fbpx

Erschwerte Verhältnisse beim TrockenWerden.

Allgemein, Familienleben, Kinder, Mama sein14 Kommentare

Dieser Blogpost wäre eigentlich nicht der Rede wert gewesen. Denn das, was mir und einer lieben Freundin vor einigen Wochen bei einem wunderschönen Ausflug auf die Rigi passiert ist, wollte ich nicht hoch stilisieren. Obwohl ich zu guter Letzt als DummeKuh beschimpft wurde. Denn ich mach nicht gern ein Drama über Dinge, die eigentlich, ach wie soll ich sagen, doch irgendwie nicht so dramatisch sind wie sie dargestellt werden. 

Nur ganz spannender Weise wurde genau die Sache, die uns passiert ist, zur Inspiration eines Leserbriefes in einem kleinen Anzeiger. Ehrlich gesagt, musste ich recht schmunzeln.

Wie das wohl so oft ist mit den Medien, wurden Tatsachen ein bisschen verdreht, damit alles noch ein bisschen dramatischer klingt als es gewesen ist.

Wohl ganz im Kleinen, aber hei, Nachrichten werden halt oft einfach nach gerichtet. Und da in Schnitzel pinkeln viel dramatischer ist als in eine Wiese zu pinkeln, kann ich die Verfasserin des Leserbriefes verstehen, dass sie sich dieses Special Effects bedient hat. (Liebe Leserbrief Schreiberin, Ihren Namen werde ich hier nicht erwähnen, obwohl er im Leserbrief ganz öffentlich gezeigt wurde. Auch den Leserbrief veröffentliche ich aus Respekt Ihrer Persönlichkeit gegenüber hier nicht. Und falls sie in der Zwischenzeit jemand erwischt haben sollten, der tatsächlich auf die Schnitzel und nicht in die Wiese gepinkelt hat, dann lesen sie nicht weiter, denn dann müsste ich diesen Blogpost hier, der mir gerade echt Spass macht zu schreiben, gar nicht schreiben, da ich mich ja nicht betroffen fühlen muss, da unsere Kinder ja NICHT AUF DIE SCHNITZEL gepinkelt haben.)

Naja, was soll ich sagen, der Leserbrief inspiriert mich nun halt zu diesem Blogpost.

Es geht um ein kleines Bisi. Oder ein Lulu. Oder wie man das sonst noch nennt.

Bild von Pixabay (Das ist übrigens Manekenpis oder wie man es auch immer schreibt, den hab ich auch mal in Brüssel angetroffen)

Meine kleinste Tochter ist nun ziemlich genau 28 Monate alt, also zwei Jahre und vier Monate, und sie ist trocken. Trocken am Tag, trocken in der Nacht. Ja ich weiss, mag sein, dass das ziemlich früh ist, mag sein, dass es ganz normal ist, aber darum geht es gerade nicht. 

An diesem besagten Tag, an dem sich das Spielplatzdrama ereignete, waren wir unterwegs auf die Rigi, die Königin der Berge, der Heimatberg meines Papas und schon auch fast etwas Heimat von mir. Und so nahm ich meine liebe Freundin und ihre Familie aus Österreich mit, die uns in der Schweiz besuchten. Ich wollte ein bisschen Berg zeigen, ein bisschen Schweiz zeigen, ein bisschen Bähndli fahren und so. Volles Programm. Ach ja, meine Freundin hat drei Töchter, wobei die kleinste auch schon trocken ist, sie ist sogar zwei Monate jünger als meine Jüngste. Aber ob das nun früh oder nicht früh ist, spielt auch hier keine Rolle. (merkt ihrs Mamas, mir ist ziemlich egal, wenn Kinder trocken werden, sie werden es dann, wenn sie dazu bereit sind.)

Tatsache ist, wir waren mit zwei kleinen Mädchen unterwegs, die noch nicht wirklich viel Erfahrung im TrockenSein hatten.

Und falls jetzt hier die eine oder andere Mama mit liest, dann weiss die doch ganz sicher, dass das mit dem TrockenWerden so ein Prozess ist. Oder? Dass dann, wenn das Kind sagt: “ich muss mal” heisst, dass es JETZT muss, und nicht erst in fünf oder zehn Minuten.

Dann gilt es, schnell aufs Klo, falls vorhanden, Hosen runter und Bisi (Lulu) machen.

Nun ist es so, und das gebe ich ganz offen zu, dass wir, bei uns zu Hause (also die Kinder mein ich) Lulus und Bisis bei Schönwetter im Garten machen. In einem Ecken im Garten. (Im Übrigen haben wir genug Katzen, die ihr grosses Geschäft am liebsten in unserem Sandhaufen machen, das find ich noch weniger lässig als das Bisi meiner Kinder). Aber auch das ist ein anderes Drama, äh Thema.

Nun gut, hier geht es schliesslich nicht um kackende Katzen sondern um pissende Kinder. Ich komm zum Punkt.

Wir waren auf einem hübschen, neuen Spielplatz und meine Kleine musste mal. So dringend, dass sie an den Rand des Spielplatzes stand und in die Wiese pinkeln wollte.

Die Hose war schon unten. Mamas: ihr versteht den Dramatikeitsgrad der Lage?

Das Einzige, was ich noch tun konnte in diesem Augenblick war zu ihr zu rennen, sie hoch zu heben und sie in die Wiese (nicht in die Schnitzel, das ist wichtig für die Leserbriefschreiberin) pinkeln zu lassen.

Mamas, die ihr auch schon mal ein Kind hattet, das den Prozess des TrockenWerdens durchgemacht hat, ich glaube, ihr versteht mich, oder? Und ja, ich weiss, dass das nächste Klo ca. 75 Meter weit entfernt war. Aber hei, für einen so kleinen Menschen wie meine Tochter sind diese 75 Meter gefühlt ein Marathonlauf, wenn das Bisi JETZT kommen will und die Hose schon unten ist.

Bild von Pixabay

Nun gut. Alles nicht so schlimm, oder? Es hats ja niemand gesehen. Korrektur: Die Kleine meiner Freundin hats gesehen. Meine Tochter war so zu sagen LuluVorbild. Falls es sowas tatsächlich gibt. 

So hat Kleinkind Nummer 2 nach einem Weilchen dasselbe getan wie Kleinkind Nummer 1, es hat sich an den Rand vom Spielplatz verkrochen, die Hose runter gelassen und wollte Lulu machen (niiiiiiicht in die Schnitzel, oh Hilfe, das würden wir nie wagen, nein in die Wiese, gell liebe Leserbriefschreiberin!). Nun gut. Auch der Mama von Kleinkind Nummer 2 blieb nix anderes übrig, als dem armen Kind beim dringenden Lulu in die WIESE Beistand zu leisten. (Mein Gott war ich froh, dass ich nicht die Einzige Mutter war, die sich den Marathon zum öffentlichen WC nicht zugetraut hat. Das hat meinem Ego gleich enorm geschmeichelt.) Wir Mamas halten in DramaSituationen halt doch zusammen.

Nur dumm, dass die nette Dame, die auf der Rigi wohnt und mit ihrem Dalmatiner (oder der der Tochter?) unterwegs war, gesehen hat, wie diese Touristentussi da mit ihrem Kind steht und es einfach in den Spielplatz pinkeln lässt!!!! (ähm sorry, Wiese nebendran)

Hui ja du, was für eine Sauerei!

Prompt ging das Geschimpfe los, meine Freundin hat natürlich nicht wirklich viel von den gopfedami, du Sauhund und wo simmer denn daaaaaa? Schimpfwörtern auf Scheizerdeutsch verstanden (zum Glück für die Gastfreundliche Schweiz du) und ich hab irgendwie ziemlich spät das Drama erkannt.

Ganz nett hab ich die Dame gefragt, ob denn ihr Hund nie pinkeln muss und prompt kam die Antwort: “De bislet ganz sicher ned in Spielplatz, du dummi Chue!” (Für alle Leser, die des Schweizerdeutsch nicht mächtig sind: “Der pinkelt ganz sicher nicht auf den Spielplatz, du dumme Kuh!”

Wow, der Hund scheint einer der ganz gut erzogenen, dressierten, cleveren zu sein. Viel besser erzogen als Kleinkind 1 und Kleinkind 2, die des Pinkelns scheinbar noch nicht Herr und Meister sind.

Und ja, ich hab schon so manchen Hund in meiner Karriere als Mutter angetroffen, der viel viel, nein um Welten besser pariert als meine Kinder. (Hui und ganz kurze Momente würde ich gerne die Kinder gegen den Hund tauschen. Aber das sind wirklich nur so MilliMilliSekundenMomente, einfach so aus purem Neid heraus.)

Bild von Pixabay

Nur zum Glück sind meine Kinder keine dressierte Hunde, und das werden sie wohl hoffentlich auch nie werden. Ist so ein Ziel von mir. Einfach, dass ich das auch mal schriftlich hier festgelegt hab.

Solche Situationen beschäftigen mich dann doch ein Momentchen.

Nicht, weil sich da jetzt jemand über mein Fehlverhalten als Mutter aufgeregt hat, sondern vielmehr, dass man das Kind nicht sieht, dass echt einfach noch klein und erst am TrockenWerden ist. Haben denn TrockenWerdenProzesse keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft? Ich hätte es mir ja auch einfach machen können und meinem Kind eine Windel überziehen, dann müsste ich nicht in solch prekäre BisiSituationen kommen.

No risk no fun.

Also deshalb, meine liebe Leserbriefschreiberin, möchte ich Ihnen sagen: Ich find es toll, wie sie sich für eine saubere Rigi einsetzen. Ich selber würde es nämlich auch nicht so läss finden, wenn ich da neben dem Spielplatz einen Erwachsenen sehen würde, wie er sein Ding auspackt und hinpieselt. Ich würde es auch bei einem fünfjährigen Kind schon nicht mehr cool finden. Wir sprechen hier aber von Kindern, die etwas über zwei Jahre alt sind, und ich glaube, auch ihr Auge ist soweit geschult zu erkennen, dass es sich hier um ziemlich junge Erdenbürger handelt, die erst einmal ein bisschen BisiErfahrung sammeln müssen. 

Ich stehe meinen Kindern gerne in diesem TrockenWerdenProzess (wahrscheinlich gibt es ein schlaueres Wort dafür) bei. Ich stehe auch gerne meinen beiden älteren Kindern, vier und fünf Jahren im HeiDasIstDieRealitätProzess bei, wenn sie mich fragen, weshalb mich denn jetzt diese ältere Dame (sorry, ich hoff ich darf das schreiben) Dumme Kuh genannt hat und weshalb denn die das darf und alle Andern nicht, und weshalb ich denn ihr nicht auch gleich dumme Kuh gesagt hab. 

Nun gut. Ich mag keine Dramen. Ich mach auch nicht gerne aus einem kleinen Bisi ein grosses Ding. Und falls du, liebe Leserin bis hier her jetzt diese Geschichte gelesen hast, dann Chapeau.

Aber hei, liebe Leserbriefschreiberin, anscheinend haben unter anderem wir sie zum Leserbriefschreiben inspiriert, was ja was tolles ist, da nehm ich mir gerne die Freiheit, meine Erfahrung zu verbloggen. Geplant wars eigentlich nicht.

Und übrigens: die Zeit wird kommen, da wird auch meine Kleinste bis zum Klo gehen können, wenn wir auf dem Spielpi sind, auf der schönen Königin der Berge, da bin ich mir ganz sicher. Die Grossen könnens nämlich auch schon.

Bild von mir, auf der Rigi aufgenommen, am besagten Dramatag. Hier scheinen nicht nur wir ein PinkelProblem zu haben…

Und die Moral von der Geschichte?

Vielleicht hat diese Geschichte keine Moral, ich weiss es nicht. Jedenfalls hält sie gerade für mich eine tiefere Erkenntnis bereit: Hei, ich lass mir nicht ans Bein seichen! Lieber lass ich meine Kinder in Wiesen pinkeln, dann wenn sie müssen. Dressierte Hunde beieindrucken mich nur für Millisekunden, und hei, auch die mussten mal das mit dem Pinkeln und Scheissen lernen. Wahrscheinlich ein bisschen weniger bedürfnisorientiert als ich das tu mit meinen Kindern. 

14 Kommentare

  1. Ech fiire dech Tanja!! För dini Wort, för dini Glasseheit ond för dä geniali Blogbrecht.. Ech als Hondebsetzerin vomene “mängmol trochne, mängmol zmetzt i Buechlade vor Schock pinkelnde oder freudpinkelnde Vierbeiner” cha der säge, dass sii nor ghüchlet hed.. Ehre Hond hed bestemmt scho mou id Wise näbem Spöupi pinklet.. ?

    Antworten
    • Daaaanke vielmal für dini liebe Wort Jasmin, you made my day! ❤️

      Antworten
      • Was für ein schöner Beitrag u d sehr erheiternd. Ich hatte so ein ähnliches Erlebnis, jedoch mit nasser Jeans und Nachbarn mit denen wir uns einen Spielplatz und Spielsachen teilen.

        Mein Sohn hatte an besagtem Tag beschlossen, dass er keine Windel mehr möchte und wir haben ihn gewähren lassen. Er war dann mit allen Nachbarskindern am spielen (Im Allgemeinen Spielbereich der Wohnanlage). Mein Sohn kam kurz was trinken und ging wieder. Keine 5 Minuten später stand der Nachbar da ( jünger als wir und selber Vater von 2 kleinen Kindern) und teilte mir mit, dass mein Sohn eine nasse Hose hätte. Als ich nicht sofort losgerannt bin( ich wollte meinem Sohn die Möglichkeit geben selber zu merken, dass es unangenehm ist und zu uns zu kommen) hat er mir zu verstehen gegeben, dass ich mein Kind gefälligst sofort Winkeln solle. Als ich ihm zu verstehen gegeben habe dass ich gerne noch ein wenig warten möchte bis mein Sohn von selber kommt eskalierte die Situation. Mein Nachbar echauffierte sich, dass es doch eklig wäre, dass mein Sohn mit “Bisihose” bei den anderen Kindern spielt. Er würde sich ja an die nasse Hose greifen, Spielsachen angreifen, die dann von den anderen Kindern auch angefasst werden. Alles in allem hat er 45 Minuten diskutiert ne nicht aufgehört, obwohl wir unseren Sohn nach knapp 6 Minuten schon gewickelt hatten. Mein Sohn wollte aufgrund der Aussagen des Nachbars dann wieder eine Windel tragen.

        Wir leben mittlerweile in einer Welt in der Kinder nicht mehr Kinder sein dürfen.

        Danke für deinen humorvollen Blogeintrag zu diesem Thema.

        Antworten
      • Soooo genial geschrieben!!! Ich habe selbst zwar weder Kinder der noch Hund… und doch versteh ich Sie tooootal gut!
        Und nebenbei finde ich es ein klein wenig witzig wie sich die Rigidame aufregen kann…. denn Hundebesitzer lassen meiner erfarung nach mehr mehr liegen als mamis… vorallem die welche ohne Hundetüte unterwegs sind… und dies auch bei spielplätzen…
        Ich hoffe das Ihrer Freundin die schweiz trotz dieser Nörgeltante gefallen hat und Ihr noch weitere superschöne Jahre mit den Kids verbringen dürft… 🙂

        Ps: nebenbei…. wen wir mit unseren Kindern in der Pfadi unterwegs sind im Wald gibt es im umkreis von mehr als 75m kein Wc… o schock… die gehen auch wenn sie schon über 10 sind und schon lange ohne windeln leben im wald oder auf der wiese pinkeln 😉

        Antworten
        • Danke liebe Vera!

          Antworten
  2. Mit viel Humor und Charme geschriebener Artikel über ein Prozess, der zum Leben dazu gehört.
    Mir persönlich ist es egal, wie alt der Mensch ist, der da mal muss, denn neben dem Alter, welches ich vielleicht ungefähr schätzen kann, weil ich den Menschen sehe, kann dieser Mensch ja auch krank sein!

    Antworten
    • Ja genau! Das sehe ich auch so!

      Antworten
  3. Toller und lustiger Artikel!
    Wieso man dies als Leserbrief verfassen musste, ist mir ziemlich unklar. Es ist eben ein Kind! Aber wenn der Hund an der Wiese nebenan pinkelt, ist es natürlich vollkommen okay.. Komische Menschen gibts.

    Antworten
  4. Muss schmunzeln…meine Tochter, stolze 3 1/2 und seit kurz nach 2 trocken, liebt Wiesn-Biesln. Momentan mehr als jedes Klo. Sie würde auch sofort im Freibad neben dem Handtuch (“is doch Wiese”), bis jetzt war ich aber noch immer schnell genug sie abzuhalten 🙂
    Am Spielplatz denk ich es is doch wohl eher normal, dass ein Kind mal schnell an den Rand?!? Kann mir nicht vorstellen, dass ihr da die ersten wart, die die Leserbriefverfasserin gesehen hat. Aber vielleicht waren eure die Tröpfchen, die ihr Fass überlaufen ließen 😉
    Bei uns war kürzlich die Not so groß, dass wir das große Geschäft am Spielplatz Rand gemacht haben (aufn feuchttuch, dann ins Säckchen gepackt und mitgenommen), was hab ich geschwitzt. Aber ohne Klo in der nähe, kind schon sehr leidend, was soll man sonst machen. Gottseidank waren wir allein, bis auf ne andere coole Mami, die den Vorschlag machte und mir gleich ne Tüte reichte. Das liebe ich an unkomplizierten Müttern.
    Finde es cool von dir, gelassen zu bleiben und ne witzige Story draus hier zu machen. Da werden deine Freundin und du in Jahren noch drüber lachen. Ganz liebe Grüße, Maria

    Antworten
  5. Oh ich feiere dich liebe Bloggerin! Ich weiss nicht was mit den Leuten Heute los ist, sind die so Weltfremd? Stillen regt die auf, bisselnde Kleinkinder aber Hunde und Katzen dürfen überall hin machen, das ist OK!? Kleinkinder können das genau so wenig kontrollieren wie die Tiere! Ich habe 3 erwachsene Kinder und hab überall gestillt und sie bissen lassen am Rand. Mit meinen Enkeln werde ich es auch so machen wie bisher wie die Mutter im Zug oder ihr auf dem Spielplatz! Und Ihr jungen Mütter bitte so weiter machen, es ist normal!

    Antworten
  6. Wer kennt das nicht… Jetzt, mit 4 Jahren sind wir am Punkt angelangt, an dem ich fragen kann “Chasch es verhäbe?” und das Kind immer “Ja!” sagt. Und es dann auch tatsächlich noch eine lange Zeit halten kann. Was auch gut ist, denn meistens vergesse ich es, bis sie sich noch ein zweites Mal meldet. Und dann sagt, dass es jetzt aber wirklich dringend sei. “Noch 5 Minuten!” – als wäre das eine Drohung nach der Zeit mit dem 5 Sekunden, die wir gemeinsam überstanden haben. Wir haben schon auf dem Spielplatz, im Bach, mitten auf der Seitenstrasse und an anderen unglücklichen Orten ein Bisi gemacht. Ganz besonder toll war die Zeit in der sie zwar trocken (Bisi) aber noch nicht sauber (Gagi) war. Und keine Windeln mehr hatte. Ja, ich habe auch schon ein Kind auf den Spielplatz kacken lassen. Was sollte ich auch tun, wenn es auf dem ganzen Platz kein Klo gab? Aber ich habe mich geschämt, denn das tut man ja nicht. Also habe ich das Kind im Busch versteckt. Alleine, damit ich so tun konnte, als hätte ich nicht gemerkt, was es macht. Oder als ob das Kind nicht meines wäre. Und ich schäme mich heute noch dafür. Mehr als für jede volle Windel und jedes Übergeben im ÖV, mehr als für ausgeleerte Getränke und Krümel, mehr als für die schlammigen Schuhe und klebrigen Kinderfinger, mehr als für jedes unpassende Bisi und jeden missglückten Gagi, mehr als für alles Geschrei und Chaos im Laden. Neben all denen Dingen, die im Alltag mit Kindern manchmal schief gehen, sind es die Dinge, die wirklich wichtig sind, für die ich mich schäme. Dort wo meine Liebe, meine Geduld, meine Wertschätzung, mein Schutz versagt. Und dort wo ich zu schwach und feige bin hinzustehen und mich für meine Kinder einzusetzen. Aus Angst vor dem, was andere über mich / uns denken.

    Antworten
    • Liebe Lili du hast es sehr schön auf den Punkt gebracht. Sehr guter Kommentar und mutig, sehr mutig. Vielen Dank.

      Antworten
      • Danke dir!

        Antworten
  7. Ich habe 3 Söhne und als die beiden älteren so langsam ohne Windel unterwegs waren. Musste ich einmal not-stoppen bei einer Bushaltestelle, 1 Busch -> 2x piseln. Eigentlich könnte ich etliche Stories aufzählen. Einer meiner Jungs hat an den Wiesenrand gek…., hatte er das unserem Hund abgeguckt??? Hmm, nach eingehender Betrachtung waren wir einstimmig der Meinung, menschlich!!! Kurzerhand einen doggybag (entschuldigt) eine pupu-Tüte genommen und ab in den Robidog. Wenn wir mit unserem Hund gassi gingen, kamen wir an einem “speziellen” Baum vorbei und jedes Mal mussten meine Jungs dran piseln. Schreiend/lachend kamen sie zurück, ich hab so weit so hoch gepiselt, der hat mir über die Schuhe gepiselt ect. ect. ect.
    Es gibt leider ganz viele Personen, die vergessen, wie es ist, als man selber noch klein war, wie es war kleine Kinder zu haben und die tatsächlich denken, dass Hunde nicht an den ersten besten Fleck piseln, wenn sie MÜSSEN 🙂 Manchmal muss man eben halt, da muss eventuell eben auch mal ein Busch, ein Baum oder die Wiese herhalten…

    Antworten

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Themen im Blog

Allgemein   |   Familienleben    |    Geburt    |    Hochsensibel sein    |    Kinder    |    Mama sein    |    Spirituelles    |    Rauhnächte