Jeder von uns kennt ihn, den Stress. Vor allem hochsensible Menschen erfahren ihn immer wieder am ganzen Leib, scheinen StessSituationen mit ihrer vollen Power ausgeliefert zu sein.

Dein Puls schlägt höher, dein Körper verkrampft sich und fühlt sich angespannt an, du hast Mühe, dich zu konzentrieren, das Gefühl, dass dir die Zeit davon rinnt, kannst kaum noch einen klaren Gedanken fassen, fühlst dich zerstreut oder einfach nur in einem Überlebensmodus gefangen, in dem du dich selber gar nicht mehr richtig spüren und wahrnehmen kannst..

Stress hat viele Gesichter.

Manchen kann man ihn von hundert Metern Entfernung vom Gesicht lesen, bei anderen läuft der Stress innerlich im Verborgenen, ganz geheimen dunkeln Kämmerlein ab.

Was ganz sicher ist: Stress ist meistens unangenehm und vor allem für hochsensible Menschen schnell, auf allen Ebenen und intensiv spürbar.

In diesem Artikel möchte ich dir ein paar Inspirationen zum achtsamen Umgang mit Stress mit auf den Weg geben und dir zeigen, wie du Körper, Geist und Seele wieder in Einklang bringen und entspannen kannst.

Wann entsteht Stress ganz genau und was macht er mit uns?

Stress ist nichts anderes als eine erhöhte körperliche oder seelische Anspannung oder Belastung.

Er entsteht durch spezifische äussere Reize, welche in uns körperliche und seelische Reaktionen auslösen. Er hilft uns, besonderen Belastungen stand zu halten und uns den veränderten Umweltbedingungen anzupassen.

Wir unterscheiden zwischen positivem und negativem Stress. In diesem Artikel möchte ich den Fokus auf den Stress halten, der sich für dich unangenehm anfühlt, also den negativen Stress.

Weshalb Hochsensible weniger stressresistent sind.

Es ist ganz logisch: wer äussere Reize feiner und detailreicher wahr nehmen kann lässt seinen Wahrnehmungskanal auch schneller mit inneren und äusseren Stressoren überfluten.

Deshalb fällt es Hochsensiblen schwerer, ihr System zu regulieren und in Stresssituationen fokussiert bleiben zu können. Stress macht sich in ihnen in allen Ebenen breit und scheint Körper, Geist und Seele von einander abzutrennen.

Wenn Körper, Geist und Seele im Ungleichgewicht sind, kann sich das sehr unangenehm anfühlen und Stress auslösen.

So scheinen Hypersensible oft schneller aus der Bahn geworfen zu werden, brauchen länger um sich vom Stress zu erholen und machen den Eindruck, nicht so belastbar zu sein.

Die Verbindung von Körper, Geist und Seele.

Weshalb reagieren wir denn überhaupt mit Stress, wenn wir nicht ausgeglichen sind?

Wenn wir das System Mensch einmal ein bisschen übergeordnet und ganzheitlich betrachten, bestehen wir aus drei Komponenten: Körper, Geist und Seele.

Unser Geist und unseren Körper spüren wir mehr oder weniger sehr deutlich. Es fällt uns nicht sonderlich schwer, uns mit beiden zu verbinden und sie uns bewusst zu machen.

In und durch unseren Körper finden all unsere Wahrnehmung uns Sinnesreize statt. Hochsensible Menschen bewohnen sensible Körper. Sie reagieren feiner auf äussere Reize, reagieren oft auf Lebensmittel, nehmen feiner wahr, fühlen sich schnell kribbelig, angespannt und unangenehm an, wenn sie gereizt und gestresst werden. Die Aspekte der feinen Sinneswahrnehmung und aber auch die der hohen Emotionalität (weil wir die Gefühle mit unserem Körper erfühlen) findet auf dieser Ebene statt.

Der Geist  beschreibt der Teil, welcher denkt, analysiert, bewertet und verstehen möchte. Ich nenne ihn auch ganz gerne Ego. Hochsensible Menschen sind geistig immer sehr aktiv. Der Aspekt des tiefen Verarbeitens von Gedanken findet in diesem Teil unseres Systems ab. Tragen wir zu viele Informationen in zu kurzer Zeit in uns, die analysiert, erkannt und an der richtigen Stelle abgelegt werden wollen, kann die geistliche Komponente starkt belastet und gestresst sein.

Es ist also kein Wunder, dass wir schneller überregt sind, da unsere Systeme einfach feiner schwingen, schneller überlaufen.

Doch eine Komponente habe ich noch vergessen und sie ist eine, der meiner Meinung nach oft zu wenig Rechnung getragen und die vergessen wird:

Die Seele. Sie ist der Ort, an dem einfach alles so ist, wie es ist. Seele steht für mich auch sehr stark mit dem Begriff Essenz in Verbindug. Es ist die Energie, die dir Leben einhacht, die dir mit leiser Stimme immer wieder sagen möchte, wozu genau du hier auf dieser Erde bist. Der Seele, ihrem Plan und ihrer Sprache zu vertrauen braucht oft Mut, da wir hier in unseren Breitengraden dazu erzogen werden, uns hauptsächlich auf die geistige Komponente zu konzentrieren. Deine Intuition, dein Bauchgefühl und die Verbindung zu deinem Herzen ist der direkte Zugang zu deiner Essenz.

Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen und alle drei Komponenten als gleichwertig und gleich wichtig zu erkennen kann ein grosser Schritt sein, um wieder in seine Mitte zu kommen und sein ganzes System zu stärken.

Wenn wir gestresst sind, dann oft deshalb, weil wir gerade einem dieser drei Teile, die durch uns wirken zu viel Aufmerksamkeit schenken. Oft ist es der geistige Bereich, der überbelastet ist, der analysiert, im Widerstand ist und sich nicht fokussieren kann. Oder der Körper, welcher rebelliert und so sagen möchte, dass es gerade zu viel ist.

Auf der seelischen Ebene existiert so etwas wie stress nicht. Sie ist auch der Teil in uns, welcher am schnellsten Ruhe, innere Gelassenheit und Entspannung hervorrufen kann. Es ist der Teil in uns, der aber auch am stillsten wird, wenn es in den beiden anderen laut und hektisch und gestresst zu und her geht. 

Deshalb ist es auch so schwierig, sich in Stresssituationen auf die eigene Essenz und den Seelenraum zu besinnen und ruhig zu werden!

Erlange Ausgeglichenheit und Ruhe, in dem du dich in die Schnittmenge von Körper, Geist und Seele begibst.

Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht

Ganz bildhaft dargestellt geht es bei einem guten Stressmanagement darum, Körper, Geist und Seele in ihrer Ganzheitlichkeit zu erkennen, sie zusammen zu fügen und dich als die, die du bist in deren Mitte zu stellen.

Es bringt genau so wenig, wenn du dich nur in deinen geistig seelischen Anteilen bewegst und im Widerstand zu deinem Körper bist, wie wenn du dich hauptsächlich in deinen körperlich geistigen Anteilen bewegst und die seelischen Anteile verleugnest.

Jeder einzelne Anteil zu erkennen, wahr zu nehmen in seiner Vollkommenheit, ihn willkommen zu heissen, achtsam und bewusst zu leben, das bringt ganz viel Ruhe und Gelassenheit in dein Leben und lässt auch in stressigen Situationen dich bewusst und zentriert handeln.

Tips gegen den Stress im Alltag.

Ich musste schon fast schmunzeln, als ich den Titel für diesen Abschnitt schrieb. Denn es geht nicht darum, gegen den Stress zu sein oder gegen ihn anzukämpfen, viel mehr geht es darum, ihn bewusst wahr zu nehmen, ihm achtsam deine Aufmerksamkeit zu schenken und ihn wieder los zu lassen.

Verschliesse dich also nicht gegen den Stress, so wird er nur noch grösser, entspanne dich vielmehr in den Widerstand, den er in dir auslöst und versuche, dich wieder in die Mitte des Geschehens zu holen.

Regelmässiges meditieren kann dir dabei helfen, den Zugang zu deinem Seelenraum wieder zu öffnen. Meditationen haben die Kraft, durch ihre Symbolsprache deine Seele in dir zum Wirken zu bringen. Sie lassen dich ruhig und entspannt werden und den öffnen den Zugang zu deiner Essenz und ganz nebenbei haben sie eine extrem entspannende Wirkung. In meinem Shop findest du einige von mir gesprochene Meditationen. Vielleicht hast du Lust, eine mal für dich auszuprobieren?

Vielleicht wagst du das nächste Mal, wenn du gestresst bist das Experiment, für dich heraus zu finden, welcher Teil in dir, in deinem System gerade aus den Fugen geraten ist und versuchst, diese drei Komponenten wieder in Einklang zu bringen.

Wie das am einfachsten geht, beschreiben folgende Punkte:

  1. Atme bewusst. Atem holt uns in sekundenschnelle wieder zu uns in den Körper. In Stresssituationen verkrampfen wir unbewusst, unser Puls erhöt sich, der Körper stellt um auf Stresssituation. Bewusstes, aktives Atmen in die Stellen, die sich gerade angespannt und unangenehm anfühlen bringen sehr schnell und effektiv ruhe in den Körper und auch in deinen Geist, weil du darauf fokussiert bist, zu atmen und nicht nachzudenken.
  2. Spüre den Boden auf deinen Füssen. Verbinde dich mit dem Boden, spüre einen festen Stand. Mach dir bewusst, dass du im Hier und Jetzt bist.
  3. Spür dein Herz und deinen Bauchraum. Lass sie weit werden. Das eigene Energiefeld zu kennen und es bewusst auszudehnen anstatt zusammen gezogen zu bleiben hilft dir dabei, dich zu mitten.
  4. Bleibe präsent. Im Hier und im Jetzt. Dehne dich aus.
  5. Nimm deine Emotionen wahr. Wenn du das Gefühl hast, dass du sie nicht kontrollieren kannst, verlasse die stressige Situation ganz freundlich. Erkläre, dass du zuerst Zeit und Raum für dich brauchst, um Klarheit zu gewinnen.
  6. Lass deinen Gefühlen in einem sicheren Raum freien lauf. Schreib sie auf. Beobachte sie, nimm sie an. Stell dir vor, wie du sie wie ein kleines Baby oder junges Kätzchen in den Arm nimmst und ihnen all deine Liebe und Aufmerksamkeit schenkst.
  7. Werde dir deiner Bedürfnisse bewusst. Was brauchst du gerade, damit es dir besser geht?
  8. Kommuniziere deine Bedürfnisse. Erkläre, wie es dir im Moment geht, welche Gefühle dich begleiten. Sag, was du brauchst, damit du dich wieder wohl fühlen kannst.

Gerne zeige ich dir in einem intensiven Einzelcoaching, wie du Körper, Geist und Seele in Einklang bringen kannst.