deiner Kindheit umgehen durftest? Wurde sie von deinem Umfeld akzeptiert oder musstest du dir immer wieder anhören, dass du jetzt nicht so tun sollst. Ist doch alles nicht so schlimm. Und was machst du denn jetzt wieder für ein Theater für nichts?

Das sind alles Aussagen, die ein HSK beschäftigen und ihm zu verstehen geben, dass es und seine Feinfühligkeit nicht richtig sind. Aussagen, die fatale Auswirkungen auf das eigene BewusstSein und die Selbstakzeptanz haben kann.

Das eigene HSK so akzeptieren, wie es ist, seine Sensibilität ernst zu nehmen und ihm zeigen, wie es sie im Leben integrieren kann, das kann auch für eine hochsensible Mutter, die als Kind gelernt hat, die eigene Hochsensibilität möglichst zu unterdrücken, ein sehr heilsamer Prozess sein.

 

Fakt #2

Hochsensible Mütter kennen die Bedürfnisse ihrer Familie meistens besser als ihre eigenen.

Sag mir, wie geht es dir? Wie oft fragst du dich, wie es dir geht und was du brauchst, damit es dir gut geht? Ich könnte mit dir wetten, dass du genau weisst, was dein Partner, deine Kinder brauchen, um glücklich zu sein und sich wohl zu fühlen.

Ich wette mit dir, dass du alles gibst, dass sich dein Familiensystem harmonisch anfühlt und es allen gut geht.

Ich könnte wetten, dass du wahrscheinlich dich und deine Bedürfnisse dafür ganz weit hinten anstellst, weil es dir gut geht, wenn es allen andern auch gut geht.

Daran ist ja per se nichts Falsches. Nur leider erlebe ich viele hochsensible Frauen, die von Kindesbeinen an gelernt haben, ihre Bedürfnisse hinter die der Anderen zu stellen und sich anzupassen. Dieser Mechanismus ist so stark eingeprägt, dass es diesen Frauen sehr schwer fällt, die eigenen Bedürfnisse heraus zu finden.

Was brauche ich, um ausgeglichen, glücklich und in meiner Mitte zu sein? Kann da zu einer Frage mutieren, die man fast nicht (mehr) beantworten kann.

Aus diesem Dilemma hilft dir eines: Klarheit. Werde dir klar darüber, was du und nur du brauchst, um dir den Raum zu schaffen, in dem du dich wohl fühlst. Als Mutter, als Partnerin, als Angestellte, als Freundin. Und kommuniziere diesen abgesteckten Raum auch ganz klar! Denn Klarheit gibt deinen Mitmenschen auch eine Orientierung im Umgang mit dir. Nur weil du so feinfühlig bis und für dich ganz klar die Bedürfnisse des Anderen wahr nehmen und wahren kannst, darfst du das nicht von deinen Mitmenschen erwarten! Die wenigsten spüren, was andere gerade brauchen.

Deshalb musst du klar werden.

Für dich, für die Anderen, für deine Bedürfnisse.

 

Fakt #3

Hochsensible Mütter können, wollen oder sollen nicht (er)ziehen, denn sie wissen und spüren, was sie mit Druck und Macht alles anrichten.

Ich weiss nicht, ob es dir gleich geht wie mir, aber ich habe als Kind Machtstrukturen nicht verstanden. Ich fand sie äusserst unlogisch und ich verfiel regelmässig in Ohnmacht, wenn meine Lehrer, Eltern, Ausbildner ihre Macht an mir ausübten und ausnutzten.

Das waren teilweise sehr schmerzhafte Erlebnisse, die für mich keinen Sinn machten, in denen ich mich ungesehen, unverstanden und einfach nur falsch fühlte.

Mache ich mit meinen Kindern dasselbe, fühl ich mich als Mutter falsch. Ich spüre, wie in meinen Kindern diese Ohnmacht hoch kommt, wie sie danach lechzen, gesehen und verstanden zu werden, wie sie mit dieser Situation nicht umgehen können und wie sie nur eines wollen: mir auf Augenhöhe begegnen und von mir wahr genommen werden.

Deshalb kann ich mit autoritären Erziehungsstilen oder (er)ziehen allgemein nur sehr wenig anfangen. Es wirkt für mich zu trennend, es katapultiert mich in eine Position, die ich nicht einnehmen möchte. Ich weiss, Kinder brauchen Leitplanken, Struktur, einen Raum, in dem sie im Vertrauen wachsen können. Aber ich glaube auch daran, dass man ihnen das ohne trennende Machtausübung geben kann. Indem dass man immer wieder mit dem Kind und seinen Bedürfnissen in Verbindung geht, sich auf Augenhöhe ohne sich gegenseitig zu bewerten begegnet und sich auf das Abenteuer von Resonanz und Spiegel einlässt und bereit ist, voneinander ganz viel zu lernen.

Ob das gut kommt oder nicht kann ich dir noch nicht sagen, aber es fühlt sich für mich gut und stimmig an. Und ich gebe mir die Erlaubnis und die Freiheit, die Mama zu sein, die ich sein will und fühl mich wohl dabei.

 

Fakt #4

Hochsensible Mütter sind manchmal fast schon süchtig nach Harmonie.

Hand aufs Herz: bist du eine Mutter, die ihre Familie am liebsten in eine rosarote Harmoniewolke packen würde? Eine Mama, die sich von Herzen wünscht, dass sich niemand streitet, sich alle glücklich fühlen und jeder gesund und munter ist?

Ist das dein Ziel jeden Morgen wenn du aufstehst?

Fühlst du dich als Versagerin, wenn es Tage gibt, an denen nichts rund läuft, die Kinder sich schon beim Frühstück in den Haaren liegen und du mit dem Haushalt nicht nach kommst?

Dann hör ganz schnell auf damit! Und begrab deine illusionäre Sehnsucht nach Harmonie! Eine Familie braucht Reibungspunkte. Es braucht Konflikte, Diskussionen, die Kinder müssen sich streiten können. Damit sie sich spüren, erkennen können, was für sie richtig und was falsch ist.

Nur so können deine Kinder ihre Bedürfnisse erkennen und für sie einstehen. Immer wieder dazwischen zu harmonisieren ist in meinen Augen sehr respektlos gegenüber ihren Bedürfnissen.

Vor allem übernehmen deine Kinder sehr schnell dieses Muster. Wahrscheinlich machen sie dasselbe in der Schulklasse oder im Kindergarten. Und wenn sie heim kommen, sind sie vor lauter Harmonisieren so ausgebrannt und fertig, dass sie den ganzen Frust an dir auslassen. (Und was machst du dann? Genau. Harmonisieren.)

Ich weiss nicht, wie du das siehst. Ich finde harmonisieren extrem anstrengend. Es ist etwas, in dem ich mich auch immer wieder zurück nehme und versuche, die Energie im Raum ins Positive zu wandeln.

Ich habe aufgehört damit. Statt dessen habe ich mich für Klarheit entschieden. Ich mache klare Ansagen. Streiten meine Kinder, sag ich ihnen, dass sie ihren Konflikt fair austragen sollen. Oder ich gebe ihnen eine Hilfestellung, wie sie selber aus dem Drama heraus kommen können.

Ich beziehe einen klaren Standpunkt was ich toleriere oder nicht, und ich habe eingesehen, dass Harmonie eine Illusion ist. Zu viel Harmonie schadet. Sie nimmt uns den Raum für Transformationsprozesse.

 

Fakt #5

Hochsensible Mütter sind sehr einfühlsam und emotional. Vielleicht manchmal ein bisschen zu viel davon.

Die lieben Emotionen. Ich weiss, es ist unglaublich schwierig, sich von der Wut, der Trauer oder der Ohnmacht von den eigenen Kindern zu distanzieren. Oft überlappen uns diese Emotionen und lösen in uns ganz viel aus.

Die meisten von uns haben gelernt, schlechte Gefühle zu unterdrücken. Auch ich. Ein wütendes Kind hat mich lange Zeit in eine grosse Ohnmacht katapultiert, hat in mir ganz viel alte, angestaute Wut hoch kommen lassen, die ich nicht fühlen wollte.

Gefühle kann man nicht verstehen, man kann sie halt wirklich nur fühlen!

Ich bin der Meinung, dass wir grundlegend zu anderen Erwachsenen werden, wenn wir als Kind lernen, unsere negativen Emotionen nicht zu unterdrücken sondern aus sie anzunehmen und zu transformieren.

Es liegt an uns Eltern, wie wir damit umgehen, wenn unsere Kinder in einer solchen Emotion stecken. Geben wir ihm Raum, damit es diese Emotion erfahren und kennen lernen darf, oder unterdrücken wir diese wichtige Erfahrung?

Was kann schon im schlimmsten Fall passieren, wenn wir unserem Kind erlauben, seine Wut zu verstehen?

 

Fakt #6

Hochsensible Mütter sind Perfektionisten, die nichts falsch machen wollen.

Hier wären wir wieder ein bisschen beim Thema Harmonie angelangt. Denn ich merke, dass viele HS Mama das Gefühl haben, die Harmonie ist perfekt, wenn sie alles perfekt machen.

Doch wo ist die Messlatte? Was ist perfekt? Wie sieht ein perfektes Familienleben aus?

Ich glaube, vor allem in hochsensiblen Familiensystemen ist perfekt oft etwas ganz anderes, als wir uns vorstellen. Hier sollte ein kreativer, sicherer, vertrauensvoller Raum herrschen und nicht alles ordentlich, strukturiert und angepasst sein.

Das nimmt ganz viel Druck. Druck, der sich auf jedes einzelne Familienmitglied überträgt und es sich irgendwie unwohl stimmen lässt in diesem perfekten Umfeld, in dem dann jeder einzelne perfekt sein will und gefrustet ist, wenn er oder sie es nicht sind.

Perfektion nimm jede Möglichkeit zur kreativen Entfaltung. Meine Meinung. Wir haben sie schon lange abgeschafft, schon vor der Harmonie. 😉

 

Fakt #7

Hochsensible Mütter sind Pioniere, Wegbereiter, Türöffner für die nächste Generation.
Sie haben eine grosse Aufgabe.

Wir sind anders und dürfen anders sein. Wie unsere Kinder. Mehr fühlen, mehr reflektieren, weniger Macht, andere Herangehensweisen: wir sollten uns das alles erlauben und selbstbewusst unseren Weg mit unseren Kindern gehen. Was kann schon passieren?

Es ist zeit, dass wir unseren Kindern den Raum geben, den sie brauchen, um selbstwirksam und im Vertrauen, hochsensibel gross zu werden. Von Anfang an sollen sie ihre Hochsensibilität kraftvoll leben und nutzen und integrieren können.

Denn die Kinder, welche heute auf die Welt kommen, haben keine Lust mehr auf faule Kompromisse, Angepasstheit und Unterdrückung ihrer Emotionen. Das zeigen sie uns ganz klar! Sie wollen ihre Hochsensibilität, ihre Essenz und ihre Individualität leben und nicht angepasst durch diese Welt gehen.

Bist du bereit dazu, mit deinem Kind diesen Schritt in Richtung Freiheit und selbstbestimmten Leben zu gehen?

 

In meinen Begleitungen, OnlineKursen und Seminaren zeige ich hochsensiblen Müttern, wie sie ihre Hochsensibilität als PowerTool nutzen und kennen lernen dürfen.

 

 

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen (inkl. Google Analytics, Facebook Pixel):
    Alle Cookies, auch die von Google Analytics und Facebook Pixel. (Wir verwenden diese Cookies, um unsere Webseite für dich optimieren zu können.)
  • Nur technisch notwendige Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite, die zum ordnungsgemäßen Betrieb notwendig sind z.B. für den Warenkorb.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutzerklärung. Impressum und Disclaimer

Zurück

HerzBauchWerk Newsletter

Ja, ich möchte mich von HerzBauchWerk per Mail inspirieren lassen und trage mich in die Newsletterliste ein.

Du hast dich erfolgreich angemeldet! Bestätige bitte noch den Link, den ich dir per Email zusenden werde.