Wie die Sprache der Präsenz dir dabei helfen kann, dein inneres Kind zu heilen.

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Die inside HerzBauchWerk Serie – JahresWerkerinnen berichten von ihren Wandlungsprozessen.

Liebe Leserin, ich freue mich mega, dir ein ganz neues Format hier auf dem Blog vorzustellen: Inside HerzBauchWerk nennt es sich. Ich werde immer wieder Frauen zu Wort kommen lassen, die im JahresWerk, den Rauhnächten oder mit mir ganz persönlich arbeiten und dir erzählen, was der HerzBauchWerk Weg in ihnen so auslöst.

Der Anfang macht heute meine Gastautorin Franziska Hülshoff von Worte und Meer. Weiter unten im Text stellt sie sich noch detaillierter vor.

Ich wünsche dir ganz viel Freude mit dem Erforschen der Sprache der Präsenz und übergebe das Wort an Franziska,

dicker HerzBauchKnuddel an dich, deine

Tanja

Tanja Suppiger von HerzBauchWerk

Sprache der Präsenz – und wie du mit ihr dein inneres Kind heilst 

Kaum aus der Sommerpause zurück, ging es beim JahresWerk direkt wieder hinein in tiefe Themen. Auf dem Ablaufplan steht das innere Kind – ein Thema, mit dem ich mich persönlich bewusst noch wenig beschäftigt habe. Doch war mir bereits klar, dass es bestimmt schon einige Male aufgekommen war, auch ohne, dass ich es als „inneres Kind“ identifiziert habe. Was nun allerdings die Sprache der Präsenz damit zu tun hat – und was das überhaupt ist – war mir ein Rätsel und so half der erste unserer PowerCalls, um dort Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Die Sprache der Präsenz: Was das genau ist und was nicht

Unsere Kommunikation ist ein wahnsinnig machtvolles Werkzeug, das wir in der Hand haben. Wir können sie trennend verwenden, angreifend, verständnislos, können Widerstände aufbauen, sie manipulierend einsetzen oder kampflustig nutzen. Oder aber wir entscheiden uns in einem Gespräch, aufeinander zuzugehen ohne Verurteilung, uns selbst und unserem Gegenüber ohne Wertung zu begegnen und uns zu öffnen. 

Du hast die Entscheidung immer in der Hand: Will ich in Verbindung sein oder nicht?

Wenn du die verbindende Kommunikation wählst, wählst du die Sprache der Präsenz. Du wählst, dass du nicht mehr aus unbewussten Mustern und Rollen reagieren möchtest, die durch gewisse Trigger reaktiviert werden und mit der vorliegenden Situation meist wenig zu tun haben. Stattdessen wirst du präsent in der gegenwärtigen Situation, was bedeutet, dass du alles fühlst, was jetzt gerade in dir ist, und nachforschst, welche Gedanken diese Gefühle auslösen, ohne dass du auf irgendetwas davon reagieren musst. 

Du bist mit dem, was in dir ist, bist in Verbindung mit dir.

Und genauso wertfrei lässt du da sein, was gerade im Gegenüber ist, was dieser/diese dir gerade für Emotionen entgegenbringt.

Auch unangenehme Emotionen dürfen gefühlt und ausgedrückt werden, sowohl von dir als auch von deinem Gegenüber. Die wichtigste Regel dabei ist: Es gibt keine Erwartungen. Die Sprache der Präsenz wird erwartungslos genutzt, um dich mitzuteilen und um deinem Gegenüber zuzuhören – ohne ihn/sie verändern zu wollen.

Bleibe hier ganz aufmerksam und reflektiere deine eigenen Antriebe: Teilst du dich gerade wirklich offen mit, um in die Verbindung zu gehen – oder erhoffst du dir davon etwas Bestimmtes? Möchtest du dein Gegenüber indirekt zu irgendetwas drängen oder überreden?

Wie du die Sprache der Präsenz anwendest 

Das klingt erstmal einfach, oder? Doch ist unsere Bewusstwerdung niemals abgeschlossen, sobald wir ein Konzept theoretisch verstanden haben. Gerade wenn es zu stressigen oder besonders triggernden Situationen kommt, verfallen wir leicht in alte Muster, nehmen unbewusste Rollen in der Kommunikation ein, versuchen zu kontrollieren oder flüchten vor den unangenehmen Emotionen in uns oder im anderen. 

Bleibe hier aber ganz liebevoll mit dir. Denn kein Thema ist einmal gehört und gleich abgehakt, du darfst die vielen Facetten in dir kennenlernen und beobachten als Teil dieser Reise. Tanja hat dies mit einem Beispiel aus ihrem Familienleben sehr schön dargestellt und Mut gemacht:

„Ausfälle“ sind ganz normal – egal, wie weit fortgeschritten wir „sein sollten“.

Der Unterschied wird sein: Du erkennst im Nachhinein, was in der Kommunikation passiert ist. Du erkennst alte Muster und Reaktionen auf unangenehme Gefühle in dir und in deinem Gegenüber – und du lernst dazu, ohne dich oder die anderen zu verurteilen. Liebevolle Achtsamkeit ist hier das Stichwort, denn natürlich lassen sich deine Muster nicht sofort auflösen. Sie treten immer wieder hervor in neuen Kleidern und du erkennst sie wieder und wieder – bis sie dir irgendwann bereits in der Situation auffallen und du so weit bist, nicht mehr direkt auf sie zu reagieren. So wird es dir möglich, deine Gefühle und Bedürfnisse ohne Vorwurf zu kommunizieren. Oder wie Tanja es so schön ausgedrückt hat: Du wirst zum Sportreporter deiner selbst.

 

Du möchtest mehr darüber erfahren, wie du die Sprache der Präsenz erlernen und in deine Kraft kommen kannst?

Dann erfahre mehr über das JahresWerk – der JahresKreis, der dich in deiner persönlichen Entwicklung unterstützt, dich deiner Essenz näher bringt und dir dabei hilft, dein Leben bewusst und achtsam zu gestalten.

 

Schritt für Schritt Anleitung

Die Sprache der Präsenz setzt innere Verbindung und Klarheit in dir selbst voraus. Daher startet der erste Schritt mit dir:

  1. 1. Beobachte deine Innenwelt, spüre in dich hinein.
  2. 2. Fühle deine gegenwärtigen Gefühle wertfrei und entdecke die Gedanken, die diese gerade auslösen.
  3. 3. Forsche tiefer nach deinen Bedürfnissen, die dahinter liegen. 

Erst im 4. Schritt geht es darum, dich an dein Gegenüber zu wenden, um dies in einem für euch sicheren Rahmen wertfrei und erwartungslos zu kommunizieren. Das heißt auch, dass du die ersten drei Schritte nicht zwangsläufig direkt im Moment der Kommunikation „abhaken“ musst. Nimm dir deinen Raum dafür, um innezuhalten. Gerade in sehr herausfordernden Situationen ist dies empfehlenswert, da es dort sehr leicht ist, in den üblichen „Reaktionsmodus“ auf starke Gefühle zu verfallen. Die größten Verhinderer dieser verbindenden Kommunikation sind unsere Ängste, konditionierte Glaubensmuster und Identifikationen, die uns in Rollen schlüpfen lassen, ohne dass wir dies sofort bemerken.

Du wirst merken, dass dein Gegenüber manchmal noch nicht so weit ist, auf diese verbindende Weise zu kommunizieren.

Erwarte nicht von deinem Gegenüber, sich ebenfalls so offen und verletzlich zu zeigen. Anstatt dies zu kritisieren, mache selbst den Anfang. Öffne dein Herz auf diese urteilsfreie Weise und werde selbst zum Vorbild. In der Sprache der Präsenz bist du nicht nur mit dir, sondern auch mit dem Gegenüber liebevoll beharrlich, geduldig, aber selbst konsequent. Das heißt, du beginnst zum Beispiel deine Bedürfnisse mitzuteilen, ohne dem anderen gleich einen Vorwurf fürs Nichterfüllen zu machen. Allein dies kann dein Gegenüber wachrütteln, da seine üblichen defensiven Reaktionen so gar nicht mehr gebraucht sind und er/sie diese nicht abspielen kann.

Vom Wesen des Egos, seinen Rollen und Schutzprogrammen

…und was hat das nun mit dem inneren Kind zu tun?

 

Wir haben diese Art der offenen, sicheren, weil wertfreien Kommunikation nicht gelernt. Als Kinder haben wir keine Stimme, keinen Raum bekommen, um auf diese Weise unsere Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren. Genauso haben wir es meistens nicht bei Erwachsenen beobachten können, denn auch dort wurden Rollen abgespielt und nichts wirklich offen und urteilslos auf den Tisch gepackt. 

Doch heute hast du die Chance, diese trennenden Kommunikationsregeln zu durchbrechen und dein inneres Kind an die Hand zu nehmen, indem du deine Gefühle fühlst und es dir erlaubst, Bedürfnisse auszusprechen. Gerade als Frau ist das ein riesen Schritt, denn wir haben gelernt, dass wir selbst keine Bedürfnisse haben sollten, sondern eher die der anderen befriedigen müssen. 

Bedürfnisse haben assoziieren Frauen oft mit „bedürftig sein“.

Um diesen Glauben zu brechen, beginnst du zuallererst bei dir selbst: Indem du auf Forschungsreise gehst, was du eigentlich fühlst, was deine Bedürfnisse sind und was dich glücklich macht. Diese innere Verbundenheit ist Voraussetzung dafür, dass du die Sprache der Präsenz nutzen kannst – denn du darfst erstmal lernen, präsent mit dir selbst zu sein. Du machst dich dir selbst sichtbar, ehe du dich den anderen sichtbar machen kannst.

Nur wenn du liebevoll mit dir selbst sein kannst und dir erlaubst, Gefühle zu fühlen und Bedürfnisse zu haben, kannst du dies auch den anderen erlauben und liebevoll mit ihnen sein. In Beziehung sein beginnt immer mit der Beziehung zu dir selbst.

Vom Wesen des Egos, seinen Rollen und Schutzprogrammen

Erlebnisse: Was passiert, wenn du die Sprache der Präsenz anwendest

Ich kann es nicht oft genug betonen: Es ist eine Sache, ein Konzept zu verstehen – eine andere ist seine Anwendung. Die Sprache der Präsenz klingt so einfach, bis wir dann in eine triggernde oder stressige Situation kommen. Alte Knöpfe werden gedrückt, die in vergangenen Wunden herumstochern und schon beginnen wir, die alten Reaktionen abzuspielen. 

So war es auch bei mir (Franziska) in den Tagen, als ich am Artikel zur Sprache der Präsenz schrieb: Plötzlich waren sie da, die vielen kleinen Trigger-Situationen, die eine tiefe Traurigkeit in mir auslösten – und jedes Mal kam gleich der Gedanke: „Aber ich möchte ja kein Drama machen und nicht überreagieren. Es ist doch nur eine Kleinigkeit.“ Plötzlich wurde mir klar: Das ist genau das, von dem Tanja gesprochen und von dem ich geschrieben hatte – auf einmal konnte ich es sehen!

Wer bestimmt eigentlich, wann ein Gefühl „zu viel“ ist? Wer sagt eigentlich, ab wann ich überreagiere? Und warum darf das überhaupt jemand bestimmen? 

Die Gefühle in mir sind da und ja, natürlich haben sie nicht nur mit der unmittelbaren Situation zu tun, die sie auslöst, sondern vielmehr mit einem Bedürfnis, das sich meldet. Doch warum muss ich sie deshalb in dem Moment verstecken? Warum darf ich sie nicht fühlen und mitteilen – etwa nur, um dem Gegenüber nicht möglicherweise negativ aufzustoßen? Sofort entschied ich mich: Nach der Philosophie möchte ich nicht mehr leben. Denn sie setzt voraus, dass ich Teile von mir überdecken und ignorieren muss, um für andere „liebenswert genug“ zu sein. 

Die Sprache der Präsenz zu nutzen ist beängstigend und, ja, bestimmt wird nicht jeder Mensch, der derzeit in meinem Leben ist, in meinem Leben bleiben. Denn nicht jedem gefällt es, wenn man plötzlich nicht mehr mit allem okay ist. Doch das ist es mir wert. Wenn das bedeutet, dass ich mich, dass mein inneres Kind sich endlich gesehen fühlt, es endlich die Emotionen aussprechen und sichtbar machen darf – dass es sich zeigen darf – dann ist es mir das wert. 

Dann bin ICH mir das wert. Denn zuallererst mache ich das nur für mich, für niemanden sonst. Und im zweiten Schritt eröffne ich die Möglichkeit, wirklich in tiefe, authentische Beziehung zu gehen – mit Menschen, die ebenfalls bereit und offen dafür sind, gemeinsam zu heilen und zu wachsen.

Im JahresWerk22 lernst du, ganz bewusst dich dir selber zu verschenken und deine innere Stärke zu finden.

Auf meiner Homepage oder hier in meiner ausführlichen Dokumentation erfährst du alles wichtige rund um JahresWerk.

Weitere Stimmen aus dem JahresWerk

Im JahresWerk üben wir ganz konkret die Sprache der Präsenz. Dazu gehört auch das bewusste und achtsame erkennen und kommunizieren der eigenen Bedürfnisse und Gefühle. 

Ein wunderbares Werkzeug ist folgende Satzgliederung:

Wenn…. dann fühle ich mich… weil ich…. brauche. Deshalb wünsche ich mir….

Hier findest du ein paar Beispiele dafür von JahresWerkerinnen:

„Selbst zu merken und auch ernst zu nehmen, dass ich grad Ruhe brauche. Und da erst mal `nen Punkt hinter zusetzen ganz für mich und mir selbst auch schon mal ein deutliches „OK“ zu geben. Mir hilft da auch oft das Bild vom Zeitungskiosk, wo die Luke einfach zu ist. Dann ist eben geschlossen und die Leute müssen weiterziehen zum nächsten.“

„Mein erster Gedanke war: Wär ich doch nur still gewesen…. ähm NEIN, dann wird‘s ja nie besser für mich?! Es war genau richtig so, wenn auch schwierig…“

 „Wenn meine Tochter weint, weil sie sich in der Schule aufgrund eines Fehlers geschimpft wird, dann fühle ich mich hilflos, ausgeliefert und unwohl. Weil ich die Sicherheit brauche, dass meine Kinder in einem wohlwollenden Feld lernen können.“

„Wenn “liebgewordene” Menschen um mich herum, Ansprüche an mich haben und Forderungen an mich stellen, dann fühle ich mich nicht nur unter Druck gesetzt, sondern es schnürt mir Hals, Herz und Bauch zu. Ich ziehe mich innerlich zurück und verschließe mich. Ich habe ihnen meine Freundschaft, Hilfe angeboten aber nicht mein Leben. Ich brauche meinen Raum, mein eigenständiges Handeln, das Gefühl, dass meinen abgesteckten Grenzen Respekt entgegengebracht wird. Deshalb möchte ich öfters mal sagen: Tut mir leid, das ist nicht meine Zukunft, mein Leben, das passt so nicht!“

„Wenn ich es wieder mal den anderen recht machen möchte, dann fühle ich mich gestresst, genervt und überfordert. Ich bin dann total wütend auf mich selbst, weil ich mich in einer Opferrolle befinde. Deshalb möchte ich auch in turbulenten Zeiten “nein” sagen dürfen. Ich möchte meine eigenen Prioritäten setzen, ohne mich dafür rechtfertigen zu wollen.“

„Wenn ich neben meinem Beruf, den Haushalt mache und die ganze Familie manage, dann fühle ich mich oft alleine und müde, ausgenutzt, weil ich tatkräftige Unterstützung brauche und gehört werden möchte, um mehr Ruhe und Zeit für mich zu haben. Deshalb möchte ich jetzt gerne Hilfe von meiner Familie, dass jeder seine Aufgaben übernimmt und ich so Zeit mit mir genießen kann.“

Über die Gastautorin Franziska Hülshoff

Franziska Hülshoff hat sich in ihrer Arbeit als freiberufliche Schriftstellerin und Lektorin insbesondere auf die Themen Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, Spiritualität und Schreiben spezialisiert. Doch ist das Schreiben für sie nicht nur Berufsalltag, sondern auch ein wichtiges Ritual, das ihr hilft, zu ihrer inneren Stille und intuitiven Leitung zurückzukommen. Diesen feinfühligen Ansatz des therapeutischen Schreibens gibt sie in achtsamen Schreibritualen online weiter, in denen sie Meditation und handschriftliches Schreiben verbindet.

Seit 2018 hat die Autorin ihre zweite Heimat in Portugal auf dem Land gefunden und verbringt ihre Freizeit am liebsten am Meer beim Surfen oder Spazierengehen. Ihren Entwicklungsroman „Mehrweh“ hat sie im Herbst 2020 als Selfpublisherin veröffentlicht.

Weitere Infos unter www.franziska-huelshoff.de

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