Wie unsere beiden Freundinnen so drauf los malten, schien die Zeit völlig still zu stehen. Es schien so, als würde eine Stunde in Sekundenschnelle vorbei ziehen, oder eine Sekunde fühlte sich an wie eine Stunde. Unsere Freundinnen vergassen alles um sich herum. Was zählte waren nur noch sie, ihr Gefühl, die Leinwand und die Farben.

Tooli malte und malte und war total versunken. Es malte mit ihr, sie spürte, wie auf eine wundersame Art und Weise ihre Hand geführt wird. Von einer ganz speziellen Kraft. Ihr Verstand schien ganz ausgeschaltet zu sein. Oh wie unsere Fee dieses Gefühl genoss! Es war einfach nur wunderbar! Tooli war versunken in einem wunderschönen, kraftvollen Flowzustand.

Plötzlich holte jedoch ein Krähenschrei Tooli wieder zurück in den Verstand „was für ein dummer, lauter Vogel!“ dachte sie. Es schien schon fast so, als sei sie aus einem wunderbaren Traum aufgewacht.

Sie schaute zu Pixi herüber und sah, dass sie gar nicht mehr an ihrer Staffelei stand, ihr Bild war schon lange fertig und die kleine Maus unterhielt sich eifrig mit Yoniku. In Toolis Körper zog sich alles zusammen, alles wurde schwer, sie fing damit an, schnell zu atmen, stand vor Pixis Bild uns sagte laut: „Wooow Pixi, dein Bild ist ja wundervoll! Und schon fertig! Ich bin noch nirgens, ich hab erst angefangen zu malen! Ohje, ich muss unbedingt vorwärts machen!“

Hastig rannte Tooli zu ihrer Staffelei, nahm eine Tube rote Farbe, wollte sie auf ihre Palette drücken und vor lauter Stress verteilte sie die Farbe über ihrem Kleid. „Oh neiiiin, ich bin so ein Schussel! Ich muss jetzt aber wirklich vorwärts machen!!!“

Tooli stand aber vor ihrem Bild mit dem Pinsel in der Hand und konnte keinen Strich mehr machen. All die wunderschöne Energie, die sie getragen hatte, die sie die Zeit vergessen liess, war wie weg geblasen. 

Sie konnte sich nicht mehr in ihr Bild hinein fühlen und fühlte sich verloren,  alleine und unfähig. Sie schaute immer wieder hinüber zu Pixis Kunstwerk, dass so perfekt und wunderschön auszusehen schien. Wie sie das wohl in so kurzer Zeit hin gebracht hat? Fragte sich Tooli.

Yoniku beobachtete Tooli und kam langsam zu ihr: „Tooli, ist alles in Ordnung?“

„Nein, nichts ist in Ordnung, gar nichts! Schau mal, Pixi hat schon ein wunderschönes Kunstwerk vollendet und mein Geschmiere ist noch nicht fertig! Ich weiss einfach nicht mehr, wo ich anfangen soll! Das Malen hat so Spass gemacht, bis die doofe Krähe mich aus dem Flow gerissen hat und jetzt fühl ich mich gestresst und mein Bild ist total doof im Vergleich von dem, was Pixi gemalt hat.“

„Oh, alles klar!“ antwortete der kleine Stern. „Merkst du, was gerade passiert? Du warst so stark bei dir, in deinem Flow, versunken in deiner Welt und hast es einfach nur genossen, dieses Bild zu malen. Was für ein Bild daraus entstehen würde war dir egal. Du warst Eins mit dem Prozess, mit der Entstehung. Eins mit dem Bild. Du warst so sehr im Flow, dass du nicht einmal deinen Verstand zum Malen brauchtest.“

„Ja das stimmt, genau so wars!“ antwortete Tooli. „Aber wieso fühlt sich jetzt plötzlich alles so schwer und unstimmig an? Ich hätte noch vier Stunden hier stehen und malen können, aber die dumme Krähe….“

„Moooooment!“, unterbrach Yoniku Tooli. „War es wirklich die Krähe, die dich aus der Bahn geworfen hat, oder war es nicht eher die Tatsache, dass sich dein Verstand wieder eingeschaltet hat, und sofort damit angefangen hat, die ganze Situtation zu bewerten und analysieren? Du hast fest gestellt, dass Pixi schon mit ihrem Bild fertig ist und wir miteinander sprechen. Du hast ihr Kunstwerk betrachtet und mit deinem verglichen und bist zum Schluss gekommen, dass ihres viel schöner ist, obwohl dein Bild gar noch nicht fertig ist. Du bist zum Schluss gekommen, dass du viel die schlechtere Künstlerin und viel zu langsam bist. All die Wertung, all diese Gedanken hast DU erschaffen!“

Tooli musste ein paar Mal leer schlucken. Wie Schuppen fiel es ihr von den Augen, diese Erkenntnis.

Yoniku fuhr weiter: „Schau Tooli, jedes Lebewesen, jedes Tier, jeder Mensch geht in seinem ganz eigenen Rhythmus, seinem eigenen Tempo durch sein Leben. Akzeptiere dein Tempo, deinen Rhythmus, gib dich ihm hin, Lebe dein Leben nach deiner Zeitrechnung und nicht nach den Vorgaben anderer oder deinen komischen Vergleichen! Du sagst, du hättest noch vier Stunden hier stehen und weiter malen können, was hindert dich daran?“ fragte der Stern.

“Die Tatsache, dass ihr schon fertig seit und auf mich warten müsst!“ antwortete die Fee. 

„Aber das machen wir doch gerne, wir sind deine Freunde, und wir möchten, dass du glücklich und zufrieden dein Kunstwerk vollenden kannst! In der Zwischenzeit machen wir es uns an einem kleinen Feuerchen bequem.“

„Wirklich?“ fragte Tooli.

„Ja klar, geh und mal dein Bild fertig!“ antwortete Yoniku mit einem Lächeln.

Uns so kam es, dass Tooli ihr Bild in aller Ruhe, ihrem Tempo fertig malte. Sie fühlte sich dabei wieder so wohl und verbunden wie ganz am Anfang. Die Zeit spielte keine Rolle mehr, auch nicht, was sie malte, sondern einfach nur das gute Gefühl, welches sie dabei fühlte.

Zusammen sassen die Freunde noch ein wenig am Feuerchen, bis sie dann spät in der Nacht ihre Heimreise antraten.

 

Post Scriptum

Tooli ist in meinem OnlineKurs „Entdecke deine Hochsensibilität als PowerTool“ entstanden, sie und ihre Geschichte rund um die fünf Zaubersterne ist ein fester Bestandteil von diesem umfassenden Kurs, welcher hochsensiblen Menschen dabei hilft, die eigene sensitive Seite besser kennen und lieben zu lernen. Tooli hilft dir dabei, deine Hochsensibilität kraftvoll in dein Leben zu integrieren und als wunderbare Gabe zu nutzen.

Hier geht es zum vorherigen Kapitel, hier geht es zum nächsten Kapitel.