Vier Fragen, die dir dabei helfen werden, aus deinem Anpassungsmodus auszusteigen, um deine Essenz endlich leben zu können.

Ich liebe sie, die Feinfühligen, sensiblen Menschen. Sie sind herzensoffen, selbstreflektierend, kreativ und querdenkend. Für mich ist es jedes Mal eine grosse Freude, ihnen zu begegnen, mit ihnen in Prozesse einzutauchen und mich auszutauschen.

Sich mit hochsensiblen Menschen zu umgeben rockt.

Denn ich weiss, dass ich jemandem begegne, der genau so wie ich in den Zauber des Moments eintauchen und sich mit mir auf Herzensebene verbinden kann. Wenn sie denn will.

Wer es selber schon einmal erlebt hat, die weiss von was ich spreche. Sich mit einem Menschen auf Augenhöhe auszutauschen, vorurteilsfrei zu begegnen, sich gegenseitig so annehmen, dass beide Menschen voll und ganz in ihrer Grösse sein dürfen, das ist ein schon fast magischer Moment. Ich liebe diese Momente. Ich liebe es, wenn man gegenseitig gesehen wird. Dabei entstehen ganz wundervolle, cokreative, oft unbeschreibliche Prozesse.

Wir brauchen mehr Begegnungen auf Augenhöhe. (Bild Nova Suppiger)

Fakt ist, dass man jedem Menschen auf diese Art und Weise begegnen kann. Auch den eigenen Kindern, dem Vorgesetzten, den Lehrern der Kinder.

Ich gebe es zu, es ist vielleicht nicht wirklich einfach, aber grundsätzlich trägt doch jeder Mensch dieses wunderbare Licht in sich, das ihn perfekt macht. 

Weshalb ist es denn manchmal echt schwer, sich auf Augenhöhe begegnen zu können?

Weil wir es verlernt oder besser gesagt, nie gelernt haben. Als Kind mussten wir uns schon früh daran gewöhnen, dass die Erwachsenen das meiste für uns besser wussten. Wir wurden in Schulsysteme, Schulklassen, Sportvereine, Musikunterricht, vielleicht auch Freundeskreise gedrängt, die uns sagten, was wir zu tun und was zu lassen haben. 

Früh haben wir gelernt, dass es so etwas wie eine Hackordnung und Hierarchien gibt, dass vieles darauf aufgebaut ist, Macht zu haben. Wer will schon zu den Schwachen gehören?

Viele Menschen eignen sich im Verlauf ihres Lebens Schutz- und Machtstrategien an, um gesehen zu werden.

Ein extrem anstrengender Kampf beginnt. Ein Kampf um Anerkennung, Autorität, Erfolg und Macht. Die einen kommen damit offensichtlich besser klar als die anderen. 

Hochsensible Menschen kommen mit diesen Machtspielchen nur sehr schlecht zurecht.

Denn sehr oft fahren HSP die Schutzstrategie des Anpassens, um in diesen Machtspielen irgendwie zurecht zu kommen. Sie sind so sehr verbunden mit dem Aussen, mit den Menschen, die ihre Rollen spielen, dass sie sich selber dabei völlig vergessen. Nicht selten rebelliert dabei der Körper. Viele HSP leiden unter psychosomatischen Erkrankungen, weil sie schlichtweg dieses Anpassen krank macht. Übrigens auch hochsensible Kinder.

Wie würde eine Welt wohl aussehen, wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen könnten?

Diese Frage stellte ich mir lange Zeit, ohne endlich damit anzufangen. Weisst du, weshalb ich nie damit angefangen hab? Genau, weil ich mich grundsätzlich immer eine Stufe tiefer gesetzt habe als mein Gegenüber. Bewusst oder unbewusst hat das dieser Mensch gemerkt und ich bin automatisch die Anpassungs- und Opferschutzstrategie gefahren.

Bis ich eines Tages all meinen Mut zusammen genommen habe und mir geschworen hab, dass ich die Begegnungen, die in meinem Leben in Zukunft statt finden auf augenhöhe statt finden sollen. Mit offenem Herzen.

Falls du mehr über Schutz- und Machtstrategien und wie du damit umgehen kannst erfahren möchtest, empfehle ich dir von Herzen das Buch Glücksschule von Daniel Hess.

Das war eine Entscheidung, mit einer grossen Tragweite, ich gebe es zu. 

Es war auch eine Entscheidung, die viele Prozesse in mir auslöste, die mich immer wieder an meine Grenzen brachte und auch heute noch nachwirkt. Ich kann mittlerweile vor Menschen stehen und ihnen sagen, dass ich so nicht gerne behandelt werde, weil ich mich so nicht als gesehen fühle, ohne mich und mein Sein zu rechtfertigen oder den anderen zu beschuldigen. 

Ich habe gelernt, meine Grenzen klar zu ziehen und für mich und meine Familie Klarheit zu schaffen. Klarheit über folgende Fragen:

Ausschnitt aus einem meiner Lebensbäume.

1. Was brauche ich, um wirklich wirklich glücklich zu sein?

Diese Frage klingt so einfach, war sie aber für mich nach längerer Überlegung gar nicht mehr. Denn viele Dinge habe ich in meinem Leben getan, weil es von mir einfach so verlangt wurde. Vielen Menschen, Vorgesetzten, meiner Familie, Freunden und meinem Partner hab ich mich angepasst, um die Verbindung zu ihnen nicht zu verlieren. Doch je mehr ich mich anpasste und nach Verbundenheit sehnte und mich in irgend eine Rolle drängte, desto mehr habe ich die Verbindung zu mir selber und zu meinen Bedürfnissen verloren. Diesen Mechanismus musste ich erst einmal durchschauen und mich Schritt für Schritt fragen, ob ich das Leben, das ich gerade führte aus vollstem Herzen so führe oder weil ich mich irgendwelchen Strukturen, die mir Sicherheit oder Schutz boten angepasst habe.

Ich musste mich selber wieder neu kennen lernen, akzeptieren, dass ich anders oder feiner schwinge als mein Umfeld, dass mir manchmal andere Werte wichtiger sind. Ich fing damit an, mich in mich hinein zu spüren, mich mit mir selber und meinen Emotionen zu verbinden, so wie ich mich immer mit dem Aussen verbunden habe. Ich gebe es zu, ich musste lernen, umzudenken. Ich hatte oft angst davor egoistisch zu sein. Es passierte aber etwas ganz wunderbares: ich wurde klar. Klarheit über mich, mein Sein, darüber, was ich brauchte um glücklich zu sein machte sich in mir langsam breit. Je klarer ich für mich wurde, desto mehr konnte ich diese Klarheit nach aussen tragen. Mit offenem Herzen. Etwas wunderbares passierte: Ich verliess den Anpassungsmodus und wurde für meine Umwelt fassbar. Plötzlich fingen die Beziehungen zu meinem Umfeld an einfacher zu werden, weil ich für mein Gegenüber klar wurde. 

Bitte verwechsle Klarheit nicht mit Autorität. Damit hat sie nämlich nichts zu tun. Es geht im Klarsein nicht darum, seine Meinung oder Werte klar durchzusetzen, sondern darum, zu seiner ganz eigenen Wahrheit zu stehen, sie zu leben und nach aussen hin zu vertreten, auch dann, wenn man auf Widerstand stösst. In einem solchen Moment dann einfach mit offenem Herzen zu begegnen, für sich klar zu bleiben, zu beobachten, was es mit den anderen macht (die dürfen ja gerne ihre Schutzstrategie fahren. Sind sie erst einmal erkannt, muss man nicht mehr darauf einsteigen), ist etwas total spannendes und zieht dich nicht mit ins Drama.

2. Was würde im schlimmsten Fall passieren, wenn ich den Anpassungsmodus verlasse und mich und meine Essenz lebe?

Irgendwann mal wurde der Ruf meines Herzens so laut, dass ich ihn nicht mehr ignorieren konnte. Ich wachte eines Tages auf und dachte: „entweder alles oder nichts:“

Schwups war sie wieder da. Diese Angst, diese Panik, diese Stimme, die mir sagte, dass ich das doch alles nicht tun kann. Die Stimme, die meinte, dass ich viel zu untalentiert, zu wenig ausgebildet, zu unerfahren, dazu nicht berufen sei, das zu tun, was ich tun wollte.

Stop. Sagte ich.

Stop. Wenn ich das tun würde, was ich ganz tief in meinem Herzen als Sehnsucht spüre, würde es mir denn schlechter gehen als heute? Würde es mein Leben, meine Existenz bedrohen, ja würde es gar um Leben und Tod gehen? Nein? Ok, dann können wir es ja tun!

Sei dir bewusst, dass du nur dieses eine Leben hast (jedenfalls in dieser Inkarnation) und du wohl hier her gekommen bist, um eine Mission zu erfüllen. Was diese Mission ist, das kann ich dir nicht sagen, aber vielleicht ist es an der Zeit, heraus zu finden, wie sie aussieht, diese Mission und ob es lebensgefährlich für dich wäre, sie anzugehen. (Bitte vergiss dabei nicht, dass das Leben grundsätzlich lebensgefährlich ist, ja?)

Deine Essenz ist wie eine kleine, versteckte Perle die Entdeckt werden und die Welt verzaubern will. (Bild Pixabay)

3. Wo hole ich den Mut her, für mich einzustehen und klar zu werden?

Lange Zeit dachte ich, dass es besonders viel Mut braucht, sich selber zu leben, für sich einzustehen, für sich klar zu werden. Weisst du was? Das waren alles auch nur komische Glaubensmuster, die ich mir im Verlaufe meines Lebens zugelegt habe. 

Mut ist etwas, das hinter der Angst liegt. Eine unglaubliche Kraft, die sich entwickeln kann, die einem unterstützen, führen und leiten. Kann. Wie kommt man denn an diesen Mut heran? Indem man die Angst einfach mal betrachtet, annimmt, versucht, sie zu verstehen anstatt sie immer und immer wieder vor sich hin zu schieben. So verschliesst sie nämlich den Weg zum Mut.

Mutig zu sein ist eine glasklare Entscheidung. Eine Entscheidung für sich, seinen Weg und sein Leben. Man muss sich Mut nicht antrainieren oder wird mit oder ohne geboren, nein, man darf sich ganz bewusst dafür oder dagegen entscheiden. 

4. Wo finde ich Menschen, mit denen ich mich so verbinden darf, dass ich sie in ihrer vollen Grösse sehe und sie mich auch?

Theoretisch findest du sie überall. Jedem Menschen mit offenem Herzen begegnen und dabei klar bei sich zu bleiben, das ist wohl die grosse Meisterschaft. Vor allem dann, wenn es sehr emotional zu und her geht. Vor allem dann, wenn man Menschen begegnet, die in einem ein grosses Thema triggern, das gerade an die Oberfläche gespült wird. 

Aber hei, wenn du nie damit anfängst, wirst du deinen AngepasstSeinModus nie verlassen können und dir das Vielfühlen grundsätzlich einfach Mühe bereiten.

Willst du das wirklich?

Hier ein kleiner Tip von mir: übe die klare, herzensoffene Begegnung erst mit Menschen, denen du vertraust und bei denen du sicher gehen kannst, dass sie dir auch mit offenem Herzen begegnen. So kannst du dich in einem sicheren Übungsfeld bewegen. Übrigens: in meinen Meditationsabenden und Workshops öffne ich genau ein solches sicheres, vertrautes Übungsfeld um einmal im Vertrauen und angeleitet spüren und erfahren zu dürfen, wie es sich anfühlt, mit offenem Herzen, klar und in der eigenen Wahrnehmung den Menschen zu begegnen.

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