Bewusstes sein, Achtsamkeit, Selbstakzeptanz, Präsenz, fokussiert sein. Wer sich mit Persönlichkeitsentwicklung und Spiritualität beschäftigt kommt um diese Begriffe nicht herum. 

Manchmal habe ich das Gefühl, wird diesem Achtsam und BewussteSein ein bisschen zu viel Aufmerksamkeit geschenkt, viel wird darüber berichtet, aber oft bleiben viele Fragezeichen übrig. Was ist denn dieses Bewusste Sein? Diese Achtsamkeit? Ist sie nur besonders spirituellen Menschen, Yogis und solchen, die stundenweise meditieren vorenthalten?

Ganz ehrlich: vor allem als ich Mutter wurde und merkte, dass ich jetzt nicht mehr jeden Tag meine halbe Stunde meditieren oder meine Meditationsgruppen besuchen konnte dachte ich am Anfang, dass es jetzt vorbei ist mit meinem spirituellen Wachstum.

Fakt ist: Du kannst tausend Wochenendseminare besuchen in denen dir Achtsamkeit, bewusstes sein und Präsenz beigebracht wird. Tausend Seminare in denen du die wunderbarsten, unglaublichsten Dinge erlebst. Wenn du aber am Montag dann wieder auf der Matte stehst in deinem Grossraumbüro und wieder dein „ganz normales“ Leben abspulst oder eben wieder die gestresste Mutter bist, die keine Zeit für Spiritualität im Alltag hat, bringt die ganze Sache gar nichts.

Sich seiner selbst bewusst werden ist das Eine. Sich selbst ganz bewusst zu leben und seine Umwelt bewusst wahr zu nehmen und diese Achtsamkeit und das bewusste Sein im ganz normalen, manchmal hektischen und stressigen Alltag zu integrieren das Andere.

Wie kann man also im Alltag, mitten in dem Jubel und Trubel und den schwierigen Situationen bewusster sein?

Bewusstsein bringt erst dann etwas, wenn du es auch lebst. Du musst bewusst sein, damit dein Bewusstsein ausgelebt werden kann. Doch wie geht das im Alltag? In einer Meditation, in der Stille, auf dem Alphüttli ist das alles ganz einfach. Wir finden uns aber immer wieder in lauten Situationen, Herausforderungen, Konflikten, Problemen also mitten im Leben wieder. Viele hochsensible Menschen kommen mit ihren feinen Antennen gerade deswegen nicht klar, weil sie sich nicht den Raum und die Zeit nehmen, sich bewusst und achtsam mit ihnen auseinander zu setzen und sie im Leben zu integrieren.

Läuft alles gut und ist man im Fluss, ist es ok ein bisschen feiner zu schwingen. Kommt man in schwierige Situationen, in denen man sich nicht mehr abgrenzen kann fängt man oft unbewusst damit an, sich selber zu sabotieren und gegen die eigene Sensibilität zu kämpfen. Man ist im Widerstand zu sich, seiner Essenz, seiner feinen Art, im Widerstand zu seinem bewussten, achtsamen sein und fährt oft ein destruktives Schutzprogramm  hoch.

Was kann man dagegen tun? Besser werden solche Situationen erst, wenn man sich seiner selbst bewusst wird und sich so akzeptieren kann, wie man ist.

Hier sind 9 Schritte, wie du mehr Achtsamkeit und Bewusstes sein in deinen Alltag einbauen kannst:

1. Lerne dich kennen, lieben und schätzen, sei ganz bei dir.

Sind wir mal ehrlich: eigentlich ist es viel einfacher, sich ständig mit anderen zu vergleichen, sich klein zu halten, streng zu sich selber zu sein, sich dafür zu bestrafen, dass man dieses oder jenes nicht erreicht. Viel schwieriger ist es, die eigenen Stärken zu er-und anerkennen. 

Schliesslich werden wir als fein schwingende Seelen geboren und das ist für uns ganz normal. Wir können uns gar nicht oder nur sehr schlecht vorstellen, dass fein zu fühlen nicht gerade der Norm entspricht.

Hypersensibilität ist eine wundervolle Gabe, wenn man lernt, sie von aussen nach innen zu richten. Wir sind nun mal Vielfühler und das ist auch gut so. Schwierig wird das Hochsensibel sein erst dann, wenn wir unkontrolliert unsere Wahrnehmung nach aussen richten, uns kompromisslos an die Bedürfnisse von aussen anpassen und dabei allmählich verlernen in unserer Mitte zu sein. Nebenwirkungen von diesem nach aussen angepasst sein können Stress, Unruhe, das Gefühl, übermässig empfindlich zu sein oder nicht zu genügen sein.

Öffne dich Schritt für Schritt für eine bedingungslose Selbstakzeptanz.

 

2. Bleibe mit deiner Energie bei dir und dehne dein Energiefeld aus.

Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass wir Menschen viel zu wenig Energiemanagement betreiben. Wie geht es mir? Wie fühle ich mich heute? Was würde ich gerne verändern, um mich kraftvoller und ausgeglichener zu fühlen? Was tut mir und meiner ganz eigenen Energie gut?

Für mich sind das ganz zentrale Fragen, die wir uns viel zu wenig stellen. Hochsensible Menschen sind noch viel stärker mit ihrem eigenen Energiefeld verbunden und spüren ein Absacken oder Aufbauen des eigenen Energieflusses viel differenzierter. Deshalb finde ich es besonders für Feinfühler sehr wichtig, das eigene Energiefeld bewusst kennen zu lernen und zu lernen, wie man Energiemanagement betreibt.

Der grösste Aha Effekt in meinen Coachings entsteht dann, wenn ich meinen Klienten zeige, dass ein Rückzug, ein „sich schützen wollen“ oft mit dem Zusammenziehen des eigenen Energiefeldes einher geht und keineswegs einen Schutz hervor bringt sondern das pure Gegenteil. Man steht so zu sagen mit dem Rücken zur Wand da und macht sich für all die anderen, schwierigen Energien die auf einem zu kommen nur noch angreifbarer. 

Viel wichtiger ist es, schwierigen Situationen, Emotionen oder Menschen so zu begegnen, dass man ganz bewusst in der eigenen Energie bleiben kann, sich mittet, erdet und bewusst ausdehnt. Das mag am Angang ein bisschen abstrakt klingen, ist aber mit ein bisschen Übung leicht im Alltag integriert und wirkt absolute Wunder! 

Deshalb mein Tip an dich:

Grenze dich von den Emotionen und Gefühlen anderer klar ab, indem du dich nicht versteckst oder klein machst, sondern dein Energiefeld ausdehnst.

 

 

3. Vertraue deiner Wahrnehmung und deinem Bauchgefühl, nimm von innen nach aussen wahr.

Jeder Mensch bringt seine ganz eigene Art wahr zu nehmen mit sich. Wie du ganz genua fein wahr zu nehmen hast kann ich dir nicht sagen. Es gibt Feinfühler, die über Emotionen wahr nehmen, andere empfangen Bilder, Wörter, Farben. Keine Wahrnehmung ist besser oder schlechter. Lerne also deine ganz eigenen Kanäle kennen und trainiere sie. So kann deinen Wahrnehmung immer präziser werden und dein Vertrauen in deine Intuition und dein Bauchgefühl wächst von Tag zu Tag.

Je mehr wir unserer Wahrnehmung vertrauen dürfen, desto leiserer werden die Stimmen in unserem Kopf, die manchmal ein wildes, unkontrollierbares und stressiges Gedankenkarussell bilden können.

Versuche alte verletzende Glaubensmuster zu erkennen, zu benennen und aufzulösen.

In jedem von uns wirken Glaubensmuster, nicht jedes ist negativ zu bewerten, im Gegenteil, manche Glaubensmuster können uns sehr behilflich sein im Leben. Es gibt aber auch viele Gedanken, die unsere Realität ins Negative zerdenken.

Werde deinen schlechten Gedanken über dich und der Welt, in der du dich bewegst bewusst und fang damit an, Schritt für Schritt dich von nicht fördernden Mindsets zu lösen.

 

4. Sei dir der Macht deiner Gedanken bewusst und erkenne, wenn du aus deinem Ego heraus handelst.

Hast du dir schon mal überlegt, wer es denn ganz genau ist, der deine Gedanken denkt? Dein Hirn? Von wo weiss denn dein Hirn, was es denken soll? Was liegt hinter deinen Gedanken, was ist denn das, was wir wahr nehmen, wenn wir uns im Gedankenleeren Raum bewegen? 

Gedankenlos zu sein bedeutet, mit dem reinen Bewusstsein verbunden zu sein. Hinter deinen Gedanken wartet die unendliche Quelle, die Schöpferkraft, das, was deine Essenz ausmacht auf dich. Du bist nicht deine Gedanken, deine Gedanken können aber sehr machtvoll sein und dein Ego formen. Das, was du denkst, das du bist, existiert hinter deinen Gedankenkonstrukten nicht. Hinter dem Ego wartet deine Essenz auf dich und die ist irgendwie unbeschreiblich.

Je achtsamer wir mit uns und unseren Gedanken umgehen, desto bewusster merken wir, wenn wir aus unserem Ego, aus Glaubensmustern, Macht- und Schutzstrategien und wann wir aus dem bewussten Sein heraus agieren.

 

5. Werde deiner eigenen Bedürfnisse bewusst und stehe für sie ein.

Sind wir mit unseren Antennen zu sehr nach aussen hin gerichtet und darauf konzentriert, es allen recht zu machen, schlittern wir sehr schnell in einen sehr destruktiven Teufelskreis: Zum Einen werden wir oft für unsere Fürsorge und das schnelle Erkennen der Bedürfnisse im Aussen geschätzt. (Vor allem im Job, in der Familie, oder in Vereinen)

Zum Anderen haben wir, wenn wir mal ganz ehrlich zu uns selber sind oft nicht genug Eier in der Hose, um unsere eigenen Bedürfnisse kund zu tun. Manchmal sind wir sogar so sehr damit beschäftigt, uns auf andere zu konzentrieren, dass wir gar nicht mehr wissen, was wir denn ganz genau brauchen, um uns glücklich und entspannt zu fühlen.

Grundsätzlich mögen Menschen Klarheit. Kannst du klar für dich und deine Bedürfnisse einstehen und sie kund tun, gibst du deinem Gegenüber die Möglichkeit, sich klar an dir zu orientieren und selber zu entscheiden, ob es sich deinen Bedürfnissen entgegenkommen kann oder nicht. Erwarte nicht, dass die Menschen in deinem Umfeld genau gleich ticken wie du und deine Bedürfnisse für dich erfüh(l)len.

Was brauchst du, was braucht deine Seele um glücklich und frei zu sein? Frag dich das immer wieder. Dein ganzes Leben lang.

 

6. Erkenne, dass du ein einzigartiger, wunderbarer, hochsensibler Mensch bist und diese Welt ein Spielfeld ist.

Es ist in meinen Augen absolut erstrebenswert diese Welt als hochsensibler Mensch zu erleben. Denn hochsensibel empfängt man ein bisschen bunter, klangvoller, heller und emotionaler. 

Ich weiss, dass das manchmal auch ganz schön anstrengend sein kann. Wenn wir aber ehrlich mit uns selber sind, ist diese feine Welt, wie wir sie wahr nehmen erst dann anstrengend, wenn wir uns selber nicht mehr spüren und nicht mehr in unserer Mitte sind.

Also finde erst zu dir, zu deiner wahren Essenz, zu dem wunderbaren Wesen, das du bist und öffne dich dann für die Welt da draussen, für das wunderbare, spannende Übungs- und Spielfeld das sie dir bietet. 

Du bist auf dieser Erde um eine Aufgabe zu erledigen, vergiss das nicht.

 

7. Wisse also, dass du es wert bist, dich und deine Einzigartigkeit, deine Sensibilität zu leben. Es gibt keinen Grund, irgend jemand anderes zu sein.

Oft höre ich von Menschen, die am liebsten ihre Sensibilität abstreifen würden. Sie wären gerne viel belastbarer, taffer, weniger emotional. Solche Aussagen machen mich manchmal fast traurig, denn ich bin überzeugt davon, dass diese Welt unbedingt ein paar feiner schwingende, wachere Menschen braucht, um den Wandel, der uns bevor steht zu meistern.

Es gibt keinen Grund, jemand anderes sein zu wollen. Sobald du dich selber verleugnest und die Aspekte deiner Persönlichkeit verleugnest fängst du damit an, einen sehr anstrengenden Kampf zu kämpfen. Ständig musst du bestimmte, dir selbst erlegte Erwartungen erfüllen, Rollen und Schutzstrategien spielen.

Was hält dich davon ab, dich selber zu sein? Ist nicht jeder Mensch auf dieser Welt ein ganz einzigartiges Kunstwerk?

Erlaube dir, du zu sein. Fange damit an, dich selber kennen und lieben zu lernen und tauch ein in bedingungsloser Selbstakzeptanz.

 

8. Erkenne, dass du dich lebendig fühlst, wenn du deine Kreativität auslebst.

Sich inspirieren lassen, kreativ zu sein auf allen Ebenen bringt ganz viel Lebendigkeit in dein Leben. Werde krea(k)tiv. Kreiere dir deine Welt, dein Sein, deinen Raum, den du brauchst um deiner Essenz leben einzuhauchen.

Du bist dazu da, um dein eigenes, wunderbares Kunstwerk zu sein. Hör  damit auf, dich ständig zu vergleichen und zu bewerten.

 

9. Kenne deinen eigenen Rhythmus, dein eigenes Tempo und spüre, wenn es Zeit ist, in deine Mitte zu gehen und zur Ruhe zu kommen.

Unsere Erde, die Natur, die Tiere und Pflanzen machen es uns vor: Alles auf dieser Erde geschieht in Zyklen und Rhythmen. Vor allem wir Frauen sind sehr zyklische Wesen.

Seit ich mir dessen bewusst geworden bin konnte ich meinen Alltag viel stressfreier gestalten. Ich weiss jetzt, dass es Phasen gibt, in denen ich sehr gerne nach aussen trete, mich zeige, aktiv bin und andere Zeiten, in denen ich Zeit für mich und Rückzug brauche. Es ist sehr interessant sein Leben nach dem eigenen Zyklus zu richten und fest zu stellen, dass wir Menschen sehr schlecht linear funktionieren.

Achte deine Zyklen, deine Rhythmen. Erkenne sie, lebe nach deinem Tempo. Ganz bedingungslos.

Möchtest du endlich deine Hochsensibilität achtsamer und bewusster leben und hast das Gefühl, dabei noch ein bisschen Unterstützung zu brauchen? In meinen Begleitungen und Onlinekursen helfe ich dir sehr gerne dabei!

 

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