Am nächsten Morgen wachte Tooli wieder einmal als erste auf. Gemütlich tapste sie in die Küche, kochte sich einen Kaffee und setzte sich noch ein wenig verschlafen an den Küchentisch. Was wohl dieser Tag bringen mag? Die letzten waren schon extrem spannend. Natürlich wollte Tooli unbedingt auch den dritten Stern in diesem Dreiergespann kennen lernen, Kokoro. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war die Tatsache, dass Kokoro nicht gerade ein einfacher Zeitgenosse ist. Aber fangen wir mal ganz vorne an:

Als Tooli so an ihrem Kaffee sass, hörte sie plötzlich eine Stimme, die ganz schnell und wild vor sich hin plapperte. 

„Moment, ist da etwas?“ Dachte sie sich und versuchte, sich auf das Geschnatter zu konzentrieren. Irgendwie war es da und im anderen Moment war es wieder fort. Es war so leise, dass sie nicht genau wusste, ob sie sich das nur einbildete, oder sie wirklich eine Stimme hörte. 

Tooli stand auf und auf leisen Sohlen folgte sie dem Geräusch, der Stimme, die langsam langsam immer deutlicher und lauter wurde, je näher sie zur Schatzkiste kam. Ganz eindeutig hörte sie eine ganz nervöse Stimme aus der Kiste, fest drückte sie ihr Ohr an den Kistendeckel und lauschte:

„ Ohje ohje, was mach ich nur? Wenn ich nur erst einmal hier draussen bin, dann muss ich unbedingt meine ganze Liste erledigen! Doch wo fang ich an? Was ist das Wichtigste? Ja genau, ich geh zuerst zum Frisör, diese Tooli und ihre Freundin können mir gestohlen bleiben, wenn ich scheisse ausseh, kann ich meinen Job nicht richtig machen. Die können froh sein, haben sie mich als Stern, von mir werden sie sowieso am meisten lernen. Moment, wo hab ich die Checkliste mit all den Trainingseineiten, die ich zeigen wollte, nur hin gelegt? Ich darf nämlich gar nichts vergessen. Ah hier ist sie. Und dann muss ich unbedingt noch Tante Frieda anrufen und sie fragen, wie es ihr geht. In dieser Kiste hat man ja keinen Empfang. Und Chokkan und Kanchi sollen sich ein bisschen zusammen nehmen. Denen zeig ich es dieses Mal, sollen sie nur merken, dass sie nicht viel zu sagen haben. Wo war ich jetzt wieder stehen geblieben, ach ja die Liste. Wo hab ich sie nur hin gelegt? Ach wie ich diese Kiste hasse, nichts findet man, und diese schlafenden zwei anderen Sterne hier gehen mir so was von auf die Nerven! Wieso hab ich das Gefühl, dass nur ich derjendige bin, der sich etwas in der ganzen Sache überlegt? Wo wären die Andern nur, wenn es mich und meine Listen und Konzepte und Strategien nicht gäbe? Wenn die nur wüssten, wie viel Arbeit das alles macht, bis mein Konzept steht und alles richtig ist. Ich möchte ja mal sehen, was die tun würden, wenn ich nicht da wär. Pah, dieses Intuitions- und Wahrnehmungszeugs ist doch eh nur für Weicheier! Was zählt in der Welt das sind Fakten! Also wo war jetzt nochmal meine Liste? Ach wenn es doch nur nicht so eng, dunkel und muffig wär hier drin! Ist ja kein Zustand das!….“

Ohne Unterbruch redete es weiter und weiter in dieser Kiste. Tooli musste schmunzeln und lauschte dem Stern noch ein wenig zu, bis sie sanft an den Deckel der Kiste klopfte.

Es wurde gleich still.

„Hallo, wer ist da draussen?“ fragte die Stimme aus der Kiste. 

„Ich bins, Tooli, wer bist du?“

„Ah Tooli, super, das ist aber genial, dass du hier bist! Ich bin Kokoro, der nächste Stern, der an der Reihe ist, ich nehme mit dir das Thema Gedanken durch, denn Gedanken sind ganz schön mächtig, weisst du, alles ist ein Gedanke, dein ganzes Leben ist nur denken, ohne denken, würdest du nicht existieren können. Das ganze Universum ist schliesslich aus einem Gedanken entstanden, jetzt weisst du endlich, wie wichtig ich bin. 

Komm, lass mich raus, ich hab ganz viel Arbeit mit dir vor. Wo ist jetzt schon wieder meine Checkliste, die Einführung kann ich schon mal abhaken…. Also lass mich raus raus raus, die andern schlafen noch, wir können dann schon mal vorwärts machen. Wie sagt ihr so schön? Time is money, oder?!? Ich muss dazu noch sagen……“

Es redete und redete unermüdlich weiter. Tooli konnte gar nicht so schnell den Worten folgen, die der Stern unentwegt aus sich hinaus spuckte. Sie unterbrach das Plappermaul:

„Wollen wir nicht warten, bis die andern wach sind? Chokkan und Kanchi freuen sich sicher auch schon auf dich und darauf, dass ihr wieder ein Dreiergespann sein könnt.“

„Dreiergespann??? Ach neiiiin, vergiss die zwei! Was haben sie dir wieder für einen Mist erzählt? Ich bin sicher der wichtigste Stern hier im Bunde. Was hab ich vorhin erklärt? Ein Gedanke war es, der das ganze Universum geformt hat, also. Wem sollst du nun am meisten Aufmerksamkeit schenken? Mir oder den beiden anderen Gefühlsdusseln, die sich teilweise nicht einmal trauen zu zeigen. Im Übrigen wollte ich dir noch erzählen, dass….“

Wieder plapperte es weiter, Tooli unterbrach den Stern: „Also gut, kann ja nicht schaden, dich mal kurz raus zu lassen, damit die anderen zwei Sterne in der Kiste auch noch ein bisschen weiter schlafen können. Das ist mir sowieso ein Rätsel, dass die noch nicht wach sind…“

Kokoro antwortete: „Ja die haben einen tiefen Schlaf. Und die hören mir einfach nicht mehr zu, obwohl sie ja so viel noch von mir lernen könnten. Aber wie sagt man so schön bei euch? Selber schuld! Also mach auf auf auuuuf die Kiste!!! Wart mal, ich muss schauen, ob ich alle Listen dabei hab…“

Irgendwie hatte Tooli bei der Sache ein komisches Gefühl im Bauch. Er zog sich leicht zusammen und ihr Brustkorb wurde eng. Sie verdrängte es aber ganz schnell und dachte sich, dass dieser Stern vielleicht, wenn er nicht mehr eingesperrt ist, ein bisschen mehr zur Ruhe kommen würde.

Also versuchte sie den Deckel der Kiste einen Spalt zu öffnen, was zu ihrem Erstaunen funktionierte. Es brauchte weder eine Herzenergie noch einen Gesang, um irgend etwas in Gang zu setzten, sie musste nur den Deckel öffnen. 

Kaum war er einen kleinen Spalt offen, drängte sich Kokoro dazwischen, drückte ihn mit Schwung auf und flitzte aus der Kiste. Hinter ihm knallte der Deckel mit Schmackes wieder zu und Tooli hörte nur noch die anderen beiden Sterne laut aufschrecken:

„Oh neiiiiin Kokoro, nicht schon wieder!!!! Tooli, was hast du nur gemacht?“ Fragte eine Stimme aus der Kiste.

Tooli konnte noch nicht antworten, denn das Bild, das sich ihr gerade zeigte, überforderte sie gerade sehr. Vor ihr flitzte ein kleiner Stern immer wieder auf und ab, hin und her, drehte sich um die eigene Achse, flog durch die ganze Wohnung, liess die Bilder von der Wand fallen, schmiss alles um, was nicht niet und nagelfest war und plapperte dabei unentwegt. Es wurde immer lauter, wilder und unerträglicher. Die ganze Wohnung versank im Chaos.

„Hiiiiilfe, was mach ich nur????“ schrie Tooli.

Ein Stern aus der Kiste rief Tooli zu: „Wecke Chokkan und Kanchi, sie können Kokoro beruhigen. Werde du auch ganz ruhig. Versuche, deine Gedanken abzustellen. Je mehr du denkst und in deinem Kopf nach einer Lösung suchst, desto wilder wird Kokoro. Deine Gedanken heizen seine auf, er kann sich dann nicht mehr regulieren und sein GedankenKarussell dreht sich im Kreis, lässt ihn ganz unkontrolliert werden.

Schnell lief Tooli zu ihren Freunden, um sie zu wecken.

Post Scriptum

Tooli ist in meinem OnlineKurs „Entdecke deine Hochsensibilität als PowerTool“ entstanden, sie und ihre Geschichte rund um die fünf Zaubersterne ist ein fester Bestandteil von diesem umfassenden Kurs, welcher hochsensiblen Menschen dabei hilft, die eigene sensitive Seite besser kennen und lieben zu lernen. Tooli hilft dir dabei, deine Hochsensibilität kraftvoll in dein Leben zu integrieren und als wunderbare Gabe zu nutzen.

Tanja Suppiger und Tooli, HerzBauchWerk

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